Westpark

Vorschneller Baubeginn an der Dennewitzstraße

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In der Wintersonne an der Dennewitzstraße

Vom 7. September bis 7. Oktober 2015 lagen die Unterlagen zum Bebauungsplan Dennewitzstraße aus. Wer als Nachbar eine Stellungnahme abgegeben hat, hat sicher noch keine Antwort vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bekommen. Der Bebauungsplan ist jedenfalls noch nicht beschlossen. Auch die sogenannte „Planreife“, auf deren Basis Baugenehmigungen erteilt werden könnten, liegt noch nicht vor.

Nichtsdestotrotz haben in diesen Tagen die Arbeiten auf dem Grundstück zwischen Dennewitzstraße und Westpark begonnen. Die eingeschossigen Schuppen – darunter auch die Räume des früheren 90 Grad – , die hier den Rand des Bahngeländes säumten, werden wahrscheinlich in den nächsten Tagen abgerissen. Unklar ist, ob auch schon Baumfällungen stattfinden, bzw. geplant sind. Laut Gutachten zum Bebauungsplan befinden sich auf der Fläche 58 33 geschützte Bäume, von denen 46 26 Bäume als „erhaltungswürdig“ , aber nur 12 7 Bäume aufgrund ihres Alters oder ihres Zustandes als „nicht erhaltungswürdig“ anzusehen sind.

Auf Anfrage gab das Umweltamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg die Auskunft, dass noch keine Baumfällgenehmigungen beantragt wurden. Sollten dennoch schon Baumfällungen stattfinden, wären diese illegal. Aufmerksame Spaziergänger könnten in diesem Fall die Polizei holen, um die Arbeiten zu stoppen.

Korrektur

Die zunächst genannten Zahlen waren falsch: 58 Bäume, davon 46 erhaltungswürdige, das bezog sich auf die drei Baufelder Dennewitz/Flottwell Süd, Flottwellstraße Mitte und Flottwellstraße Nord. Im südlichen Baufeld an der Dennewitz/Flottwell listet das Gutachten jedoch nur 33 geschützte Bäume auf, davon 26 erhaltungswürdige.

Noch ein Wort zum Baumgutachten der Landschaftplaner Büro Gast.Leyser LandschaftsArchitekten BDLA, die am 31. Januar 2011 von der VIVICO beauftragt wurden, die geschützten Baumbestände aufzunehmen.  Am 01., 04. und 09. 02. 2011 waren sie vor Ort und haben die Bäume begutachtet. Doch nur ein paar Tage zuvor hatte die VIVICO zahlreiche Bäume auf dem Grundstück fällen lassen. Siehe dazu Artikel auf diesen Seiten vom 26. 01. 2011. Die Baumgutachter müssen die frisch abgesägten Baumstümpfe damals gesehen haben. Jedoch erwähnten sie die abgesägten Baumstümpfe in ihrem Gutachten mit keinem Wort. Sonst hätten sie  noch wesentlich mehr Bäume auflisten müssen. Wenn du einen Auftraggeber wie die VIVICO hast, willst du den nicht enttäuschen, sagte mir guter Bekannter, vom Beruf Landschaftsplaner mit Schwerpunkt Ökologie.

Verehrte Leser_innen, was würden Sie von einem Arzt halten, der ein Gutachten über eine Person anfertig, jedoch offensichtliche äußere Verletzungen der Person in dem Gutachten nicht erwähnt?

Link zu früheren Beträgen

Ergänzung

 

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