Wenig durchdachte Intervention zum geplanten Hellweg-Baumarkt im Yorckdreieck

SPD und Grüne in Tempelhof-Schöneberg vergessen den Sport

Gemeinsam haben Abgeordnete der Grünen und der SPD Tempelhof-Schöneberg einen  Antrag zum geplanten Hellweg-Baumarkt im Yorckdreieck verfasst, der in der kommenden Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 27. 10. 2010 im Rathaus Schöneberg behandelt werden soll. Hauptsächlich geht es den Autoren des Antrags um eine andere Lage des Gebäudes auf dem Grundstück.

Die Abgeordneten  fordern, dass sich das Gebäude  innerstädtisch darstellt und sich der Yorckstraße zuwendet. Offensichtlich stellen sich die Abgeordneten unter „innerstädtisch“ eine Art Blockrandbebauung an der Yorkstraße vor, mit Fassaden ohne Blech, mit Schaufenstern und Haupteingang direkt zum am Gebäude entlangführenden Bürgersteig. Durch eine Tordurchfahrt sollen die Besucher mit Autos zu den Parkplätzen kommen, die im hinteren Teil des Grundstücks angeordnet werden sollen. Leider verlieren die Abgeordneten keinen Gedanken daran, dass ja auch der Sport auf dem Gebäude platziert werden soll.

Lageplan Hellweg, Yorckdreieck, vom 7. 10. 2010
Lageplan Hellweg, Yorckdreieck, vom 7. 10. 2010

Im zuletzt veröffentlichen Plan von Hellweg lag der Fußballplatz auf dem Dach des Gebäudes in der nördlichen Spitze des Grundstücks. An dieser Stelle hat der Sportplatz ausreichend Abstand zu den Wohngebäuden der gegenüberliegende Seite der Yorckstraße. (Normalerweise wird in Bebauungsplänen mindestens 120 m Lärmabstand zwischen Sportplatz und Wohnbebauung vorgesehen.)  Wenn das Gebäude mit dem Sportplatz auf dem Dach nun aber direkt an die Yorckstraße gerückt wird, wird dieser Abstand wesentlich verringert – und der Sportplatz könnte nicht realisiert werden.
Es ist bekannt, dass das Yorckdreieck von der U-Bahnlinie U 7 unterfahren wird.  Eine Überbauung des U-Bahntunnels bedeutet großen konstruktiven Aufwand mit entsprechenden Kosten. In dem von Hellweg vorgelegten Plan ist der Baumarkt genauso platziert, dass er nicht auf dem U-Bahntunnel liegt.
Die Frage des Sports und der schwierigen Überbauung des U-Bahntunnels sprechen allein schon gegen eine Bebauung am Rand zur Yorckstraße. Ein weiterer Punkt wäre die Verstärkung der Lärmproblems. In einer zweiseitig bebauten Straße wird der Autolärm viel intensiver wahrgenommen durch die Schallreflektionen von beiden Seiten.
Die Forderung, das Gebäude an der Yorckstraße wie eine Blockrandbebauung zu gestalten, bringt also mehr Nachteile als Vorteile, sie opfert den Sport einer fragwürdigen Gestaltungsidee. Hier sind andere Lösungen möglich.  Denn „innerstädtisches Gebäude“ muss nicht heißen „Blockrandbebauung“. Gebäude können bei entsprechender Gestaltung und mit einem gestaltetem Vorplatz auch als freistehende Gebäude großstädtisch wirken.

Die zweite Forderung der Abgeordneten bezieht sich auf die Zugänglichkeit. Einerseits wird gefordert, dass die Zufahrt nach Geschäftsschluss dichtgemacht wird, andererseits soll es dort eine gesonderte  Zuwegung auch für Fußgänger geben über das Gelände des Yorckdreiecks in den Gleisdreieck-Park und natürlich auch zum Sportplatz auf dem Dach des Baumarktes. Diese  Zugänge müssen natürlich auch außerhalb der Geschäftszeiten funktionieren, damit sie Sinn machen. Die Widersprüchlichkeit in dem Papier von SPD und Grünen – einerseits der Wunsch nach öffentlicher Durchwegung, aber nach Geschäftsschluss soll das Ganze geschlossen sein – macht das Problem deutlich. Hier eine  Lösung zu finden wird nicht einfach sein, dogmatische Forderungen machen das nicht leichter.

