Am 4. Juli im Ausschuss für Stadtentwicklung im Rathaus Kreuzberg

Fragenkatalog zu den Verkehrsgutachten „Urbane Mitte“ Gleisdreieck

Am 4. Juli, wahrscheinlich 18:30 Uhr, wird das Verkehrsgutachten zum Bauvorhaben „Urbane Mitte“ erneut vorgestellt, diesmal im Ausschuß für Stadtplanung im Rathaus Kreuzberg. Für diese Veranstaltung hat eine Gruppe von Anwohnern aus der Luckenwalder, Schöneberger Straße sowie vom Tempelhofer Ufer im Nachgang zur öffentlichen Präsentation am 4. Juni im Technikmuseum einen Fragenkatalog ausgearbeitet. Die Fragen richten sich an das Bezirksamt sowie den Vorhabenträger Copro mit der Bitte um Beantwortung auf der Sitzung am 4. Juli. Im folgenden der Fragenkatalog im Wortlaut :

Fragen an das Bezirksamt:

  1. Wann wird  – wie im UKVI zugesagt –  das gesamte Verkehrsgutachten zur Verfügung gestellt?
    Hinweis: das Verkehrsgutachten mit Stand August 2017 – ohne das Gutachten für die Baulogistik – wurde inzwischen auf der Website der „Urbanen Mitte“ (=UB) veröffentlicht:  Link zum Verkehrsgutachten auf der Seite Urbane Mitte
  2. Wie wird  -wie von SenUVK in der TöB-Beteiligung gefordert-  die benachbarte städtebauliche Entwicklung verkehrlich (außerhalb des B-Planverfahrens Urbane Mitte !) berücksichtigt?
  3. Wie geht der Bezirk damit um, dass durch die Planung der Urbanen Mitte, einen Teil der nachzuweisenden Parkplätze im vorhandenen Parkhaus auszuweisen, diese für den schon jetzt grenzwertigen Bestand wegfallen?
  4. Wie wird planungsrechtlich gewährleistet / sichergestellt, dass die (Statik der) Urbane(n) Mitte den Bau der geplanten S21 ausreichend berücksichtigt, wenn die DB die Kompatibilität derzeit noch nicht bestätigen kann?
  5. Es lagen am 4.6. und aus der Vergangenheit Fotos der Situation am U-Bahnhof Gleisdreieck und der Luckenwalder Straße  -mit und ohne Lieferverkehr der STATION –  vor:
    • Ist die Sicherheit des Anliegerverkehrs (Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer) zu jeder Zeit gewährleistet? Wie kann dies gewährleistet bzw. kontrolliert werden?
    • Sind bei Großveranstaltungen während der Bauzeit verkehrliche Maßnahmen vorgesehen? Wenn ja: Wer veranlasst diese?
    • Wie kann vorab eine Verbesserung der Situation erreicht werden? Derzeit gibt es keinen Gehweg vom U-Bahnhof zum Park und die Fußgänger laufen in der Kurve auf der Straße „herum“.
  6. Wird der Empfehlung des Büros Hoffmann-Leichter, die vorhandenen Ampelanlagen zu modernisieren, weil diese schon jetzt teilweise nicht ausreichend leistungsfähig sind, gefolgt? Wenn ja: wann? Die Umsetzung müsste vor Baubeginn  erfolgen. Abstimmung mit / Veranlassung durch VLB – Zeitschiene ??? (Status E bis F an Schöneberger- und Möckernstr.)
