Argumente

Stellungnahme einer Anwohnerin aus der Wartenburgstraße zum Bebauungsplan „Urbane Mitte Süd“

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Entscheidungsträger:innen,
sehr geehrte Mitarbeiter:innen,
wie so viele andere Bürger bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass die Realisierung des Bauprojekts mit dem doppelt wohlklingenden Namen ungezählten Kreuzberger:innen, Berliner:innen, Besucher:innen auf Jahrzehnte schwere Nachteile bringen würde.

Die großräumige weitere Umgebung, aber insbesondere der Park am Gleisdreieck mit seinen Nutzer:innen wäre massiv von einer ästhetisch deplatzierten Architektur beeinträchtigt und von ökologischen Schäden bis hin zu einem schlechteren Stadtklima bedroht. Einzelne ‚pro – forma‘ Nachbesserungen könnten die Schäden nicht abwenden.

Bitte treten Sie nicht langjähriges bürgerschaftliches Engagement mit Füßen, dem der Gleisdreieckspark zu großen Teilen seine Existenz verdankt!
Auch für die Gegenwart ist die maßgebliche Partizipation von Bürgern im Vorfeld von für sie wesentlichen Entscheidungen extrem wichtig für ein lebendiges Kreuzberg und eine lebendige Stadt.

Als engagierte Anwohnerin bitte ich Sie daher inständig, sich gegen das zu Recht oft als „brutal“ charakterisierte Bauvorhaben zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

. . .

Link zur Seite des Bezirksamts mit dem Formular, in das jeder noch bis 18. Februar seine Stellungnahme eingeben kann.

Am Eingang Hornstraße

 

5 Kommentare zu “Stellungnahme einer Anwohnerin aus der Wartenburgstraße zum Bebauungsplan „Urbane Mitte Süd“

  1. Alles oder nichts. So hat der Senat vor Jahren auch eine vernünftige Diskussion und brauchbare Ideen für das Tempelhofer Feld für Jahre in den Sand gesetzt.
    Die Fakten mittels Rodung wurden geräuschlos so geschaffen – gar nicht gut – aber jetzt muss man sehen, was zu retten ist.
    Der Blick in die Glaskugel offenbart m.E. eher ein Bedarfsrückgang der Bürokapazitäten als ein Weiter-so-wachsen des Vor-Corona-Hypes: Berlin sei die attraktiveste Stadt für die Büroflächennutzer. Bestimmt ist sie es nicht mehr für die gepriesenen Start-Ups – die brauchen billigen Raum. Der würde hier nicht entstehen.
    Aber innerstädtischer Grünraum, so innovativ gestaltet und gepflegt und von wirklich vielen, sehr diversen NutzerInnengruppen – jetzt sogar ohne Tourilast! – intensiv genutzt, ist ein Geschenk. Ich denke an die High-Line in NY, deren Verfechter jahrelang dafür kämpfen mussten, und die nun eine weltweit bekannte Attraktion ist.
    Diese geplant massive Bebauung dient nicht diesem wirklich einmalig tollen Park, sondern nur einem Verwertungsdruck.
    Wir sollten den Charakter des Parks nicht zerstören. Eine mäßige Randbebauung mit Wohnungen und – erschwinglichen – Räumen für die erwähnten Start-Ups stände einer zukunftsoffenen Stadt gut an.
    Verantwortliche, guckt über euern Tellerrand.

  2. Sorry, aber nein. Das Pandemie-Argument ist insofern ein schwaches, als dass der Vorbehalt, es gäbe schon genug Büroflächen in dieser Stadt, schon da war bevor die Pandemie ausbrach. Zweitens sind die Anzeichen auch trotz Impfstoff aktuell alles andere als „klar“ wie die Arbeitswelt nach der Pandemie aussehen wird. Man folglich noch nicht abschätzen kann, ob und wie wir zu einer Normalität wie im Zustand vor der Pandemie wieder zurückkehren werden. Das sind aktuell noch Indizien, mehr aber auch nicht. Was fernab in einer Region in Amerika passiert, die selbst für amerikanische Verhältnisse nicht allgemeingültig ist, ist für ein Bauvorhaben in dieser Stadt eher wenig aussgekräftig. Und Drittens lässt sich das Argument „wir brauchen keine weiteren Bürogebäude“ gegen jedes neue Bürogebäude ins Feld führen, ist also an und für sich kein Argument was konkret gegen dieses eine Bauvorhaben spricht.

