Wahlen zum Nutzerbeirat Gleisdreieck- und Flaschenhalspark

Beteiligung – lohnt sich das?

von Norbert Rheinlaender

Einmischung, Beteiligung an der Ideenfindung, Gestaltung und Pflege sind von Anfang an Bestandteile des Parks am Gleisdreieck. Ohne diese wäre der Park gar nicht existent und die ehemalige Eisenbahnlandschaft wäre ein übliches Neubaugebiet geworden. Der heute realisierte Park ist also schon ein deutliches Zeichen für den Erfolg von Bürgerengagement. Aber auch weiterhin wollen die bisher Beteiligten, dass auch weitere Bürger/innen mitreden können und sollen. Damit nicht ausschließlich Lobbyisten (z.B. Sportvertreter, Hundebesitzer) den Park nach ihren Interessen gestalten, brauchen wir eine demokratisch gewählte Bürgervertretung.

Deshalb ist das Wichtigste:

 Wählen gehen!

Die Initiativen rund um den Park am Gleisdreieck (zusammengeschlossen in der Initiativenplattform) bitten alle interessierten Parknutzer, sich an den Wahlen zum Nutzerbeirat zu beteiligen.

 Warum ist diese Wahl den am Park seit Jahren Engagierten das so wichtig?

Weil wir durch unser jahrelanges Engagement den Park zu dem gemacht haben, was er heute ist. D.h. nicht, dass er nicht noch besser gemacht werden könnte (und sollte!). Deshalb wollen wir, dass wir zusammen mit weiteren Nutzern die Pflege und die Nutzungen weiterhin mitbestimmen. Dafür haben wir uns für einen langfristigen Nutzerbeirat eingesetzt, der auch von der Senats- und Bezirksverwaltung akzeptiert worden ist.

 Aber der Park ist doch längst fertig!

Fertig ist nur der bauliche Teil. Da aber der Park mit seinen teils neuen Nutzungsmöglichkeiten nicht unbedingt in allen Einzelteilen von den Parkgängern akzeptiert wird, haben wir vorhergesehen, dass wir evtl. an bestimmten Stellen nacharbeiten müssen. Dafür ist ein finanzieller 15%-Anteil der Parkgelder zurückgelegt worden, der in den ersten 5 Jahren der Nutzung abgerufen und investiert werden kann.

 Der Park wird doch schon überwacht und gepflegt!

Das macht die Grün Berlin GmbH, eine 100% Senatstochter, die auch andere Parks unterhält (Britzer Garten, Park der Kulturen der Welt in Marzahn, Monbijou-Park in Mitte, usw.). Diese hat aber nur den Auftrag für die ersten 5 Jahre, also bis 2017. Normalerweise übernimmt dann das zuständige Bezirksamt die Pflege.

 Warum soll das Bezirksamt sie nicht übernehmen?

Weil wir in allen Bezirken die Erfahrung gemacht haben, dass die Grünflächenämter unterfinanziert sind und zu wenige ausbildete Kräfte haben. Darunter leidet die Pflege.

 Was gehört alles zur Parkpflege?

Zur Parkpflege gehört: die Organisation von

  • Firmen, die die Rasenflächen schneiden, tote Äste aus dem Weg räumen und die ausgehandelte Pflege für die Bauminseln umsetzen
  • Firmen, die Zerstörungen, Müll und auch Graffiti beseitigen.
  • Parkaufsichtspersonen, die sich einschalten, wenn Zerstörungen passieren, Feuer gemacht wird, Gruppen sich gewalttätig auseinandersetzen

Wer organisiert die Veranstaltungen im Park?

Große Veranstaltungen im Park werden offiziell vom Bezirksamt genehmigt. Das Bezirksamt hat beschlossen, nur eine große Veranstaltung pro Jahr und Park stattfinden zu lassen (z.B. das RadioEins-Fest), damit die Parkanlagen nicht übernutzt werden. Kleinere Veranstaltungen wie beispielsweise Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen, Sport- und Yogakurse können selbstverantwortlich ohne Erlaubnis der Parkverwaltung stattfinden. Geburtstagsfeiern im privaten Rahmen ebenfalls.