In der dritten Forderungen des Antrags geht es um die alte Yorckbrücke Nr. 5. Da heißt es, „dass der Weg (in Verlängerung der Brücke Nr. 5 nach Norden) in geradem oder weiträumig geschwungenem Verlauf nach Norden in den Gleisdreieck-Park übergeleitet wird.“ und weiter „Die Hinterbauung des Widerlagers mit einem Discounter – nach derzeitigem Planungsstand – wird strikt abgelehnt“. Dass der über die Brücke kommende Weg nicht abrupt abknicken soll, ist verständlich.  Dass jedoch die „Hinterbauung mit dem Discounter“ pauschal abgelehnt wird, macht die Sache nicht einfach. Es gibt rund 30 alte Yorckbrücken, die mitsamt ihren Widerlagern unter Denkmalschutz stehen. Lediglich drei dieser Brücken sind nach bisherigem Planungsstand gesichert, da sie für die Nutzung im Zusammenhang mit dem Gleisdreieckpark instandgesetzt und genutzt werden sollen. Da ist viel zuwenig, um die eindrucksvolle Passage der Yorckbrücken langfristig zu erhalten. Wenn nun eine  vierte Brücke gerettet werden kann – und sei es dadurch, dass der über die Brücke führende Weg über das Dach eines Discounter weitergeht, könnte das für alle Beteiligten eine gute  Lösung sein. Herr Semer von Hellweg, hat ja auf der Veranstaltung am 7. 10. 2010  im Rathaus Kreuzberg schon zugesichert, dass  der über die Brücke kommende Weg weiterführen wird. „Da wird es eine technische Lösung geben . . .“, sagte er.  Es wäre sicher hilfreicher, hier an einer praktischen, machbaren und architektonisch interessanten Lösung zu arbeiten, als auf einem konservativem – aber letztlich kaum durchsetzbarem – Denkmalschutz zu beharren.

Nachtrag am 3. 11. 2010

Nun liegt der Ergänzungsantrag zur Drucksache-1595_xviii vor.

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15 Kommentare zu “SPD und Grüne in Tempelhof-Schöneberg vergessen den Sport

  1. schön zuzusehen wie sich um den hingeworfenen Knochen gebalgt wird.
    Erinnere mich daran als ich vor 36Jahren in meine Bautzener Straße gezogen bin.Habe nie darunter gelitten,daß die Yo eine Rennpiste ist.Gewundert nur darüber,daß das
    friedliche Nachkriegsgrün die Güterbahnrückstellungslage des Anhalter Bahnhofs zuwuchs.
    Dann die Ur Ideen der Süd West Tangente bis hin in die heutige zeit wo wir eigentlich immer noch Ruhe und Natur haben können.
    Wer erinnert sich aus dem Schöneberger Bereich an die letzte goldene Saal Versammlung in der
    die Planung des Verbinders Südkreuz zum Potsdamer Platz undiskutiert den Weg auf der östlichen Seite über die Monumentenbrücke verschwieg.
    Da war ne Falle und alles kaprizierte sich auf den Abgang Bautzener mit Treppen und Betonrampen vor dahinter und unter der Monumentenbrücke hindurch.?
    Weiter soll es gehen und zwar Grün beiderseits über die Brücke 5 zu den bereits durchgeplanten Grünflächen auf der Kreuzberger Seite.
    Alles andere führt an diesem Hauptthema vorbei .

  2. Hier ist kein Porzellan zerschlagen worden, lieber Rolf, obwohl ich manchmal das Gefühl nicht los werde, dass du dir das wünschen könntest. Der Beschluss hätte auch ohne Klarstellung rechtzeitig deutlich gemacht, dass wir in Tempelhof-Schöneberg Beratungsbedarf haben. Wären wir dir gefolgt, dann hätten wir uns 4 Beratungsmonate damit Zeit gelassen.

