Eine andere Welt ist pflanzbar.

Nachruf auf Dr. Elisabeth Meyer-Renschhausen

Am 27. August 2022 hat uns Elisabeth verlassen. Sie wurde 73 Jahre alt. Wir werden sie vermissen.

Elisabeth war die Gärtnerin in der Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck e. V. Als in der informellen Phase des Parks 2005 wir gemeinsam mit dem Ökowerk die historischen Getreidesorten Einkorn und Emmer in der Nähe zum Aufgang von der Wartenburgstraße aussäten, war sie die treibende Kraft. Ein Jahr später war sie dabei, als wir die historischen Kartoffelsorten anpflanzten. Sie stellte den Kontakt her zum Verein Süd-Ost-Europa, der dann die Felder des Ökowerks ergänzte mit Tomaten, Bohnen und vielem anderen. Der Garten Rosenduft ist das einzige Projekt aus der informellen Phase des Parks, das bis heute wächst und gedeiht.

Mit Gärtnern lässt sich die Welt besser machen. Das war Elisabeths Überzeugung – am Gleisdreieck, mit dem Almendekontor auf dem Tempelhofer Feld, mit ihren Büchern und Lehrveranstaltungen arbeitete sie dafür. Sie lebte nach dem Satz

Eine andere Welt ist pflanzbar.

Trotz ihres Kampfes mit dem Krebs war sie aktiv bis zuletzt, das letzte Fernsehinterview mit ihr wurde im Garten Rosenduft aufgezeichnet, noch ist es nicht gesendet. Machs gut Elisabeth!

Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, den 15. September um 10 Uhr auf dem alten St.-Matthäus-Kirchhof in der Großgörschenstraße.

Texte von Elisabeth

Ein andere Welt ist pflanzbar
Chronik des Gemeinschaftlichen Gärtnerns auf dem Gleisdreieck
Artikel von Elisabeth auf diesem Blog am 6. 08. 2011

Gärtnern fast attraktiver als Sex
Rede von Elisabeth zur Eröffnung des Westpark am 31. Mai 2013

Elisabeth im Garten Rosenduft, Juli 2022,  Foto Begzada Alatovic
Vorbereitungen für die Ansaat von Einkorn und Emmer im Fühjahr 2005, Anhalter Güterbahnhof nähe Aufgang von der Wartenburgstraße
Einkorn und Emmer im Sommer 2005
Nach der Ernte im Herbst 2005
Frühjahr 2006
Sommer 2007
Elisabeth Meyer-Renschhausen und Christophe Kotanyi  in der Galerie der Wildkräuter von Alex Toland, 2006

 

4 Kommentare zu “Nachruf auf Dr. Elisabeth Meyer-Renschhausen

  1. Ich habe Elisabeth nur kurz gekannt,aber ich bin sehr dankbar für den Gedankenaustausch mit ihr. Sie hat die Selbstversorgung durch Gartenbau und ihre Geschichte hier in Berlin sichtbar gemacht. Liebe Elisabeth, danke für Deine Inspirationen und blühende und fruchtbare Gemeinschaftsgärten! Ich werde Dir einen Garten pflanzen! Gerlind/Winni

  2. Eine Weisheit, die dem chinesischen Kulturraum zugeschrieben wird:

    Willst du einen Tag lang glücklich sein, so musst du dich betrinken.
    Willst Du eine Woche lang glücklich sein, so schlachte ein Schwein und feiere ein Fest.
    Willst Du ein Jahr lang glücklich sein, so heirate.
    Willst Du aber ein Leben lang glücklich sein, so musst Du Gärtner:in werden.

  3. Lieber Matthias,
    Das ist unendlich traurig, dass Elisabeth gegangen ist. Urban Gardening ist im Aufschwung und wir hätten noch viel von ihr lernen können. Aber sie hat ihr Wissen ja auch weitergegeben und sind da nicht jetzt auch ganz viele, die wie Samen das ganze Wissen weiterverbreiten können? Dann würde sie in diesen Taten weiterleben!
    LG
    Jutta

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