Nadelöhr Schöneberger und Luckenwalder Straße

Vorstellung des Verkehrskonzepts „Urbane Mitte Gleisdreieck“

Auf einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, für Umwelt, Klimaschutz, Verkehr und Immobilien sowie für Wirtschaft und Ordnungsamt, Eingaben und Beschwerden soll das lang erwarte Verkehrsgutachten zum Projekt Urbane Mitte vorgestellt werden. Link zur Einladung. Termin: am kommenden Dienstag, den 30. Januar um 18 Uhr im BVV-Saal im Rathaus Kreuzberg, Yorckstraße 4-11.

Wir dürfen gespannt sein, wie über den Straßenzug der Schöneberger und Luckenwalder Straße das Projekt mit knapp 120.000 m² Bruttogeschossfläche versorgt werden soll. Denn schon jetzt sind die Straßen überlastet durch die Veranstaltungen in der Station, im Kühlhaus, durch den Bau eines Hotels sowie durch den Anliegerverkehr. Die Anwohner leiden extrem unter der Situation und weisen seit Jahren auf die unhaltbaren Zustände hin. In Filmen und auf einer Internetseite haben sie die katastrophalen Zustände dokumentiert, zahlreiche Beschwerden an das Bezirksamt gesandt, das aber bisher keine Abhilfe schaffen konnte.

Zur Dokumentation des Verkehschaos: https://gleisdreieckverkehr.tumblr.com/

Kommen dann noch Baumaßnahmen dazu, bringt das den Verkehr völlig zum Erliegen, wie im August 2016, als die ca. 250 m² große Fundamentplatte für die Brauerei BRLO gegossen wurde. Der Film zeigt den Rückstau den Betonmisch-LKWs, der den ganzen Tag bis über die Köthener Brücke reichte, so dass es auch zu Staus auf den Kanaluferstraßen kam.

Durck Klick auf das Bild, Film in neuem Fenster bei Vimeo laden. Es gilt die Datenschutzerklärung von VIMEO https://vimeo.com/privacy

Nun sind die Fundamente für Brauerei vergleichsweise klein, Peanuts im Vergleich zu den geplanten sieben bis über 90 m hohen Gebäuden – vom Volumen her ein Fünftel Potsdamer Platz.

Laut Tagesordnung für die Sitzung am Dienstag wird es auch um den zu erwartenden Baustellenverkehr gehen. Das ist neu. Im laufenden Bebauungsplanverfahren haben sich Vorhabensträger und Bezirk bisher so geäußert, dass die Problematik der Baustellenversorgung nicht im Bebauungsplanverfahren betrachtet werden soll, sondern erst später, wenn nach Abschluss des Bebauungsplanverfahrens Baurecht geschaffen wurde und konkrete Bauanträge gestellt werden.
Es wäre wünschenswert, wenn der Bezirk von dieser Haltung abrücken würde. Denn die Realisierung der 119.00 m² Bruttogeschossfläche wird sich über mehrere Jahre hinziehen. Dazu kommen noch drei weiterer Großbaustellen: Der Neubau des Viadukts der U1, der Bau der S21 einschließlich eines neuen Bahnhofs am Gleisdreieck sowie der Bau der Regionalbahn nach Potsdam. Es müsste hier eine Baustellenversorgung geplant werden, wie in den 90er Jahren die Versorgung der Baustellen am Potsdamer Platz und der Tunnelanlagen. Ohne Konzept einer Baulogistik würde das Gleisdreieck im absoluten Chaos versinken.

Warum wird das Verkehrskonzept erst jetzt vorgelegt?

Im sogenannten „Konsensplan“ vom Frühjahr 2015 heiß es auf Seite 8

+ Prüfauftrag:
Erstellen eines Verkehrskonzeptes vor dem städtebaulichen Wettbewerb.
+ städtebaulicher Wettbewerb:
Aussagen und Vorgabe aus dem Verkehrsgutachten aufnehmen.

Genau dies ist jedoch nicht passiert. Und offensichtlich haben die Teilnehmer des Wettbewerbs im Herbst 2015 auch nicht danach gefragt, sondern völlig losgelöst von den Bedingungen der Realisierung entworfen.

Dann sollte das Vekehrskonzept vorliegen zum Start des Bebauungsplanverfahren im Frühjahr 2016. Es lag jedoch wiederum nicht vor.

Erst nach Abschluss der ersten Phase des Bebauungsplanverfahrens im November 2017 bestätigte mir der Vorhabenträger, die COPRO, dass inzwischen ein Verkehrskonzept vorläge, dass sie das Konzept jedoch nicht rausrücken dürften. Ich solle mich mit der Bitte um Einsichtnahme in das Verkehrskonzept an das Bezirksamt wenden. Meine entsprechende Anfrage per Email an den Baustadtrat wurde jedoch nie beantwortet.

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