Tagsüber Spielplatz, nachts Party - bis die Polizei kommt

Der Mitte-Platz im Westpark

Die Mitte-Platz im Westpark war während der Planungsphase auf große Skepsis gestoßen. Brauchen wir hier soviel Beton und Asphalt, der dann mit grünem Tartan überzogen wird! Was hat das noch mit ökologischer Ausgleichsfläche zu tun? war die Frage. Und ob die Ballspieler nicht die zahlreichen Radfahrer, die hier vorbei kommen würden, versehentlich von ihren Fahrrädern schiessen würden?

Die Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil. Der Platz unter der Hochbahn U1 ist der lebendigste Ort im ganzen Park geworden. Tagesüber sind es Kinder – mit und ohne Eltern -, die hier die kleinen Hügel mit ihren Skateboards, Rollern und Fahrrädern befahren, auf den Trampolins rumhüpfen oder Ballspielen. Gleichzeitig kreuzen sich hier die Wege in Nord-Süd und Ost-West-Richtung, auch die Verbindung zum Ostpark und zum U-Bhf-Gleisdreieck. Es ist der zentralste Verkehrsknotenpunkt des Parks und die einzige Stelle, an der es Trinkwasser gibt. Die nahegelegen Holzterrassen sind ein beliebter Treffpunkt für die etwas älteren Kinder. Alles läuft ohne Stress ab, die vorbeifahrenden Radler nehmen Rücksicht und bremsen, die Kinder rennen und spielen durcheinander, Kämpfe wie in den Fußballkäfigen, wo gelegentlich die Großen die Kleinen rausschmeißen, habe ich hier noch nicht gesehen.
Also alles ok? Zu ersten Mal hörte ich leichte Kritik auf einer Veranstaltung der Abgeordnetenhausfraktion der CDU. Dort saß Herr Groth auf dem Podium und berichtete über seine Projekte, eben auch über die Gebäude der sogenannten Flottwellpromenade. Das sei schon eine eigenartige Planung, dass da die Tischtennisplatten direkt vor seinen Gebäuden seien, bemerkte er, als wäre das Ping-Pong lauter als die beiden Hochbahnlinien der U1 und der U2. Groth war offensichtlich genervt von der Lärmproblematik. Nur – Spielplatzlärm ist juristisch priviligiert. Selbst wenn der Lärm Prinzenbadpegel erreicht, kann ein Groth da wenig ausrichten.
Anders ist jedoch in der Nacht. In den letzten Jahren war der Mitte-Platz zu einem beliebten Party-Treffpunkt geworden, bischen Musik, ein paar Flaschen Bier, schnell kamen hier Gruppen von Jugendlichen zusammen und feierten – ohne jemanden zu stören. Das hat sich nun geändert. Die ersten Häuser der Flottwellstraße sind bezogen. Natürlich rufen die Bewohner irgendwann die Polizei, wenn sie nicht schlafen können. Die kommt dann, fordert die Jugendlichen auf weiterzuziehen. Wenn die dann nicht gleich gehen, kommt noch mehr Polizei usw.

Letzte Woche soll es einen größeren Polizeieinsatz gegeben haben, obwohl die Jugendlichen nicht besonders laut gewesen sein sollen, weiß jemand genaueres?
Der Park ist ein öffentlicher Raum für alle – er sollte es auch in der Nacht bleiben können, aber wie?

Die Mitteplatz im Westpark – auch im Winter bevölkert

Ein Kommentar zu “Der Mitte-Platz im Westpark

  1. „…weiß jemand genaueres?“

    der grössere Polizeieinsatz letzte Woche galt nicht einer Ruhestörung.
    Von anderen Einsätzen habe ich nichts mitbekommen obwohl ich direkt am Park wohne, aber ich hatte mich schon gewundert, denn die Jugendlichen schreien und singen laut und die Investoren und neuen Bewohner haben ja erfahrungsgemaess über ihren Raum hinaus Begehrlichkeiten und Ansprueche. „Am Park “ ist das Hauptschlagwort waehrend der gesamten Planung, Bau- und Verkaufsphase, ueber Jahre gibt Laerm und andere grosse Beeintraechtigungen, auch an den Wochenenden und in den Abendstunden. Wenn die Wohnungen bezogen sind, stoert dann die Besitzer/Mieter das Geraeusch der Tischtennisplatte und naechtliche Parties.

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