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Wahlen zum Nutzer_innenbeirat für Gleisdreieck- und Flaschenhalspark

Am 6. November 2014 von  18 bis 20 Uhr in der Hector-Peterson-Oberschule soll ein neuer Nutzerbeirat für den Gleisdreieck- und den Flaschenhalspark gewählt werden. Bis 31. Oktober können Interessierte ihre Kandidatur anmelden, per Email an folgende Adresse: n.rheinlaender@gmx.de.

Der zukünftige Nutzerbeirat wird drei bis viermal im Jahr tagen. Gewählt werden 5 Anwohnervertreter plus 5 Stellvertreter_innen, also insgesamt 10 Personen. Dazu kommen „gesetzte“ Akteure, also Vertreter von Projekten im Park und von wichtigen Anrainern. Diese sind: die Quartiersräte vom Schöneberger Norden und Magdeburger Platz, die  Kleingärtner POG, die Beachvolleyballer, der Rosenduftgarten, das Deutsche Technikmuseum, die Firma Hellweg und die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck e. V. Weiter  kommen dazu  die Vertreter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der beiden Bezirke Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg und der Grün Berlin GmbH. Wenn alle mitmachen, wird immer ein großer Raum gebraucht.

Die erste Infoveranstaltung zur Wahl des Nutzerbeirats fand statt am 25. September 2014 und verlief enttäuschend. Außer den Eingefleischten gab es nur zwei Hände voll neue Besucher, so dass unklar ist, ob am 6. November tatsächlich eine Wahl zustande kommt, die diesen Namen verdient.

Wenn ich mit Nachbarn darüber spreche, stelle ich fest, dass es nicht nur an der zurückhaltenden Öffentlichkeitsarbeit liegt. Es gibt zwei große Fragezeichen: „Wozu einen Nutzerbeirat, der Park ist doch schon fertig“ und „Das ist doch bloß eine Scheinbeteiligung, die da oben machen doch was sie wollen“

Der Park ist doch schon fertig!

Im Prinzip ja. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen einem Park und einem Bauwerk. Ein Park wächst und verändert sich mit den Jahreszeiten und mit den Jahren. Die Bäume, das Gras, die Blumen auf dem Ökoschottern, die Gärten, die verschiedenen Nutzer, die Parkpfleger alle tragen bei zum einem sich stetig verändernden Bild. Die Gartenpflege kann rigoros alles Neue wegschneiden oder großzügig Veränderungen zulassen. Und gelegentlich gibt es Anlass einen Baum zu fällen. Da ist es schon wichtig, dass da die Grün Berlin GmbH nicht schnell und einsam entscheidet, sondern auch Parkbesucher mitreden dürfen.

Im Jahr 2017 wird läuft die sogenannte „Entwicklungspflege“ aus, die zur Zeit von der Grün Berlin GmbH gemacht wird. Dann gehen die Flächen an die Bezirke über, die sicher nicht soviel Geld haben werden für ständige Müllabfuhr, Graffitibeseitigung, Security usw. Was dann?– wird auch ein wichtiges Thema des neuen Nutzerbeirats sein.

Und es gibt Flächen, die noch ungestaltet sind, z. B. der südliche Teil des Westparks mit dem Übergängen Richtung Bautzener Brache und in den Wannseebahngraben. Hier wird es in den nächsten Jahren darauf ankommen, möglichst zurückhaltende und naturschonende Lösungen zu finden. Wer die Auseinandersetzungen um die Gestaltung des Grünzugs im Wannseebahngraben mitverfolgt, weiß, das dies nicht einfach wird.

Das ist doch bloß eine Scheinbeteiligung . . .

Der neue Nutzerbeirat hat wie die Projektbegleitende Arbeitsgruppe Gleisdreieck nur eine beratende Funktion. Aber: die Beteiligten bleiben im Gespräch, es fließen Informationen und je besser die Ratschläge, um so größer die Chance, damit etwas zu bewirken. Auch wenn gute Ratschläge allein manchmal nicht ausreichen. Zwei Beispiele aus den letzten Jahren.