    Jetzt gibt es in der Tat die Möglichkeit Klarstellungen und Korrekturen anzubringen, aber auch dieser Beschluss wird nicht in Stein gemeißelt sein. Es geht um Anregungen an das Bezirksamt in der Nachbarschaft und nicht um Anweisungen. Der Beratungsprozess beginnt auch mit dem Beschluss erst. Bei dir könnte man den Eindruck gewinnen, das wir bereits am Ende des Verfahrens sind oder das es sich um eine Gesetzesvorlage handelt.
    Dem ist nicht so. Es wird auch nicht der letzte Antrag zu diesem Thema sein. Demokratische Planungsprozesse haben etwas dynamisches und vom Schwadronieren verändert sich nichts, sondern nur mit einer unaufgeregten, hartnäckigen Sacharbeit, die konkrete Vorschläge entwickelt. Dazu bist auch du herzlich eingeladen.

    Jörn Oltmann

    1. Hallo Herr Oltmann,
      Sie schrieben in Ihrem gestrigen Kommentar, dass der Text des Antrags nochmal verändert wurde und zwar ergänzt um folgenden Satz “ . . . Die Lage des Baukörpers soll dabei nicht verändert werden und der Planung vom 12.4.2010 entsprechen. . .“. Auf den Internetseiten des Bezirks ist der geänderte Antrag Drs. Nr. 1595/XVII zu finden mit dem Titel „Austauschseite“ und datiert vom 26. 10. 2010. Aber der von Ihnen zitierte Satz fehlt darin.

  3. Ich reibe mir zwar nicht verwundert die Augen, weil ich weiß, weshalb und wie die Änderung des Antrags zustande kam und auch die Überweisung, die bis zum Schluss auf der Kippe stand –das hat doch einiges an Zeit und Überzeugungsarbeit gekostet. Nicht nur das. Obwohl jetzt so eloquent über die Änderung und Überweisung geschrieben wird, ist vorher einiges an Porzellan zerschlagen worden. Eines aber ist klar, wenn nicht Matthias Bauer in dem Blog die gleiche Ansicht bzgl. der Lage des Baukörpers vertreten hätte, wie ich ohne Erfolg schriftlich und mündlich gegenüber der Grünen-Fraktion in der BVV T-S, wäre der Antrag ohne Änderung auf der Konsensliste durch gewunken worden.

    Einmal davon abgesehen und ohne aus dem Nähkästchen plaudern zu wollen, sollte sich doch der eine oder andere Beteiligte einmal an die Nase fassen und sich Gedanken darüber machen, ob das gewählte Verfahren mit den eigenen Ansprüchen an demokratische (Planungs-)Prozesse kompatibel ist. Die Angelegenheit hätte sich gelohnt, wenn entsprechende Schlüsse daraus gezogen werden.

    Jetzt Besteht die Möglichkeit, in der Sitzung des Stadtplanungsausschusses eigene Anregungen, Vorschläge Änderungswünsche einzubringen. Wenigstens das hat die Auseinandersetzung gebracht. Davon sollte nun ausgiebig Gebrauch gemacht werden!

    Rolf Brüning
    Bü90/GRÜNE BVV Fraktion T-S

  4. Moin, Moin!

    Der o.g. Antrag ist gestern einstimmig von der BVV in den Stadtplanungsausschuss (Mi, 10.11.2010, 17 Uhr, Rathaus Schöneberg, vermutlich Raum 1110 im 1. OG, bitte ggf. Pförtner fragen) überwiesen worden.

    Zuvor haben wir eine Klarstellung im Punkt 1.3 des Antrags aufgenommen. Es heißt jetzt: „1.3 Die Bebauung auf dem Grundstück ist so zu disponieren, dass sich der Baukörper zur Yorckstraße hin orientiert und der Parkplatz im hinteren Grundstücksbereich angeordnet wird. Die Lage des Baukörpers soll dabei nicht verändert werden und der Planung vom 12.4.2010 entsprechen….“ Der Text geht dann weiter wie vorher.

    Herzliche Grüße

    Jörn Oltmann

  5. Hallo,
    was mich in dem Zusammenhang deutlich mehr als ein Fußballplatz auf dem Hellweg-Baumarkt interessiert, ist die Frage, ob sich an dieser exponierten Stelle nicht ein architektonisch überzeugender und in seiner energetischen Qualität geradezu herausragender Großmarkt erstellen liesse.

    Das könnte für den Eigentümer ein auch in der Öffentlichkeit sehr gut darzustellendes Beispiel dafür sein, dass sich ökonomische Interessen und Notwendigkeiten durchaus mit ökologisch äußerst anspruchsvollen und beispielhaft in die Zukunft weisenden Konzepten verbinden lassen.

