Für Fahrradfahrer

Umgestaltung der Monumentenbrücke begonnen

In diesen Tagen hat die Umgestaltung der Monumentenbrücke begonnen. Bauarbeiter vor Ort berichten, dass sie eine Mittelinsel anlegen werden auf der Monumentenstraße am westlichen Ende der Brücke sowie zu beiden Seiten der Brücke ca. 1,7 m breite Radstreifen.

Mit den Radstreifen soll ein Lückenschluss bewirkt werden. Der Nord-Süd-Fahrradweg aus dem Ostpark des Gleisdreieck kommend läuft im Flaschenhals auf der Ostseite der Bahn. An der Monumentenbrücke wird der Weg 6 m nach oben geführt über eine Rampe, um dann auf der Brücke hinüber auf die Westseite zu führen. Dort geht es dann wieder hinunter ins Bahngelände, um weiter Richtung Südkreuz zu fahren. Bisher haben die meisten Fahrradfahrer dafür den südlichen Bürgersteig der Brücke genutzt. Mit der Neugestaltung werden ihnen nun echte Fahrradstreifen angeboten, die von der Fahrbahn mit Markierungen abgetrennt werden. Die ca. 30 Parkplätze auf der Südseite der Brücke werden dafür entfallen.

Querschnitt-mit-zwei-Fahrradwegen
Wenn die Aussagen der Bauarbeiter vor Ort richtig sind, wird die Brücke entsprechend diesem Querschnitt umgestaltet. Fahrradstreifen zu beiden Seiten, die Parkplätze auf der Südseite der Brücke entfallen. Die Abbildung stammt aus dem „Verkehrsgutachten- Fernradweg Berlin – Leipzig, Monumentenbrücke + Bahnhof Südkreuz“ des Bezirks Tempelhof-Schöneberg.

Für die Fahrradfahrer, die von Südkreuz Richtung Gleisdreieck fahren, ist die Umgestaltung perfekt. Für die, die in umgekehrter Richtung unterwegs sind, nicht. Deswegen werden sich viele Fahrradfahrer nicht an die neue Verkehrsregelung halten. Denn wer von Nord nach Süd unterwegs ist, müsste auf knapp 200 Metern zweimal die Fahrbahn der Monumentenstraße überqueren – und dabei auch noch an der Ampel Monumentenstraße/Kreuzbergstraße warten. Das werden die meisten Fahrradfahrer nicht mitmachen, sondern stattdessen weiter den südlichen Bürgersteig der Brücke nutzen.

Eine echte Verbesserung für alle wird es erst geben, wenn der Fahrradweg auf der Westseite der Bahn durchgängig benutzbar wird – zwischen S-Bahn und Bautzener Straße bis zur Yorckstraße, dort über die Brücke Nr. 5 über die Yorckstraße, dann durchs Yorckdreieck am Baumarkt Hellweg vorbei in den Westpark des Gleisdreieck. Das wäre die ideale Route – ohne unnötiges Hoch und Runter an der Monumentenbrücke. Ob diese Route jemals realisiert werden kann, ist zur Zeit völlig unklar.

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10 Kommentare zu “Umgestaltung der Monumentenbrücke begonnen

  1. Die Situation ist jetzt vollkommen katastrophal: Die Parkplätze auf der Südseite sind geblieben, dafür wurde dort kein Radfahrstreifen (Pflichtradweg), sondern ein Angebotsstreifen angelegt. Der endet irgendwann im Nichts, dort, wo sich die Fahrspur in die Geradeausfahrspur und Linksabbiegespur teil. Es gibt weiterhin keine legale Möglichkeit, von der Straße die östliche Rampe zu erreichen.

    Wer dagegen vom Potsdamer Platz Richtung Südkreuz unterwegs ist steht vor noch größeren Problemen: Die Rampe endet auf dem Gehweg, gefolgt von einem weißen Gitter. Man kann dem Gehweg etwas nach rechts folgen zu einer Ausfahrt. Von dieser Stelle aus lassen sich aber alle Ampeln der T-Kreuzung nicht einsehen. Der Radfahrer darf also nach gut Glück oder – wenn keine Autos kommen – über die Straße auf den Pflichtradweg (!) der Nordseite fahren. Diesen darf er dann am Brückenende verlassen um sich zwischen die zwei Inseln zu flüchten. Problem: Entgegen der ursprünglichen Planung, bei der der Radfahrer einfach hätte geradeaus fahren und hinter der Insel halten können, muss er jetzt am Ende des Pflichtradwegs die ganze Fahrspur nach links überbrücken. Dafür endet aber der Pflichtradweg viel zu spät. Der Pflichtradweg muss früher enden, damit sich Radfahrer besser in den Autoverkehr mischen können.

