Kein Aprilscherz

Gleisdreieck-Park von der Polizei geräumt

Vor einem Jahr hatte ich die Befürchtung hier in einem Artikel ausgesprochen, der Park könnte wegen Überfüllung geschlossen werden, weil die Corona-Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Nun gestern Abend war es soweit. Mit Lautsprecherdurchsagen wurden die Besucher erst aufgefordert Abstand zu halten und Masken zu tragen, schließlich wurde der Park gegen 21 Uhr geräumt. Ein Video des Tagesspiegels zeigt das Leben im Park am Nachmittag vor der Räumung.

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Schon Tags zuvor hab ich den Park so voll erlebt wie selten. Mir schien, tausende von jungen Leuten hätten sich verabredet, nach einem langen Winter sich endlich wieder und genau hier zu treffen, von allen Eingängen strömten sie herein, Zusammensetzung sehr international. Das Zusammensein beeindruckend friedlich, in Gruppen sitzend, spielend – Lebenslust pur. Aber Masken waren Fehlanzeige, Corona kein Thema.

Etwas abseits, vom Café Eule aus war ein sehr hoher Geräuschpegel wahrzunehmen, einfach weil es so viele waren. Ein Grundrauschen auf hohen Niveau – zum Glück ohne Bässe aus Boxen. Die einzelnen verhalten sich normal, aber durch die große Zahl von mehreren tausend Besuchern entsteht doch ein sehr hoher Geräuschpegel, in dem das Quietschen der U2 kaum noch durchdringt.

Bei der großen Zahl von Besuchern kann das mit den vorhandenen Toiletten nicht funktionieren, und ich vermute, die meisten wissen gar nicht, dass es überhaupt Toiletten gibt und gehen dann direkt in die Büsche.

Für den Park ist diese einen große Herausforderung, jetzt nochmal verstärkt wegen Corona. Mit den Ergebnissen des runden Tisches allein wird dies kaum zu meistern sein.

Kommunikation und Information war ein Schwerpunkt im Ergebnispapier des Runden Tisches. Aber wie die Tausenden erreichen?

Link zum Polizeibericht

11 Kommentare zu “Gleisdreieck-Park von der Polizei geräumt

  1. Wenn der Park weiterhin so etwas wie ein Erholungsgebiet für alle sein soll, muss auf jeden Fall dringend etwas passieren! Warum scheint es so zu sein, dass in dieser Stadt keine Regeln und Gesetze durchgesetzt werden? Mir ist es ein Rätsel, dass in diesem Park scheinbar jeder machen darf, was er will und es niemanden schert. Seit neuestem fällt auf, dass es immer mehr Jugendliche gibt, die – gerne zu zweit – mit Elektroscootern durch den Park heizen, unter völliger Missachtung von spielenden Kindern und Spaziergängern. Soweit ich weiss, ist das nicht erlaubt, ich habe aber noch nie jemanden gesehen, der das kontrolliert. Ich selbst habe mir natürlich nach freundlichem Ermahnen, auch um meine Kinder auf dem Basketballplatz zu schützen, über den zwei von den Scootern rasten und Vollbremsung übten, natürlich ärgste und aggressive Beschimpungen eingefangen.

  2. Hallo Peter Berger, wir wohnen bereits seit 24 Jahren an der Dennewitzstrasse. Da gab es den Park noch gar nicht. Den AnwohnerInnen nun vorzuwerfen, dass sie ja bewusst an einen Park gezogen sind, ist frech und ignorant. Denn den Park gibt es erst seit 7 Jahren. Selbst wenn wir wegziehen wollten: wohin denn? Die inzwischen horrenden Mieten in Berlin kann sich kaum mehr ein Normalverdiener leisten. Oder besorgen Sie uns allen gleichwertige und preisgleiche Wohnungen? Auf das Angebot würden wir dann gerne eingehen!
    Sie haben offensichtlich nur die neuen Mieter und Wohnungseigentümer an der Flottwellstr. und dem Möckernkiez im Blick. Die alteingesessenen Anwohner, die teils schon seit 50 Jahren hier leben, ignorieren Sie völlig. Tatsächlich haben aber alle – alteingesessene als auch neu zugezogene – das Recht auf Nachtruhe und das Recht darauf, nicht durch einen von Parkbesuchern zugeschissenen, zugepinkelten und zugemüllten Park und Kiez laufen zu müssen.
    Der Sozialneid, der sich gegenüber den neuen Bewohnern an der Flottwellstr und des Möckernkiez in der Debatte um das Kippen des Parks am Gleisdreieck auftut, ist erschreckend und hat nichts mit den Problemen im Park zu tun.
    PS: ich wohne im ehemaligen sozialen Wohnungsbau und gehören zu den sogenannten Geringverdienern.