 Was will der Nutzerbeirat entscheiden?

Alle Parks sind unterfinanziert. Der Nutzerbeirat will z.B. verhindern, dass zum Gelderwerb Werbeveranstaltungen oder Märkte im Park stattfinden. Er will aber auch mitreden, welche Veranstaltungen wo stattfinden können und sollen (z.B. Kunst-Veranstaltungen, Konzerte und Ausstellungsprojekte). Vor allem soll der Park durch seine Nutzer weiterentwickelt werden. Er ist Teil einer grünen Innenstadtlandschaft und soll mit den Grünflächen im Umland verbunden werden. Es gibt bereits Überlegungen und Vorplanungen von solchen Parkerweiterungen nach Süden und nach Norden. Eng damit verbunden sind das Fußwegenetz (20 grüne Hauptwege) und das Radwegeroutennetz. Beides wird bereits von der Senatsverwaltung weiterverfolgt und teilweise umgesetzt. Dabei wollen wir als kompetente Personengruppe weiterhin mitreden und Entscheidungsempfehlungen erarbeiten.

Warum machen die bisherigen Personen nicht weiter?

Das bisherige Gremium besteht aus Behördenvertretern und Privatpersonen, die sich gerne für das Gemeinwohl engagieren. Um aber auch demokratisch anerkannt zu werden, müssen sich diese Personen im 2-3 jährigen Rhythmus wiederwählen lassen. Allerdings möchte nicht jede/r das ewig machen und es möchten auch andere Parknutzer mitreden. Deshalb brauchen wir auch neue Mitstreiter/innen.

Wer soll kandidieren?

Kandidieren sollen vor allem Personen, denen der Park am Herzen liegt, die ihn – wenn auch nicht optimal – aber wichtig finden und ihn auch häufig nutzen. Schließlich ist er für viele Radfahrer ein Teil ihres Arbeitsweges, ihrer Erholungspause oder ihrer Freizeit. Aber es gibt viele Örtlichkeiten, die nicht ausreichend attraktiv gestaltet sind und somit wenige Aufenthaltsqualitäten beinhalten. Es gibt immer noch Personengruppen, die nicht ausreichend „bedient“ werden, weil diese etwas anderes als Angebot brauchen. Solche Anforderungen möchten wir gerne diskutieren, weiterplanen und mitentscheiden.

Bin ich als Kandidat geeignet?

Wichtig ist die Begeisterung und das Engagement, sich mit andern Engagierten demokratisch auseinandersetzen zu wollen und nicht jedem, aber möglichst vielen Interessen Raum zu geben. Viele Entscheidungen brauchen Ideen und eine intensive Auseinandersetzung, da sich manche Interessen und Nutzungen ausschließen. Deshalb ist auch gegenseitiger Respekt und Spaß an der fairen Diskussion nötig, damit auch Kompromisse möglich sind.

Im Vorfeld der Kandidatenwahl laden wir euch ein, mit uns unsere Erfahrungen auszutauschen:

  • Am Mittwoch, den 29. Oktober 2014 um 18 Uhr
  • im Vereinsheim der Kleingartenkolonie Potsdamer Güterbahnhof (POG)
  • (am Besten erreichbar vom Eingang Bülowstraße 69 vor der Hochbahn (U 1), am Kopf der Treppe erster Weg nach rechts oder per Rad am Kopf der Rampe rechts)

Siehe auch folgende Artikel

Wahlveranstaltung Nutzerbeirat Gleisdreieck am 6. 11. 14 Flyer_A5

flyer-nutzerbeirat-6-11-14
Flyer Nutzerbeirat Gleisdreieck Wahlveranstaltung 6.11.14, Vorderseite

 

flyer-nutzerbeirat-6-11-14-R
Flyer Nutzerbeirat Gleisdreieck Wahlveranstaltung 6.11.14, Rückseite

 

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