    Wenn der ‚Hellweg-Baumarkt‘ im Yorckdreieck vom Eigentümer, von allen verantwortlich Beteiligten und der [Fach-]Öffentlichkeit gerade auch unter Berücksichtigung seiner energetischen Qualität Aufmerksamkeit erhalten würde, so wäre das sicherlich kein Nachteil.

    Freundliche Grüße
    Holger Schnaars

  6. Guten Morgen!

    Lieber Herr Bauer,

    ich gebe zu, dass hier eine missverständliche Formulierung vorliegt, aber das Gebäude soll in seiner LAGE nicht verändert werden. Es geht um die Orientierung der Schaufenster und des Einganges.

    Zudem kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man im vorderen Teil auf den einen oder anderen Parkplatz verzichtet und eine fußgängerfreundliche Zuwegung zum Eingang schafft. Damit finden die Parkplätze nur noich im hinteren Teil des Grundstückes statt.

    Zum Sport: Wie ich bereits schrieb werden die Anforderungen für den Sportplatz noch weiter eingebracht und konkretisiert werden. Wir sind am Anfang eines Verfahrens und nicht am Ende bei der endgültigen Festlegung.

    Herzliche Grüße

    Jörn Oltmann

  7. Guten Abend!

    Auch wenn schon zum Anliegen des Antrages das Eine und Andere sehr rirchtig geschrieben worden ist, möchte ich in gebotener Kürze die GRÜNE Position deutlich machen, die wir zusammen mit der SPD als Antrag eingebracht haben:

    1. Die Yorckstraße erträgt eigentlich schon viel zu lange eine fortgesetzte städtebaulich mangelhafte Situation um es vorsichtig zu formulieren. Das Vorhaben des Hellweg-Baumarktes wird von uns nicht in Frage gestellt, auch wenn wir nicht wirklichh einen Mangel an Baumärkten erkennen können, aber es muss erlaubt sein Verbesserungen einzufordern, damit das Vorhaben nicht eine Entwicklung fortschreibt, die dem Kiez nicht guttut. Die Lage des Gebäudes wird auch mit dem vielfach zitierten Punkt 1.3 in unserem gemeinsamen Antrag nicht verändert. Vielmehr geht es um das Zusammenspiel von Fußweg und Schaufenster, um Orientierung des Einganges zu oder weg von der Yorckstraße und ob das Gebäude insgesamt zur Yorckstraße nicht eine direkte Sicht braucht.

    2. Wie Christoph Götz richtig schreibt, brauchen wir endlich bei solch gelagerten Vorhaben eine gesonderte Zuwegung für Fußgänger. Es kann nicht sein, dass dem Parkplatz-Fetischismus ohne eigenen Fußweg Rechnung getragen wird. Insgesamt finden wir die Parkplatz-Anzahl bedenklich, weil es zusätzlichen Verkehr in die Yorckstraße ziehen wird. Dies wird aber Gegenstand des zu erstellenden Verkehrsgutachtens im B-Plan-Verfahren sein.

    3. Richtig finden wir, dass wir auch unter dem Gesichtspunkt von Gendermainstreaming den bestehenden Angstraum an der Yorckstraße nicht einfach fortschreiben wollen. Mit Licht und einer Öffnung des Geländes, dass sich an die Geschäfts- und Sportzeiten orientiert, werden hierzu die entscheidenden Eckpunkte gesetzt.

    4. Wir sind am Anfang eines Verfahrens und ich bin mir sicher, dass hinsichtlich des Sportes die Anforderungen weiter eingebracht und konkretisiert werden. Klar ist, dass mit dem rot-grünen Antrag die Sportzeiten nicht gefährdet sind.

    5. Natürlich lässt sich aus jedem politischen Vorgang eine parteipolitische Debatte machen. Da der Antrag in Tempelhof-Schöneberg nun auch die CDU als Antragsteller nennt und per Konsens morgen in unserer BVV beschlossen werden wird muss man ihn nehmen wie er ist: Als Stellungnahme und Positionierung für Schöneberger Interessen. Das ist unsere vornehmste Aufgabe, kann aber nicht als Angriff oder Affront gegen wen auch immer in Friedrichshain-Kreuzberg gewertet werden. Es geht um wichtige Anregungen und Parteinahme für den betroffenen Kiez.