  7. Aus hiesiger Sicht ist außerdem vor Baubeginn des 1.Bauabschnitts / Bauloses eine Neugestaltung der Kreuzung Tempelhofer Ufer / Luckenwalder Straße erforderlich, wo die Baufahrzeuge des nördlichen Baufeldes ausfahren werden. Um das Queren für Fußgänger eindeutig zu regeln, ist eine Ampel notwendig. 
  8. Wie geht der Bezirk damit um, dass am Gleisdreieck  – vor allem in der Schöneberger Straße –  fließender Baustellenverkehr auf in zweiter Reihe stehenden Lieferverkehr treffen wird? Die Situation ist heute schon immer wieder kritisch / gefährlich und wird durch den zusätzlichen Baustellenverkehr noch verschärft werden. Wird dies in der vorliegenden Einschätzung berücksichtigt? 
    • Wenn nein: bilden die Untersuchungen überhaupt die Realität ab?
    • Wenn ja: welche Maßnahmen sollen diesbezüglich ergriffen werden? 
    • Hintergrund ist u.a. Folgender: Die Aussage von Hr. Wenz (OA = Ordnungsamt) bei einem Ortstermin am 12.5.2017 war diese: Ordnungsamt und Polizei gehen grundsätzlich davon aus, dass sich alle Verkehrsteilnehmer regelkonform verhalten. Auf dieser Grundlage werden O-Amt Kräfte disponiert und es wird eingeschätzt, ob ein Gebiet die prognostizierten Verkehrsströme aufnehmen kann. 
    • Genau dies ist aber  – wie vielfach durch Fotos belegt und damals auch live erlebbar –  nicht gegeben, aufgrund des dauernden verkehrswidrigen Verhaltens u.a. des Lieferverkehrs.
    • Die Mehrverkehre von (angeblich nur) 3-7 LKW/h werden viel auf der Gegenfahrbahn unterwegs sein.
  9. Kann der Bezirk veranlassen, dass die Ein- und Ausfahrtsituation im Parkhaus geändert wird? Es würde die Situation vor Ort entspannen, wenn auch am U-Bahnhof eingefahren werden könnte. Derzeit gibt es bei Parkplatz-Suchenden häufig Irritationen. 
    Hinweis: identische Frage an UB = Projektträger Urbane Mitte
  10. Wird der Vorschlag aus dem frühzeitigen Beteiligungsverfahren, den gesamten Baustellenverkehr für die nördlichen Baufelder der Urbanen Mitte direkt vom Schöneberger Ufer unter der U2 entlang zu führen (Parkplatz von Bundespolizei/BImA), weiterverfolgt?
    Da der Baustellenverkehr am U-Bahnhof in jedem Fall unter der Brücke durch muss, ist die Höhe kein Problem. Die Einfahrtssituation am Schöneberger Ufer und die Ampel müsste angepasst werden.
    Die wegfallenden Parkplätze könnte die COPRO bauzeitlich im  – in ihrem Eigentum stehenden –  Parkhaus ersetzen. Diese Lösung würde die Schöneberger Straße komplett entlasten.
    Hinweis: identische Frage an UB =Projektträger Urbane Mitte
  11. Wie wird mit der zeitlichen und räumlichen Überschneidung mit anderen großen Bauvorhaben umgegangen? z.B. Neu-/Umbau U1, Potsdamer Stammbahn, perspektivisch S21? Wer koordiniert und überwacht, dass die Beeinträchtigungen (für den Park) nicht zu groß werden?

Fragen an die Urbane Mitte (UB):