Die historischen Spuren entlang der Möckernstraße wurden fast komplett der Parkplanung geopfert. Die Jahre 2007 bis 2009 waren tatsächlich ein Tiefpunkt in der Bürgerbeteiligung am Gleisdreieck. Zahlreiche Entscheidungen fielen explizit gegen das Votum der gewählten Anwohnervertreter. Die 17 Bauminseln im Ostpark sind ein schwacher Trost und lassen erahnen, was möglich gewesen wäre.

Besser lief es ab 2010 beim Westpark. Dazu trug bei ein externer Moderator, der Landschaftsplaner Martin Seebauer und die Tatsache, dass der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einen runden Tisch eingerichtet hatte zum Konflikt Kleingärten-Sport, an dessen Ende der Erhalt der Kleingärten und der Bau des Sportplatzes auf dem Dach der Firma Hellweg stand. Nun konnten Atelier Loidl und die Grün Berlin GmbH nicht mehr am ursprünglichem Plan festhalten, der das Abräumen der Gärten vorsah. Vor ein paar Monaten war die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo zu Besuch in Berlin. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zeigte ihr den Marktplatz in den Kleingärten. Heute ist die Verwaltung also oft stolz auf das, was die Bürger mühsam gegen die Verwaltung erkämpft haben. Dies gilt im Übrigen auch für den Park als Ganzes. Ohne den Einsatz der Bürgerinitiativen gäbe es hier diesen Park nicht, sondern die sogenannte Westtangente, eine Stadtautobahn.

Ratschläge allein bringen nichts, es braucht immer auch Unterstützung von außen. Ohne politischen Druck geht es nicht.

Noch ein aktuelles Beispiel. Auf dem ersten Entwurf für das Flugblatt zur ersten Infoveranstaltung am 25. 09. 14 war noch die Rede vom Gleisdreieckpark, Flaschenhalspark und Grünzug am Wannseebahngraben. Auf Wunsch des Bezirks Tempelhof-Schöneberg wurde der Begriff Wanseebahngraben gestrichen. Reine Behördenwillkür, ein Versuch die Bürgerbeteiligung zu lenken und nicht über das zu reden, was die Leute bewegt.

Ohne unabhängige Moderation geht es nicht

Zu Denken gibt, dass der Landschaftsplaner Martin Seebauer, der am Gleisdreieck eine positive Rolle als Moderator gespielt hat, nun als Planer im Auftrag des Bezirks am Wannseebahngraben zur Eskalation beigetragen hat – so empfinden es die beteiligten Anwohner. Siehe Bericht eine Anwohnerin hier: https://gleisdreieck-blog.de/2014/05/31/bericht-von-der-planwerkstatt-am-24-05-2014-im-rathaus-schoeneberg/ Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig eine wirklich unabhängige und kompetente Moderation ist, die es im neuen Nutzerbeirat hoffentlich geben wird.

Gibt es eine unabhängige Moderation, wird der Bezirk es nicht verhindern können, dass der Wannseebahngraben dort zum Thema wird. Spätestens, wenn es um den Übergang zwischen den beiden Parkteilen an der Yorckstraße geht. Und dann wäre es hilfreich, wenn auch eine Anwohnervertreter_in vom Wannseebahngraben mit dabei wäre.

Wer kandidieren möchte, kann sich bis zum 31. 10. 2014 per Email bei folgender Adresse melden: n.rheinlaender@gmx.de.

Wahl zum Nutzer_Innenbeirat am 06.11.2014 von 18-20 Uhr in der Hector-Peterson-Oberschule, Eingang vom

Tempelhofer Ufer 15,

10963 Berlin-Kreuzberg.

 

Wahlveranstaltung Nutzerbeirat Gleisdreieck am 6. 11. 14  Flyer_A5

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Flyer Nutzerbeirat Gleisdreieck Wahlveranstaltung 6.11.14, Vorderseite

 

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Flyer Nutzerbeirat Gleisdreieck Wahlveranstaltung 6.11.14, Rückseite

 

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