Bebauungsplan-Prosa VI-140cab

Die Verschattung des Sonnendecks – geringfügig – unerheblich

Das im Westen direkt an Turm 3 angrenzende Sonnendeck auf dem Fernbahntunnel wird von den neuen Hochhäusern am 21. Juni nur vormittags für ca. fünf Stunden verschattet, wobei die Verschattung des Sonnendecks mit voranschreitender Tageszeit immer geringer wird. Ab mittags (ca. 12:00 Uhr (MESZ)) wird das Sonnendeck dann vollständig besonnt.
Gutachten zum Bebauungsplan VI-140cab, Müller BBM, Seite 23

Ähnlich sieht es aus zu den anderen untersuchten Zeitpunkten am 21. März und am 21. Dezember. Das Sonnendeck, die Holzterrassen am Tunnelmund und der mittlere Teil des Westparks – Teile der Schöneberger Wiese – werden das ganze Jahr über in den Vormittagsstunden immer für mehrere Stunden verschattet. Dennoch wird in der Begründung zum Bebauungsplan der Schluss gezogen, die Verschattung sei geringfügig.

Gutachterlich wurde bewertet, dass die Besonnung des Westparks durch die Planung nur gering beeinflusst wird und damit keine erheblichen Beeinträchtigungen durch Verschattung vorbereitet werden. Seite 71, Begründung zum Bebauungsplan IV-140cab

Was ist erheblich? Darüber kann man geteilter Meinung sein. Die mehrstündige Verschattung des Sonnendecks und des Westparks – geringfügig – unerheblich? Weil nachmittags ja die Sonne drauf scheint?

Nicht berücksichtigt wurde dabei, dass in den Nachmittagsstunden die westlich liegenden Gebäude ebenfalls (natürlich kleinere) Teile des Parks verschatten. In dem Gutachten von Müller BBM werden diese Schatten zwar dargestellt. In der Bewertung durch das Gutachten und in der Begründung zum Bebauungsplan werden sie jedoch nicht berücksichtigt.

Ein weiteres Manko des Bebauungsplans ist, dass nur die Verschattung des Westparks begutachtet wird. Dabei sind weitere Flächen und benachbarte Gebäude betroffen. In anderen Bebauungsplanverfahren werden beispielsweise die Adressen der Häuser aufgelistet, die verschattet werden und es wird berechnet, wie viel Schatten sie abbekommen und wie viel Sonnenstunden verbleiben. Das fehlt hier komplett.

Im Frühjahr und im Herbst fallen die Schatten morgens bis in die Pohl- und Kurfürstenstraße. Der Straßenraum wird verschattet und etliche Fassaden. Nachmittags fällt der Schatten bis in das Wäldchen auf dem ehemaligen Anhalter Personenbahnhof südlich des Tempodroms.

Im Sommer fallen die Schatten morgens bis in den Bülowbogen, bzw. auf die dem ehemaligen Bahngelände zugewandten Gebäudeseiten. Der Nelly-Sachs-Park ist betroffen genauso wie die östlichen Fassaden der Dennewitzstraße und das Café Eule. Nachmittags fallen die Schatten in den Park des Technikmuseums und den nördlichen Teil des Ostparks.

In den Wintermonaten wird morgens nicht nur der mittlere Teil des Westparks verschattet. Bis in die Mittagszeit wird auch der nördliche Teil des Westparks fast vollständig verschattet. In den Morgenstunden des 21. Dezembers reichen die Schatten der 90 m hohen Gebäude bis in den Tiergarten hinein, um dann kurz vor Sonnenuntergang die Kreuzung Leipziger/Friedrichstraße zu erreichen, soweit sie nicht vorher auf Gebäude fallen, die auf dieser Linie liegen.

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