Ein postfaktischer Bebauungsplan

Urbane Mitte Süd (VI-140cab): durchgesetzt mit dem Argument Wohnen – ohne eine einzige richtige Wohnung zu schaffen

Am 29. April wurde der Bebauungsplan Urbane Mitte Süd im Gesetz und Verordnungsblatt veröffentlicht und ist damit rechtskräftig. Wie war das möglich, gab es doch so gute Argumente gegen das Vorhaben?
Noch im Dezember 2025 schien es, als sei der Bebauungsplan gescheitert. Weite Teile der Öffentlichkeit missbilligten das Konzept mit den überflüssigen Büros, 100% Versiegelung und Türmen mitten im Gleisdreieck. Die SPD hatte im November 2025 auf dem Landesparteitag eine Neuplanung des Projekts “Urbane Mitte” gefordert. Weiterlesen

 

Die fünfte Auflage

Neues Flugblatt „SAVE GLEISI – Rettet das Gleisdreieck“

Die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck e.V. hat ein neues Flugblatt erstellt, das in den nächsten Tagen im Park verteilt werden wird. Es ist die inzwischen fünfte Auflage des Flugblatts, das wir immer wieder an den aktuellen Stand der Planung anpassen. Der aktuelle Stand ist, dass es nun Baurecht gibt für zwei der sieben geplanten Hochhäuser, nachdem im Februar 2026 CDU, SPD und AFD im Abgeordnetenhaus dafür gestimmt haben. Und dass die Aktionsgemeinschaft sich darauf vorbereitet, gegen die Plan vor Gericht zu ziehen. Weiterlesen

 

“Wohin führten diese Gleise” – Einladung zur Enthüllung eines Gedenkzeichens

Mit der Frage ” Wohin führten dies Gleise”  lädt das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ein zur Enthüllung  eines Gedenkzeichens am 27 Mai 2026 um 16:30 Uhr. Hier der Einladungstext  des Bezrksamtes: Weiterlesen

 

Offener Brief an die Teilnehmer:innen des Realisierungswettbewerbs Urbane Mitte Süd

Seit ein paar Wochen läuft der Realisierungswettbewerb für die beiden Türme auf dem südlichen Baufeld. Sechs Architekturbüros sind eingeladen, den im Februar vom Abgeordnetenhaus beschlossenen Bebauungsplan umzusetzen. Die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck e.V. hat einen offenen Brief an die Teilnehmer:innen gesandt, um ihnen Ihre kritische Sicht auf das Vorhaben zu übermitteln. Wir hoffen, dass das den Wettbewerb betreuende Büro C4C den offenen Brief an die am Wettbewerb teilnehmenden Architekt:innen  weiterleitet. Ob alle Teilnehmer:innen brav die Vorgaben der Investoren füllen werden? Oder ob die Argumente der Aktionsgemeinschaft ihnen zu denken geben? Wir werden es sehen. Hier der offene Brief im Wortlaut: Weiterlesen

Urteil des Kammergerichts

Unterlassungsklage der Urbanen Mitte Besitz S.à.r.l. gegen Prof. Dr. Beckmann gescheitert

Am 12. Februar 2026 wurde die Unterlassungsklage der Urbanen Mitte Besitz S.à.r.l. gegen Prof. Beckmann vom Kammergericht zurückgewiesen und ist vermutlich nun endgültig gescheitert. Das Urteil liegt inzwischen vor unter Aktenzeichen 10 U 145/24 | 2 O 166/24 LG Berlin II. Weiterlesen

Am Parkeingang Kurfürstenstraße

Rückblick auf die Einweihung der Informationstafel zur KORI GmbH

Etwa 50 bis 60 Besucher:innen nahmen vor einer Woche teil an der Enthüllung der Informationstafel – oder Gedenktafel – für die Firma KORI GmbH, die in der Dennwitzsraße 35 residierte und von hier aus bis 1945 als Planer und Lieferant von Verbrennungsöfen den millionenfachen Massenmord der Nationalsozialisten ermöglicht hatte. Das Grundstück Dennwitzstraße 35 befand sich unmittelbar neben dem Eingang Kurfürstenstraße in den Westpark. Weiterlesen

 

Spezialfirma in der Dennewitzstraße 35

Einweihung der Informationstafel zur Ofenbaufirma H. Kori GmbH

Vor 15 Jahren, im Februar 2011 habe ich  zum ersten Mal auf gleisdreieck-blog.de über KORI berichtet. Nun, am kommenden Freitag, 20.03.2026 um 15:30 Uhr wird schließlich eine Tafel eingeweiht werden, die am Parkeingang Kurfürstenstraße an den dunkelsten Teil unserer Geschichte erinnern soll. In der Dennewitzstraße 35 residierte die Firma KORI, die von hier aus in der Zeit ab 1939 Verbrennungsöfen für verschiedene Konzentrationslager und T4-Tötungsaktionen geplant und geliefert hat. Ohne das Mitwirken von Firmen wie KORI wäre der millionenfache Massenmord nicht möglich gewesen.

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No-SLAPP

Anhörung im Ausschuss des Bundestags zur Umsetzung der europäischen Anti-SLAPP-Richtlinie

Am heutigen Montag, den 16.03.26 findet im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestags die Anhörung zur Umsetzung der Anti-SLAPP-Richtlinie statt. Die Sitzung kann auch online verfolgt werden. Link  zur Sitzung
Mit der Abkürzung SLAPP (engl. strategic lawsuit against public participation = Strategische Klage gegen öffentliche Beteiligung; engl. slap = Schlag, schlagen) sind offenkundig rechtsmiss­bräuchliche Klagen gemeint, die den Zweck haben, Kritiker einzuschüchtern und so öffentlich vorgebrachte Kritik zu unterbinden. Weiterlesen

Wem gehört die Stadt? 

Zehn Skandale um die Urbane Mitte 

Kommentar von Patrick Vater

Die Art und Weise, wie der Investor Periskop – genauer: die Urbane Mitte Besitz S.à.r.l. – am 26.02.2026 von Senator Gäbler und der SPD (zusammen mit den Stimmen von CDU und AfD) den B-Plan für das Baufeld Süd der sogenannten „Urbanen Mitte“ erhielt, nur als skandalös zu bezeichnen, wäre vermutlich ein klassisches Understatement. Über den Vorgang selbst haben wir ausführlich informiert. Neben der Sache an sich – also neben der inhaltlichen Debatte über Park, Anwohnerinteressen und Stadtentwicklung – gibt es hier allerdings noch eine zweite Dimension. Das Schauspiel der letzten Wochen gibt nämlich fast schulbuchmäßig Aufschluss darüber, wie in Berlin Macht ausgeübt wird. Weiterlesen