    Als letzte Änderung wurde nun aus dem weißen Gitter ein Teil entfernt. Radfahrer können jetzt von der Rampe illegal das kurze Stück über den Gehweg direkt auf die Straße fahren. Da kommen sie aber mitten in der Geradeausspur VOR der Ampel heraus – also mitten im Verkehr. Einziger Vorteil jetzt im Vergleich zur anderen Variante mit der Ausfahrt: Man kann jetzt erkennen, welche Farbe die Ampel hat! Also wenn diese Ampel rot zeigt und aus der anderen Straße auch niemand kommt und niemand an der roten Ampel den Weg blockiert, dann kann man gefahrlos auf den Pflichtradweg wechseln.

    Das Ganze ist an Absurdität und Gefährlichkeit nicht mehr zu überbieten.

    Weshalb kein Zweirichtungsradweg? Weshalb nicht einfach den südlichen Gehweg in westlicher Richtung freigeben?

  2. Die neuen Radstreifen sind nach nur rund 6 Wochen schon wieder verschwunden. Seit Montag vergangener Woche (20.6.) wird die Fahrbahn der Monumentenbrücke erneuert. Dazu wurde die alte Fahrbahn – auf der erst im April die völlig neue Markierung mit Radstreifen aufgebracht wurde – komplett abgetragen.

    Das ist wirklich eine absurde Verkehrsplanung und eine Verschwendung von Steuerplanung.

    Der Bezirk muss sich fragen lassen, wie es zu einer solchen Fehlplanung kommen kann.

  3. Wenn ich es richtig sehe, ist eine Lücke in der Planung noch die Lenkung des Radverkehrs auf die Monumentenstr. Richtung Katzbachstr. Seit der Eröffnung des Flaschenhalsparks hat der Radverkehr auf dem Bürgersteig zwischen dem Lokdepot und der Eylauer Straße stark zugenommen. Vor dem Kinderladen Monumentenbande kommt es wöchentlich zu gefährlichen Situationen zwischen Eltern, Kindern und Radfahrern.

  4. „Deswegen werden sich viele Fahrradfahrer nicht an die neue Verkehrsregelung halten.“

    Zutreffende Aussage zum Verhalten vieler Radfahrer. Wenn’s ein bischen unbequem wird, werden eben die Regeln gebrochen…

    1. Es ist nicht unbequem, sondern gefährlich. Ein Radler, der vom Flaschenhals südlich über die Rampe zur Monumentenbrücke gelangt, steht vor einem Metallgeländer und selbst wenn der Radfahrer sich an diesem vorbei auf die Straße bewegt, dann gibt es hier weder Überweg noch Ampel. Daher fahren fast alle auf dem südlichen Fußweg.

  5. Dann wäre doch hier die ideale Lösung, sowohl einen Radweg in Ost-West-Richtung auf der nördlichen Seite der Brücke einzurichten, als auch einen Doppel-Radweg für beide Richtungen auf der südlichen Brückenseite. Der Preis: auch die Parkplätze auf der nördlichen Seite aufzulösen. Eine Brücke, auf der Bewegung ist, finde ich alle mal attraktiver fürs Stadtbild als zugeparkt und schwer verdaulich (fürs Auge). Man sähe die Brücke wohl kaum, würde sie plötzlich transparent gemacht, weil nichts mehr draufsteht.

  6. Eine (Teil)Lösung des Problems wäre, einen breiten Fahrradweg auf der Südseite der Monumentenbrücke in beide Richtungen anzulegen, dann entfällt das zweimalige Kreuzen der Monumentenstr. auf dem Weg zum Südkreuz. Dazu könnte man die Poller auf der Südseite der Brücke entfernen und einen Teil des Bürgersteigs in eine Spur des Radwegs umwandeln.

    1. Ein Zweirichtungsfahrradweg wie an der Bülowstraße auf der Südseite der Monumentenbrücke wäre sicher genau das Richtige, wenn es nur um die Lücke im Nord-Süd-Fahrradweg gegangen wäre. Die Monumentenbrücke ist aber auch Teil einer Fahrradroute in Ost-West-Richtung. Wenn also jemand aus der Kreuzbergstraße Richtung Kleistpark fährt, müsste er bei einem Zweirichtungsfahrradweg auf der Südseite der Monumentenbrücke am östlichen Anfang der Brücke auf die andere Straßenseite wechseln und dann am westlichen Ende der Brücke wieder zurückwechseln. Auch dabei hätte wohl kaum ein Radler mitgemacht.
      Die Praxis wird wahrscheinlich so aussehen: Fahrradweg und Bürgersteig auf der Südseite der Brücke werden von Radlern, die in Nord-Süd-Richtung unterwegs sind, in beiden Richtungen, also wie ein Zweirichtungsfahrradweg genutzt werden, der Fahrradweg auf der Nordseite der Brücke wird von Radlern genutzt werden, die in Ost-West-Richtung unterwegs sind. Die Verwaltung wird sagen, dass nicht sie für das Chaos auf der Südseite der Brücke verantwortlich sei, sondern die undiszplinierten Fahrradfahrer.

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