    6. Die Anbindung der Yorckbrücke Nr 5 im Norden und im Süden muss jetzt nachgearbeitet werden. Wir hätten es sehr begrüßt wenn beide Bezirksämter frühzeitig entsprechende (Wege-)Rechte gesichert hätten. Für den südlichen Teil werden wir wohl einen Vorrratsbeschluss auf den Weg bringen müssen, der den ominösen Investor „Schröder“ erst für den Fall der Fälle wirklich bindet. Es soll ja Mitarbeiter geben, die für beide Bezirksämter gearbeitet haben und dennoch nicht tätig geworden sind um öffentliche Interessen zu wahren. Auch das ist nicht wirklich eine parteiploitische Debatte…

    Viele bündnisgrüne Grüße

    Jörn Oltmann
    Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen
    in der BVV Tempelhof-Schöneberg

    1. „Die Lage des Gebäudes wird auch mit dem vielfach zitierten Punkt 1.3 in unserem gemeinsamen Antrag nicht verändert.“ Dieser Satz von Herr Oltmann ist falsch. Denn im Antrag wird explizit gefordert, die Parkplätze in den hinteren Teil des Grundstücks zu verlegen und das Gebäude an der Straße auszurichten mit Haupteingang, mit einem Durchfahrtstor, mit Schaufenstern usw. Das steht das so drin, Herr Oltmann, auch wenn Sie es nun nicht mehr wahrhaben wollen!
      Aber mit keinem Wort geht der Antrag auf dem Sportplatz ein. Warum eigentlich? Gerade der Sportplatz wäre ein großer Gewinn für Schöneberg Nord.

  8. Hallo Matthias!

    Danke für die sachkundige und differenzierte Analyse des gemeinsamen Antrags von SPD und Grünen. Die komplexe Aufgabenstellung des York-Dreiecks ist hier wirklich exemplarisch berücksichtigt. Sie zeigt, dass der vorliegende Antrag insgesamt eher unbedacht ist und dass verbreitete Ressentiments gegen einen „ordinären“ Baumarkt, wie sie auch schon in der Info-Veranstaltung im BVV-Saal Kreuzberg angeklungen sind, hier mitschwingen. Wer von einer großstädtischen Lösung spricht, sollte sich in der Ausstellung „Realstadt“ einmal das Modell für den „kleinen“ Potsdamer Platz auf dem Gelände des York-Dreiecks ansehen. Mit dem Projekt Schöneberger Gasometer und der Flottwellstraßen-Bebauung haben wir dann das alternative großstädtische Verdichtungs-Szenario. Hellweg wirkt dagegen dann wie das harmlose, sehr viel „kleinere Übel“. Irritiert bin ich auch, wie in der letzten Zeit mehrfach erlebt, über die mangelnde Koordination und Vernetzung von Vorgehensweisen und Anträgen der „Grünen“. Ob das eine Empfehlung für die „Grünen“ als Berliner Regierungspartei ist?!

  9. Hallo miteinander!

    Anliegen des gemeinsamen Antrags von SPD und Grünen ist es, dass Hellweg sich hier um eine gute Integration des Marktes in die bestehende Stadt- und Grünstruktur bemühen soll und nicht einfach nur bezugslos eine Kiste abstellt. Wer sich letzteres nicht vorstellen kann, möge z.B. mal zum Hellweg-Markt in der Attilastraße 52 in Mariendorf fahren. Wir Tempelhofer haben da gewisse Vor-Erfahrungen…

    1. In dem Antrag geht es darum, dass sich das Gebäude der Straße zuwendet und damit auch den Leuten, die dort nur vorbeifahren oder die von dort in den Baumarkt gehen. Derzeit ist die Planung aber so, dass sich das Gebäude nur zum eigenen Parkplatz orientiert und Kunden, die von der Straße her ( z.B. auch mit der U- oder S-Bahn) kommen, zwischen den Stoßstangen der Autos durch gehen müssen um überhaupt den Eingang zu erreichen. Das kann für einen solchen innerstädtischen Standort nicht die Lösung sein. Deshalb soll an der Straße ein vernünftiger Fußgängerzugang geschaffen werden. Abgestelltes Blech haben wir an dieser Stelle doch lange genug gesehen.

