Nadelöhr

Was steckt hinter der kurzfristigen Absage des Verkehrskonzepts für das Projekt Urbane Mitte?

Die Pressemitteilung der Anwohner Gleisdreieck im Wortlaut:

Gemauschel um die urbane Mitte am Gleisdreieck. Baustadtrat Schmidt sagt in letzter Minute die Präsentation des Verkehrsgutachtens vor den zuständigen Ausschüssen ab

Die „Urbane Mitte“, das geplante Büroareal am Gleisdreieck und vermutlich bald eine von Berlins größten Baustellen, sorgt wieder einmal für Irritationen.

Die Verkehrsproblematik – sowohl perspektivisch für das fertig gestellte Quartier als auch für die Baustellenlogistik- beschäftigt seit Monaten den Ausschuss für Stadtentwicklung. Es ist nicht jedem klar wie eine Lösung aussehen soll, verfügt doch die „Urbane Mitte“ über keine hinreichende Anbindung an das öffentliche Straßenland. Im Westen grenzt das Areal an den Park am Gleisdreieck, im Osten gibt es lediglich eine Zufahrt über die Luckenwalder und Schöneberger Straße. Diese sind bereits jetzt aufgrund der Veranstaltungen in der „Station Berlin“ regelmäßig überlastet. Nach Einschätzung der Anwohner ist die Abwicklung der Baulogistik über diese Route ausgeschlossen, der Verkehrsinfarkt wäre vorprogrammiert.
Seit Jahren dokumentieren die Nachbarn die Situation in einem Onlineblog.

Entsprechend groß ist das Interesse am vom Investor Copro beim Ingenieurbüro Hoffmann-Leichter in Auftrag gegebenen Gutachten, welches bereits seit Sommer 2017 vorliegt und dessen Präsentation in der Sitzung des Ausschusses StadtBW vom 04.10.2018 eingefordert und beschlossen wurde. Das B-Plan Verfahren wurde damals zurückgestellt: die Problematik sollte zunächst anhand des Gutachtens in den Ausschüssen beleuchtet werden. Schon in der folgenden Sitzung vom 18.10.2017 wurde dieser Aufschub jedoch zurückgenommen. Insbesondere machte sich Baustadtrat Schmidt für die Wiederaufnahme des Verfahrens vor weiterer Diskussion stark. Das in Rede stehende Verkehrsgutachten sollte zeitnah den Anwohnern und der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werde. Terminiert wurde die Präsentation im Verkehrsausschuss auf Ende November, aufgrund von Raumproblemen musste auf den 30.01.2018 geschoben werden.

Nur wenige Stunden vor der Sitzung am 30.01. wurde nun durch das Büro von Stadtrat Schmidt kommuniziert, dass das Verkehrsgutachten nicht präsentiert werden kann, da das B-Plan Verfahren läuft und weitere Erkenntnisse noch eingearbeitet werden sollen. Ein Ersatztermin soll – hoffentlich – vor der Sommerpause stattfinden. Auch die Diskussion zur Sache wurde von der Tagesordnung gestrichen, Baustadtrat Schmidt ließ sich krank melden.

Dass seit Oktober niemandem im Büro des Stadtrates oder bei den Fachplanern aufgefallen ist, dass derzeit die Behördenbeteiligung läuft und das Gutachten somit erst einmal vorläufig ist, ist angesichts des Verlaufes völlig unglaubwürdig. Dass das vorläufige Gutachten zudem nicht einmal dem Ausschuss vorgestellt werden kann, legt die Vermutung nahe, dass es unter Verschluss gehalten werden soll – aus welchen Gründen auch
immer. Dies macht insofern keinen Sinn, als ja eben dieses (vorläufige) Gutachten den Behörden und Trägern öffentlicher Belange in der gegenwärtigen Phase des B-Plans zur Stellungnahme vorgelegt wurde.

Was also steckt hinter dem Verhalten des Stadtrates?

Kontakt:
Anwohner Gleisdreieck
Patrick Vater, 0163 / 913 58 17
gleisdreieckanwohner@gmail.com

Pressemitteilung Anwohner Gleisdreieck vom 31.01.18 als PDF-Dokument

 

Ein Kommentar zu “Was steckt hinter der kurzfristigen Absage des Verkehrskonzepts für das Projekt Urbane Mitte?

  1. Kann es sein, dass hier ein perfides Spiel gespielt wird? Für mich hat das ganze einen gewissen „Hautgout“ – man könnte auf Prenzelbergerisch auch „Gschmäckle“ sagen.

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