Ist die Abendschau noch ganz dicht?

Möglichst viele Wohnungen = Nachverdichtung = Urbane Mitte Gleisdreieck ?

Mit der Frage „wie kriegen wir in Berlin möglichst schnell viele Wohnungen“ und der Antwort „Nachverdichtung“ wurde gestern in der Abendschau ein Bericht anmoderiert, in dem es im zweiten Teil um das Projekt „Urbane Mitte Gleisdreieck“ ging.

Für dieses Projekt passt die Anmoderierung jedoch gar nicht. Denn die „Urbane Mitte Gleisdreieck“ist so urban, dass hier ist keine einzige Wohnung geplant ist. Auch das Stichwort Nachverdichtung passt nicht, unterstellt es doch, es gäbe schon einen Bebauungszusammenhang, der ergänzt und dadurch verdichtet wird. Genau dies ist hier nicht der Fall.

Link zum Bericht der Abendschau

Das Bahngelände des Gleisdreieck ist ein historisch entstandener Freiraum in der Stadt. Durch das Projekt „Urbane Mitte“ wird er unkenntlich gemacht, verkleinert und verschattet, nicht nachverdichtet. Ausführlich kommt Dr. Vogel als Vertreter der Investoren zu Wort. Er berichtet, man habe mit 5000 Flyern, Zeitungsanzeigen und einem Cafémobil im Park die Anwohner zur Beteiligung eingeladen. Nicht berichtet wird, dass die Flyer bei den direkten Anwohnern in der Schöneberger und Luckenwalder Straße gar nicht angekommen sind, so dass diese erst von den Veranstaltungen erfahren haben, als alles schon vorbei war. Nicht berichtet wird, dass während der ersten Veranstaltung der „Bürgerdialog“ übertönt wurde von den Abrissbaggern, die das Ringbahnviadukt zertrümmerten.

Der Bericht über den ersten „Bürgerdialog“ am 25. und 26. 11.2014

Urbane Mitte Berlin-Gleisdreieck, 26. November 2014, Abriss des Ringbahnviadukts from matthias bauer on Vimeo.

 

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Ein Kommentar zu “Möglichst viele Wohnungen = Nachverdichtung = Urbane Mitte Gleisdreieck ?

  1. Schade,
    dass von dem historischen Bauwerk, dessen Viaduktbögen in der Urbanen Mitte „erstmals einem öffentlichen Publikum geöffnet werden“ sollen (Seite 197/253 der Begründung vom 16.08.2017 zum B-Plan),
    ein nicht unerheblicher Teil bereits vor 3 Jahren unwiderbringlich zerstört wurde.

    Und dass ein Großteil der Viadukte ursprünglich von öffentlichem Straßenland nicht zu sehen war, zurückhaltend gestaltet und nicht als prägend beabsichtigt (ebenfalls S. 197)?
    Nun: damals war es noch kein Denkmal, sondern ein funktionelles Bauwerk!
    Das aber inzwischen unter Schutz gestellt wurde … und gesehen (nicht komplett eingebaut) werden sollte.

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