    2. Die Zugänglichkeit zum Gleisdreieck-Park und der Wunsch, dass das Gelände eingefriedet wird, sind doch kein Widerspruch: Wer die Situation nachts in der Yorckstraße kennt, wird unschwer nachvollziehen können, dass ein auch nachts offener Parkplatz (wie z.B. bei Möbel-Kraft am Sachsendamm) schwierig wäre. Dass es daneben einen immer zugänglichen öffentlichen Zuweg zum Park gibt, sollte doch selbstverständlich sein, wurde von Hellweg aber bislang vergessen. Deshalb wird er in dem Antrag gefordert. Wo ist das Problem?

    3. Dass eine frei in der Landschaft herum stehende alte Brücke gelungener Denkmalschutz sein soll, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Das sieht doch ungefähr so aus wie die isoliert stehenden neuen Autobahnbrücken, die man hin und wieder auf dem Lande sieht und bei denen noch die angeschütteten Zufahrten fehlen.
    Soll das wirklich die Lösung sein?

    Christoph Götz
    AK Bau der SPD Tempelhof-Schöneberg

  10. das Silber der demokratie sind politische Parteien
    Das Gold sind die Bürger welche neben ihrer Erwerbstätigkeit demokratische Aufgaben
    freiwillig übernehmen.
    Die Sportfrage oben ist ja bereits erörtert und jetzt find ich eine neues Wort welches meine Fragen
    rund macht.“Hinterbauung“.Der Nahversorger umbaut den östlichen UBahn eingang und bis zur
    Grundstücksgrenze östlich in Richtung norden wird der gesamte aufgeschüttete Bahndamm bis an den jetzigen Weg weggerissen. Die sonst im nichts endende Brücke5 bekommt dann einen über das Dach des Nahversorgers abbiegende Weg.
    Dann werden also nicht nur die an der gepflasterten Straße hoch zum Beach Volley wachsenden
    Büsche und Bäume verschwinden sondern besonders die kräftigen mindestens 5ausgewachsenen
    Baüme um den östlichen UBahnausgang.
    Scheinbar läuft dann sicher nur aus kosmetischen Gründen ein einsames schmales Wegeband
    kommend vom Dach des Nahversorgers an dem SBahn Gleis in Richtung Norden.
    Find ich schrecklich und glaub ich auch nicht.
    Vielmehr vermute ich hinter der Leichtbauweise des Baumarktes lediglich eine grundsätzliche
    Investition in die Zukunft eines im Wert ständig steigendes Gelände im Zentrum Berlins welches jetzt lediglich Abschreibungs Charakter hat.
    Für die Bäume da und auch die herrliche Linde u.a auf der Bautzener Seite auf der Piste zur Brücke 5
    Richtung Nord könnte vielleicht ein wirksames Mittel sein Baumpatenschaften zu übernehmen.

    Hans

  11. Hallo Matthias!
    Bitte nicht zu skeptisch und zuviel harte, vorschnelle Kritik. Der Sport wird m.E. schon nicht vergessen. Ich weiß nicht, ob Du in der einen oder anderen Schlussfolgerung und Interpretation richtig liegst!

    Ist es nicht grundsätzlich positiv zu sehen, dass endlich was in Tempelhof-Schöneberg in Bewegung kommt und auch die kommunalpoliitische, fachliche Diskussion beginnt? Wir stehen doch am Anfang. Noch haben die beiden zuständigen Bezirke das Verkehrslärmgutachten nicht, von dem doch alles weitere abhängt! Oder habe ich was falsch verstanden?

    Du kennst doch sicher auch das vom BA T-S in Auftrag gegebene Gutachten zur Yorckstraße usw.Es gibt viele Aspekte für eine nachhaltige Lösung im Yorckdreieck und bei der Nord-Süd-Nord-Durchwegung über die Yorckstraße hinweg auch westlich der´Gleise zu beachten.

    Haben wir nicht gehört, wie schnell ein Baumarkt hochgezogen wird….So schnell kann sich die Geschäftspoltik auch wieder drehen, wenn die Erlöse nicht stimmen! Und was dann?