  1. Mit wievielen Bauarbeitern vor Ort rechnen Sie gleichzeitig maximal?
    Wo sind die Parkplätze für diese Bauarbeiter geplant? Erfahrungsgemäß werden diese in der Mehrzahl weder mit dem Fahrrad noch mit dem ÖPNV anreisen. 
  2. Kann die Urbane Mitte als Geschäftspartner und  (künftiger) Eigentümer beim derzeit Verfügungsberechtigten (Bauwens) bzw. bei der Parkwache Fuchs veranlassen, dass die Ein- und Ausfahrtsituation im Parkhaus geändert wird? Es würde die Situation vor Ort entspannen, wenn auch am U-Bahnhof eingefahren werden könnte. Derzeit gibt es bei Parkplatz-Suchenden häufig Irritationen. (siehe oben)
  3. Wurde bzw. wird der Vorschlag aus dem frühzeitigen Beteiligungsverfahren, den gesamten Baustellenverkehr für die nördlichen Baufelder der Urbanen Mitte direkt vom Schöneberger Ufer unter der U2 entlang zu führen, (Parkplatz von Bundespolizei/BImA), weiterverfolgt?
    Da der Baustellenverkehr am U-Bahnhof in jedem Fall unter der U-Bahn-Brücke durch muss, ist die Höhe für die Baufahrzeuge wohl kein Problem. 
    Die Einfahrtssituation am Schöneberger Ufer und die dort befindliche Ampel müsste dafür natürlich (bauzeitlich) angepasst werden.
    Die vorübergehend wegfallenden Parkplätze könnte die Urbane Mitte/COPRO temporär im  -in ihrem Eigentum stehenden-  Parkhaus zur Verfügung stellen.
    Diese Lösung würde die Schöneberger Straße komplett entlasten. (siehe oben)

Frage an die Urbane Mitte bzw. Fa. Logistik und Management Beratungsgesellschaft mbH (LMBG):

  1. Mit welchen Baustellenverkehren rechnen Sie am Tag und in der Stunde maximal, nicht durchschnittlich? 
    Hintergrund: Von ALETTO (derzeitig Errichtung eines Hotelgebäudes in der Luckenwalder Straße 1214) wird bereits für dieses kleine Bauvorhaben mit mehr Verkehr gerechnet, als in der Präsentation für die Baulose der Urbanen Mitte prognostiziert. Das ALETTO ist aber deutlich kleiner als die geplanten Einzelgebäude der Urbanen Mitte. 

Fragen an Management Beratungsgesellschaft mbH  (LMBG):

  1. Ist in den Folien der Präsentation der Wendebereich für Lkw auf den Baugrundstücken bereits berücksichtigt?
  2. Für wie viele Arbeiter  / welche Gewerke sind Unterkünfte auf der Baustelle (TU) vorgesehen? Wieviel Prozent der beschäftigten Arbeiter sind das (durchschnittlich und maximal) – vgl. „Fragen an die Urbane Mitte“)

Abkürzungen

Lost in the „Schilderwald“ . . . Blick vom U-Bahnhof in die Luckenwalder Straße, Richtung Tempelhofer Ufer / Landwehrkanal. Noch ganz ohne Urbane Mitte, „einfach nur“ PREMIUM, in Verbindung mit der Aletto-Baustelle gegenüber der STATION (und Parkhaus-Umbau „Gleispark“. Die durch die Halteverbote relativ freien Straßen (auch Schöneberger) lassen die Lkw-Fahrer – auch insbesondere der Baustellen- leider übersehen, dass hier Tempo 30 ist . . .

3 Kommentare zu “Fragenkatalog zu den Verkehrsgutachten „Urbane Mitte“ Gleisdreieck

  1. Das vollständige Verkehrsgutachten, 96 Seiten plus 100 Seiten Anlagen/Tabellen, Arbeitsstand vom 9. August LETZTEN JAHRES, ist seit dem 24.06. nun auch auf der Website der Urbanen Mitte einzusehen – man muss allerdings etwas suchen!

  2. Der Flaschenhals für Radfahrer und Fußgänger ist der gemeinsamer Geh- und Radweg im Bereich der Parkanlage westlich des Plangebiets.
    Hier treffen Radler auf engstem Raum auf Fußgänger, Skater, Familien.
    An sommerlichen Tagen und besonders auch am Wochenende ist dieses Spannungsfeld besonders gut zu beobachten.
    Verkehrsfluss und kritische Verkehrssituationen finden nicht nur auf Autostraßen statt.
    Notwendig erscheinen hier bauliche Maßnahmen, insbesonders eine Verbreiterung des gemeinsamen Weges für Fußgänger und Radfahrer, einem der wenigen autofreien Verbindungen zwischen Schöneberg/Tiergarten und Kreuzberg.

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