Erkenntnisse im Sandsturm

Plädoyer für einen autofreien Gleisdreieck-Park

Wer in den letzten Tage auf der Baustelle über den Potsdamer Güterbahnhof (auch Westpark genannt) spazieren gegangen ist , dem ist vielleicht auch soviel Sand um die Ohren geflogen, wie dem Autor dieser Zeilen. Zwischen U-Bahnhof Gleisdreieck und Beachvolleyball ist eine Sandpiste eingerichtet. Während die Smarts und BMWs an mir vorbeiziehen, denke ich kurz an die Rallye Paris-Dakar. Anschließend reibe ich mir den Sand aus den Augen und frage mich, wie konnte die Grün Berlin GmbH es zulassen, die eigene Baufreiheit so einzuschränken? Ist das die Ursache dafür, dass der Westpark erst 2014 und nicht 21013, wie ursprünglich geplant, eröffnet werden soll?
Diese Info – Eröffnung des Westparks erst 2014 – hatte die Senatsverwaltung am Rande des  Wahlkampfspaziergang der SPD mit Lars Oberg und Junge-Reyer gegeben. Später bei der Lektüre des Protokolls vom Stadtplanungsausschuss des Bezirks F’Hain-Kreuzberg vom 03. 05. 11 wird mir dann klar, warum diese neue Sandpiste eingerichtet wurde. Zitat aus dem Protokoll:

Ferner äußert BzBm Herr Dr. Schulz sein Unverständnis über die Stellungnahme, denn Grün Berlin GmbH hat in Abstimmung mit SenStadt eine Fläche (die als Beachvolleyballfeld genutzt wird) vermietet und vertraglich einen Straßenzugang zugesichert. Nach Verkauf des Geländes an ‚Hellweg’ konnte die Vertragserfüllung (Zugänglichkeit) nicht mehr sichergestellt werden. ‚Hellweg’ hat sich in intensiven Gesprächen (auch in Anwesenheit von SenStadt) bereit erklärt mit hohem eigenen Kostenaufwand in die ‚Abfangwand’ eine Rampe zur Erschließung des Volleyballfeldes einzubauen.

Ein Anruf bei der Senatsverwaltung ergibt eine andere Informationslage. Angeblich sei im Vertrag für den Beachvolleyball nur eine Erschließung für Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge vorgesehen. Nachfragen bei der Grün Berlin GmbH bleiben ohne konkrete Antwort. Auf der Website von Beach61 wird jedoch deutlich, dass die Piste für alle Besucher gedacht ist („Bitte fahrt nur Schrittgeschwindigkeit, um extreme Staubbildung zu vermeiden“). Egal, was da nun drinsteht im Vertrag und bzw. welche Desinformation dem Wahlkampf geschuldet ist: Ein Park muss autofrei sein, insbesondere der Gleisdreieck-Park, der im Kampf gegen die Autobahn Westtangente entstanden ist. Was in Zukunft für die Kleingärtner gilt – Zufahrt nur noch für Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge – das muss auch für den Beachvolleyball gelten. Ein paar Minuten Fußweg ist auch den Besuchern vom Beach61 auf dem Weg zur sportlichen Betätigung zuzumuten. Wozu gibt’s eigentlich das Parkhaus Debis?

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