    Also ich rege an: Weniger Aufgeregtheit und Schwarz/Weiss und mehr Gelassenheit und mehr Kommunikation!!! Die Bemühungen aller sollten auf belastbare und gute Ergebnisse für Bürger, Stadt und Stadtteil hin orientiert sein! Dabei sollten natürlich auch Investoreninteressen fair und zügig behandelt und diskutiert sowie entschieden werden!

    Auf jeden Fall sollten wir alle vermeiden: zu schnelle, aber faule Kompromisse!
    Bis demnächst
    Erko

  12. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich bedanke mich für die konstruktiven Hinweise in oben stehendem Beitrag.

    In der Tat ist bei der Formulierung des Antrags die Tunnelführung der U-Bahn nicht bedacht worden. Dies wird in der Ausschuss-Diskussion nachzuholen sein.

    Auch die den Sport betreffenden Hinweise sind wertvoll. Die SPD-Abteilung Schöneberg war wie die BVV-Fraktion und die Sportstadträtin ganz und gar nicht einverstanden mit der Friedrichshain-Kreuzberger Entscheidung gegen die Sportflächen im Westpark. Die jetzt in Rede stehende kleine Kompensation auf dem Baumarktdach sollte in der Tat nicht gefährdet werden, weder grundsätzlich noch hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit.

    Unser Wunsch nach einer urbaneren Lösung als es ein Baumarkt in der vorgestellten Planungsvariante steht allerdings in der Logik der von uns ebenfalls abgelehnten Pläne, die das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg für die Ecke Yorck-Bautzener Straße vorgestellt hatte. Das dort vorgeschlagene SelfStorage-Lager hätte die Ecke mit dem Charme eines Industriegebiets ruiniert.

    Wir wollen im Schöneberger Norden eine soziale und städtebauliche Entwicklung, die das Leben der Bewohnerschaft verbessert. Zweitklassige städtebauliche Lösungen führen zu einem weiterhin zweitklassigen Gebietsimage und helfen nicht, die Stigmatisierung des Schöneberger Nordens abzubauen.

    Einer der wesentlichen Punkte zur Verbesserung der Lebenssituation der Anwohnerinnen und Anwohner bleibt die Zugänglichkeit des Westparks. (siehe auch http://www.spd-in-schoeneberg.de/show/3711312.html). Ich räume jederzeit ein, dass der Antrag, wie im Blogbeitrag beschrieben, nicht frei von inneren Widersprüchlichkeiten ist. So ist der Wunsch nach nächtlicher Verschließbarkeit auf den ersten Blick nicht mit dem Wunsch eines ebenerdig beginnenden Zugangs zum Westpark in Einklang zu bringen. Fragen zur Zugänglichkeit der Sportfläche bleiben damit ebenso offen. Auf den zweiten Blick hängt eine Lösung aber auch mit der schlussendlichen Wegeführung zusammen.

    Die ebenerdige Wegeführung steht nicht in Konkurrenz zur Überquerung der Yorckstraße über die Brücke 5. Sie soll sie ergänzen. Wir begrüßen daher die grundsätzliche Bereitschaft der Fa. Hellweg, sich an einer Lösung zu beteiligen. Damit ist man auf der Nordseite der Brücke 5 weiter als an der Südseite.

    Das Grundstück Bautzener- Ecke Yorckstraße nicht für kommunale Zwecke gesichert zu haben, mag eine Dummheit sein, leider ist es auch eine Tatsache. Vom Erwerber ist bislang nur der Name „Schröder“ bekannt. Was „Schröder“ an der Ecke vorhat, ist bislang unbekannt. Man kann nur hoffen, dass es ein bißchen mehr ist, als es das jetzige Baurecht zulässt. Dies würde es dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ermöglichen, das Wegerecht zur Brücke im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages zu sichern. Solange sich „Schröder“ aber nicht rührt, geht an der Ecke nichts voran.

    Die Zugänglichkeit zum Westpark über die Brücke 5 ist daher gewünscht, aber nicht gesichert. Es ist daher dringendes Interesse – zumindest der Schöneberger SPD – nicht auch noch eine weitere Zugangsmöglichkeit von der Nordseite der Yorckstraße zu versperren. Sollte dies nur durch Zugeständnisse an die Urbanität möglich sein, ist unsere Abwägung klar: Der Zugang ist wichtiger.

    Mit freundlichen Grüßen

    Axel Seltz, Bezirksverordneter der SPD in Tempelhof-Schöneberg

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