  3. Hallo Peter, hallo Dieter, ich bin-sowas gibt’s auch-am Landwehrkanal am Ende vom Fraenkelufer geboren und ausgewachsen (nicht in schwäbischen Landen). Party, Alk und Kiffen gab’s da auch schon, allerdings hatten wir andere Spiele als Flaschenzerschmeißen. Wir fuhren zur Outdoorparty mit dem 19er oder 29er an die Grunewaldseen oder sogar bis zur Havel. Kein Anwohner, kein Ärger! Ich meine schon, dass die Einhaltung der Parkordnung ein Cityleben erträglich macht, auch dass zu sozialem Leben auf engeren Raum gehört, auf Mitmenschen Rücksicht zu nehmen, seinen Müll (zu vermeiden oder) mitzunehmen, sich vorzustellen, dass meine laute Musik nicht alle anderen erfreut… Auch der coronafreie Sommer 2019 war nicht bestimmt von ‚love and happyness‘, sondern nachts von Vandalismus und aggressiver Brüllerei etc.

  4. Als Anwohnerin (ohne dreifach verglaste Fenster) sondern im Altbau mit eher recht maroder Aussenfassade vis a vis zum Westpark höre ich auch das nächtliche Treiben darin. Ich höre allerdings auch den weitaus grösseren Lärm der Grossbaustelle Dennewitzstrasse, auf der täglich ein Kommen und Gehen Hunderter Bauarbeiter aus allen möglichen Gegenden und aller möglichen Gewerke
    herrscht, dicht gedrängt auf Gerüsten, in den Innenräumen und Containern.
    Da trägt niemand Maske, höchstens beim Bauleiter baumelt mal eine am Kinn.
    Da wird niemand kontrolliert, ermahnt, verscheucht.

  5. Ich begrüße diese Vorschläge:

    1. Personelle Verstärkung der Parkwächter und im Sommer deren Präsenz auch nachts

    2. Verstärkung der Polizeipräsenz im Sommer

    3. 2-3 zusätzliche WC-Anlagen

    4. Mehr und größere Abfallkörbe

    Ich leide nicht unter dem Lärm aus dem Park, obwohl meine Wohnung zum Park liegt (beim Garten Rosenduft). Nicht weit von meinem Schlafzimmerfenster befindet sich sogar eine Parkbank, auf und neben der oft und lautstark gefeiert wird.

    Aber meine Fenster sind dreifachverglast und deshalb gut schallisolierend. Zusätzlich benutze ich Ohrenstöpsel und kann gut schlafen. Frischluft kommt aus der zentralen Lüftungsanlage, die mit einem Wärmetauscher und Feinstaubfilter ausgestattet ist. Ein gewisser Luxus, den nicht wenige der Mittelstandssiedlungen rund um den Park haben.

    Die Unterschriftenliste der BI lag bis zum 10. Juli über eine Woche in meinem Haus aus. Es unterschrieben 6 von 25 Bewohnern. Ob noch jemand online unterschrieb weiß ich nicht.

    Eine leere Unterschriftenliste der BI hing erneut bis Anfang August eine Woche lang am Whiteboard in unserem Treppenhaus. Es unterschrieb niemand.

    Ich kenne nur eine weitere Person aus meinem Haus, die mal zu einem Treffen der BI gehen wollte.

    Was ich nicht will ist Sachbeschädigung, Brandstiftung, Körperverletzung, Landfriedensbruch, Drogenhandel, Vermüllung, Urin und Fäkalien im Gebüsch.

    Feiern dürfen von mir aus die jungen Leute weiterhin.

    Leben und leben lassen.

  6. Gäbe es kein Corona, würdet ihr euch wegen der Lautstärke aufregen, wenn die Schwaben an einen öffentlichen Park ziehen, dann müssen sie auch mit lauten Nächten rechnen, es wird sogar noch zunehmen, die Leute müssen ja irgendwohin. Es wird sicher mit täglichen Einsätzen zu rechnen sein, mit den angrenzenden Mietern habe ich null Mitleid.

    1. Du solltest vielleicht wissen, dass die Genossenschaft Möckernkiez ein von der Kreuzberger Nachbarschaft gegen Investoren hart umkämpftes Wohnprojekt ist. Es geht um Rücksichtnahme auf Natur und Menschen, wenn wir uns über den allnächtlichen Vandalismus beschweren. Komm vorbei und schaue.

  7. Seit den ersten warmen Tagen im Februar!! haben wir nächtliche lautstarke Cliquen im Ostpark. Keine Temperatur scheint auch nach 22 Uhr zu niedrig zu sein, um rumzugrölen, Flaschen zu zerdeppern, auf dem Spielplatz seine Notdurft zu verrichten und Berge an Müll zu hinterlassen.
    Tagsüber dröhnen Musikanlagen zwischen Familien und Erholungsuchenden auf engstem Raum.
    Als Anwohnerin kann ich nur dankbar sein, dass Aerosole sinken und nicht wie der Schall aufsteigen.
    Wer glaubt daran, dass freundlich-kreative Schilder Abhilfe schaffen?
    Wer glaubt daran, dass dieser kostenlose Spaß bei Cluböffnungen endet?

  8. Die Leichtigkeit des Seins….
    Der Mensch braucht Luft und Liebe zum Leben, – das kann man nicht dauerhaft verbieten. Es wäre Lebensverneinend.

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