Anwohner*innen werden aktiv

Unterschriftensammlung und Runder Tisch gegen Ballermann am Gleisdreieck

An vielen Stellen im Park hängen kleine Zettel mit der Überschrift „Schluss mit Ballermann im Gleisdreieckpark!“  Eine langjährige Anwohnerin aus der Dennewitzstraße hat die Initiative ergriffen und fordert den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die Senatsverwaltung auf, endlich etwas gegen die nächtlichen Partys und die damit einhergehenden Verwüstungen und Zerstörungen zu unternehmen. Hier der Aufruf im Original:

Schluss mit Ballermann im Gleisdreieckpark!

Liebe Anwohner*innen, liebe Parknutzer*innen,

seit Jahren geht es mit dem Park am Gleisdreieck bergab. Kreischend laute Partys bis in die Morgenstunden, Zerstörung des Parks, der Pflanzen und Bäume durch Vandalismus. Im Park wird in jede Ecke, auf Wege, in die Pflanzenbeete oder vor den Türen der Kleingärten uriniert und geschi….. An den liegen gebliebenen Essensresten vor allem der nächtlichen Partys schlemmen die Ratten. Zerbrochene Bierflaschen pflastern die Wege und Wiesen nach den nächtlichen Partys. Das Mobiliar der Cafes im Park wird nachts mutwillig zertrümmert. Wir Anwohner*innen können keine Nacht mehr schlafen, da die laute Musik und das ohrenbetäubende Geschrei selbst durch die Schallschutzfenster dringt.

Wir wollen die Zustände nicht weiter hinnehmen. Der Park sollte ein Naherholungsgebiet für alle sein, und kein Party-Hotspot für einzelne. Daher haben wir nun eine Initiative gegründet.

Im ersten Schritt werden wir Unterschriften von Anwohner*innen, Parknutzer*innen und Kleingärtner*innnen sammeln, um endlich Gehör beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und der Senatsverwaltung zu bekommen. Denn das Problem ist nicht neu und corona-bedingt, sondern besteht seit mindestens 5 Jahren. Es ist in diesem Jahr lediglich noch massiver geworden.

Ein Runder Tisch ist in Planung. Der Termin steht derzeit noch nicht fest.

Wer an der Initiative und/oder am Runden Tisch interessiert ist: einfach Mail schreiben an:
b.k.seiferth[at]gmx.de
Wenn du in die Whatsapp Gruppe aufgenommen werden willst, damit du immer auf dem Laufenden bist, sende auch deine Handynummer.

Wer Unterschriftenlisten führen möchte:
Wichtig ist, dass diese Unterschriften dann auch bei uns ankommen und nicht irgendwo vergessen werden. Wenn das nicht gewährleistet werden kann, dann lieber keine Unterschriften sammeln.

Ich freue mich über viele Mitstreiter*innen

Beate K. Seiferth (Anwohnerin seit 23 Jahren)  

Aufruf und Unterschriftenliste können hier als PDF-Dokumente geladen werden:

Update 02.07.20202:

Am Montag sprach die Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe in der RBB-Abendschau über den Party-Bedarf unserer Stadt. Berlin sei eine junge Stadt, in der man schon bei einstelligen Temperaturen draußen sei. Für die Jugend und zum Wohle der Tourismusbranche müssten Feiern unter freiem Himmel möglich sein, bei gleichzeitiger Einhaltung von Abstandsgeboten, zeitlicher Beschränkung wegen des Lärmschutzes und Begrenzung der Anzahl der Partygäste. Berlin habe doch so viele grüne Flächen, so viele Brachen, die dafür geeignet seien.

So viele Brachen?

Das sind genau die Flächen, die in den letzten 30 Jahren kontinuierlich verschwunden sind, die ehemaligen Bahnflächen, die Mauerstreifen, die verlassenen Industriegebiete, die großen und kleinen Baulücken.

Das meiste ist weg. Und was noch da ist, wird in naher Zukunft zugebaut werden. Nur an wenigen Stellen sind die ehemaligen Brachen zu gestalteten Parks geworden, wie am Gleisdreieck und am Mauerpark. Doch dort – wie auch in den älteren Parks – zum Beispiel im Viktoriapark und im Volkspark Wilmersdorf – stößt die nächtliche Nutzung an Grenzen, bzw. überschreitet sie. Einhaltung von Abstandsgeboten, zeitliche Beschränkung wegen des Lärmschutzes und Begrenzung der Anzahl der Partygäste – ein frommer Wunsch angesichts der realen Ereignisse.

In jedem Club gibt es soziale Kontrolle, Aufpasser, die dafür sorgen, dass die Location nicht überfordert wird, die Partys nicht aus dem Ruder laufen und es gibt Leute, die saubermachen und am nächsten Morgen aufräumen.

Bei den informellen Partys in Parks fehlt die Instanz, die dafür sorgt, dass nicht in Spielplätze gekotzt wird, nicht in Sandkästen uriniert, keine Feuer gelegt werden und nicht mit Flaschen umher geworfen wird.

Gibt es Ideen, wie die informellen Partys zivilisiert werden könnten? Und gibt es Orte, die weit genug von Wohngebieten entfernt sind, um bis in die Morgenstunden feiern zu können?

Ohne diese Ideen und ohne geeignete Orte, bleibt nur Ratlosgkeit – oder die polizeiliche Lösung.

5 Kommentare zu “Unterschriftensammlung und Runder Tisch gegen Ballermann am Gleisdreieck

  1. haben wir hier wieder ein Beispiel für Links-Spiessertum?

    Wir haben eine tolerante Stadt:

    In der Hasenheide die Drogendealer, im Gleisdreieck das Partyvolk.

    In der Stadt hat jeder seinen Platz

    ….. und das ist gut so!!

    .

    1. Ja zum, zum Erholen, und du schläfst mitten im Sommer gern bei geschlossenen Fenstern? Glaub ich nicht.
      Deine Art Erholung bringt die Nachbarn um den Schlaf und macht den park kaputt. Siehe die Beiträge weiter unten.
      Denk einfach mal drüber nach.
      Oder fällt das mit vollgedröhnter Birne schwer?

    2. Tom- und am nächsten Tag räumen dann andere für Dich/Euch/die feiernden den Müll weg, kehren die zerbrochenen Glasflaschen zusammen, beseitigen die mutwillige Zerstörung und pflanzen die zertrampelten und geschützten Beete neu?
      Klar!

      Das Partyvolk sägt gerade am Ast auf dem sie sitzen…. wenn der Park so hinterlassen wird wie er vorgefunden wird und Rücksicht auf Flora, Fauna, Anwohner und Ruhe suchende Parkbesucher genommen wird wäre alles super…. aber das klappt ja scheinbar nicht 🤷‍♂️

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