    Worauf der Kommentator hinaus wollte, ist dass es rund um den Gleisdreieck-Park auch Menschen gibt, die die Vorbehalte der Aktionsgemeinschaft in ihrer Schärfe eben nicht ohne weiteres mittragen: „Wir müssen mal aufhören damit immer alles „schlecht“ zu reden!“ Bereits der erste Satz in der Stellungnahme offenbart, dass es seitens der AG keinen Verhandlungsspielraum gibt: „Die Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck lehnt den Entwurf des B-Plan-Entwurf VI-140 cab in Gänze ab“. Wohlgemerkt in Gänze, nicht in Teilaspekten. Als jemand der bisher still mitgelegesen hat, hinterlässt diese Absolutforderung bei mir ebenfalls den Eindruck, als ginge es um ein generelles Schlechtreden. Dazu passen auch die vom Kommentator bemängelten Schilder, denn sie beinhalten ausschließlich Argumente gegen den B-Plan mit dem klaren Aufruf zu protestieren, also ebenfalls eine Gegenposition einzunehmen. Das kann man als AG natürlich machen, aber dann sollten Sie auch so höflich sein und Menschen, die da anderer Ansicht sind, ihr Wort zubilligen statt es als Quatsch abzuwerten und mit der Würze zu garnieren, so lange nicht mehr zu diskutieren, bis das Paper EINER Positionierung gelesen wurde. Zumal die AG nur eine von vielen Einwänden sein dürfte, man also gar nicht sagen kann inwiefern die Position der AG die tatsächliche Meinung aller Interessenten vertritt. Womit wir wieder bei dem Punkt sind, dass es auch Menschen gibt, die dem Bauvorhaben eher neutral oder gar wohlwollend gegenüber stehen. Auch diese sollen, ja müssen zu Wort kommen können!

  3. Mit jeder weiteren qm-Fläche der Bebauung des Gleisdreieckparks verliert der Kietz
    seine Lebendigkeit.Wir dürfen nicht alles in Berlins Mitte zentralisieren.

    1. Als Anwohner in der Gegend bin ich heute auf die Schilder im Park aufmerksam geworden und finde dies empörend sich hier gegen das Projekt zu stellen. Auch das Vokabular welches verwendet wird, um das Projekt zu diffamieren finde ich sehr enttäuschend. In Summe finde ich den Bebauungsplan gut und wünsche eine rasche Umsetzung. Sicherlich gibt es den einen oder anderen Verbesserungswunsch, allerdings sollte hier nicht das gesamte Verfahren damit gestoppt werden. Berlin braucht Bürogebäude. Viele Startups haben tolle Ideen und wollen auch den nötigen Platz um diese umzusetzen. Das geht nun mal nicht aus dem Home Office heraus. Aktuell befindet sich an den Stellen ungenutzte Fläche, die gut bebaut werden kann. Wir müssen mal aufhören damit immer alles „schlecht“ zu reden!

      1. So ein Quatsch. Die Corona-Pandemie hat doch klar gezeigt, welche Entwicklung sich bzgl. Bürogebäuden abzeichnet. Im ganzen Silicon Valley ziehen sich die Unternehmen aus ihren Immobilien zurück. Die Krise hat gezeigt, dass Home Office oder hybride Modelle exzellent funktionieren. Und was erzählen Sie hier eigentlich von „ungenutzter Fläche?“ BRLO, B-Part und Flora & Fauna sind für mich keine ungenutzte Fläche, sondern tragen immensen Mehrwert zur Lebensqualität rund um den Gleisi bei.

        Lesen Sie sich mal die Stellungnahme der Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck durch: https://aktionsgemeinschaft-gleisdreieck.de/materialien/AGG-Einspruch-B-Plan%20VI-140cab_16-12-20.pdf

        Dann können wir gerne weiter diskutieren, aber ihre Argumentation „Bebauung = Gut. Kritik an Bebauung = schlecht“ ist bisher überaus unfundiert. Ihre einzigen Argumente von „ungenutzter Fläche“ und „Berlin braucht Bürogebäude“ habe ich soeben entkräftet.

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