Risikoanalyse fehlt – nur 1 Meter Abstand zwischen den Hochbauten der Urbanen Mitte Süd und der Nord-Süd-S-Bahn

Bis auf einen Meter sollen die geplanten Gebäude der Urbanen Mitte Süd an den Tunnel der Nord-Süd-S-Bahn heranrücken. Unverständlich, warum die Deutsche Bahn da nicht auf einen größeren Abstand bestanden hat, unverständlich auch, dass die Autoren des Plans nicht von selbst einen größeren Abstand vorgesehen haben. Wenn da in der Bauzeit etwas passiert, wie beim Alexanderplatz mit der U2, wären hier 300.000 Fahrgäste täglich betroffen. Warum sollte man ein solches Risiko eingehen?

In einer ausführlichen Stellungnahme hatte der Verein zur Förderung der Umweltverträglichkeit des Verkehrs e.V. (VUV) schon während der Auslegung des Bebauungsplans im Winter 2021 auf das Problem aufmerksam gemacht, was jedoch in den weiteren Planungen nicht berücksichtigt wurde. In einer aktuellen Pressemitteilung führt der VUV nun erneut aus, dass das Risiko nicht ausreichend abgesichert sei. 

Ein Zitat aus der Stellungnahme des VUV:

. . . Die wesentlichen Schritte, die vor der Festsetzung eines Bebauungsplanes und vor der Schaffung von Planungsrecht durchgeführt werden müssen sind:

  1. Umfassende Risikoanalyse
  2. Umfassende und im transparenten Verfahren erstellte Baugrundgutachten durch anerkannte Fachleute
  3. Benennung von finanziellen Auswirkungen und Übernahme der Verantwortung durch den Bauträger
  4. Hierzu können auch die Definition, die Nutzung und der Neubau von Ersatzstrecken gehören.
  5. Sicherung der Finanzierung durch Eintragung im Grundbuch und einvernehmliche Abstimmung mit Finanzierungsinstituten.

Es ist einer der wichtigsten Aufgaben eines Bauleitplanverfahrens, ausreichende Vorsorge zu treffen und die öffentlich rechtlichen Interessen sicherzustellen. Dieses ist hier aus welchen Gründen auch immer nicht geschehen. Keineswegs können derartige Gesichtspunkte, ausgeblendet werden. Ein Architektenwettbewerb oder Investorenplanungen oder -vereinbarungen können öffentlich rechtlich keine Präjudizien schaffen.

Der Senator wird gebeten, an dieser Stelle die verkehrliche Infrastruktur und das öffentliche Interesse neu zu bewerten. Die Abgeordneten sollten diesem Bebauungsplan ihre Zustimmung verwehren. Es ist problemlos möglich, in größerem Abstand Gebäude zu errichten . . .

Link zur Stellungnahme des VUV vom 22.02.2026, PDF-Dokument

3 Kommentare zu “Risikoanalyse fehlt – nur 1 Meter Abstand zwischen den Hochbauten der Urbanen Mitte Süd und der Nord-Süd-S-Bahn

  1. Vor allem ist der jetzige Grundstückseigentümer/Fonds ohnehin überhaupt nicht satisfaktionsfähig. Das ist auch keine üble Nachrede, sondern problemlos in Luxemburg kostenfrei öffentlich abrufbarer Fakt:
    Der Fonds steht mit seinen Grundstücksspekulationen aus Anfang 2020 vollkommen unter Wasser, d.h. auf allen noch notierten Flächen mindestens minus 20% zum Einstandskurs. Seit Auflage 2020 konnten bloß drei von fast dreißig im Dachfonds gebündelten Projekten/Flächen vermarktet und deren Unterfonds geschlossen werden. Geplant laut Prospekt war das komplett anders, weswegen der Fonds vom Management bis 2027 als Notmaßnahme geschlossen wurde. Das nahm den Anlegern die Möglichkeit, auf zeitnahe Abwicklung und Auszahlung (mit Verlust) zu pochen. Stattdessen zahlen sie seit fünf Jahren weiter horrende Gebühren für ein gescheitertes Instrument. Anfang 2027 läuft die fondsstatuarisch letztmögliche Verlängerung der Schließung aus und dann wird es das für die Beteiligten gewesen sein.
    Man braucht kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das Grundstück unmittelbar nach B-Planbeschluss verkauft würde. Es würde dann irgendein Billigeimer von Bebauung realisiert, wir wir es schon beim Amazon-Tower gesehen haben, der keinem der strahlenden Renderings aus der Planungsphase entspricht, und etwaige Kosten im Katastrophenfall würden auf Kosten der Steuerkasse der Berlinerinnen sozialisiert, wie wir es am Alex beim U2-Fiasko ja schon erlebt haben. Von den Zumutungen im täglichen Pendlerverkehr dort über Jahre gar nicht zu schreiben.
    Für so einen totalen BS im Amt gehörten der Herr Bausenator und seine Beamteska am Fehrbelliner Platz dann aber auch in Haftung genommen bis zur letzten Micky-Mouse-Krawatte. Die kommt dann ins XBerg-Fhainer-Kiezmuseum…

  2. Der Fußboden der St. Matthäus-Kirche am Kulturforum zeigt seit dem Neubau eklatante Risse ins Fußboden und Hand. Der Bau von Tiefgaragen verursachte in einer Wohnung einen Riss in der Außenwand des benachbarten Altbaus im 4. Stockwerk. Das kenne ich aus eigenem Bereich, wieviele solcher “Nebenwirkungen” sind überhaupt erfasst und man ist ihnen auf den Grund gegangen? Ich habe da ein sehr ungutes Gefühl.

    1. Ein Schildbürgerstreich sonderngleichen…aber es wären ja im schlimmsten Fall nur 300.000 Fahrgäste täglich betroffen….was ist das schon gegen die Knete, die dabei verdient wird!

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