Abrissarbeiten an der Flottwellstraße

Bitteres Ende für 170 Jahre Eisenbahngeschichte

In diesen Tagen wird die Stützmauer des ehemaligen Potsdamer Güterbahnhofs zur Flottwellstraße abgerissen. Der Abriss markiert das Ende einer Geschichte, die 1837 begann mit der ersten Eisenbahn in Preußen, die Berlin mit Potsdam verband. Anfangs fuhr die Bahn hier durch Wiesen vor den Toren der Stadt. Der Übergang über den Landwehrgraben wurde mit Drehbrücken bewerkstelligt zum nördlich des Grabens am Potsdamer Platz liegenden Personenbahnhof. Nach dem Ausbau des Landwehrgrabens zum Landwehrkanal wurden diese ersetzt durch größere Drehbrücken. Die Konflikte mit dem zunehmenden Schiffsverkehr führten nach 1871 dazu, dass das gesamte Gelände um ein Stufe höher gelegt und die Drehbrücken durch feste Brücken ersetzt wurden.

Nun wird dieses aufgeschüttete Plateau und die dazugehörige Stützmauer weggebaggert für ein umstrittenes Immobilienprojekt. Gebaut werden Blöcke in altherrenhafter, kitschiger Architektur mit Eigentumswohnungen für 3000.- bis 6000.- €/m². Gegen die aktuelle Wohnungsnot ist damit nichts auszurichten. Aber den neu eröffneten Westpark des Gleisdreiecks machen die neuen Blöcke zu einem schmalen Handtuch, das am Nachmittag schon bald im ihrem Schatten liegen wird. Die Blicke vom Park Richtung Potsdamer Platz werden beschränkt auf einen kleinen Ausschnitt. Die denkmalgeschützte Hochbahn der Linie 1, die das alte Bahngelände in Ost-West-Richtung quert, wird nur noch teilweise sichtbar sein. Die Frischluftschneise zwischen Tiergarten und südlichem Stadtrand, die die Umweltgutachter vom Potsdamer und Leipziger Platz unbedingt erhalten wollten, wird auf einen schmalen Korridor reduziert.

 Wie kam es dazu?

1998, im Normenkontrollverfahren gegen die Bebauungspläne Potsdamer und Leipziger Platz erklärte das Land Berlin vor dem Verwaltungsgericht, dass hier die notwendigen ökologischen Ausgleichsflächen für den Potsdamer und Leipziger Platz geplant seien und dass man deswegen eine Flächennutzungsplanänderung vorbereitet habe, in der die Fläche als Grün dargestellt werde. Der neue Flächennutzungsplan wurde im gleichen Jahr beschlossen und gilt bis heute.

Dort wo als heute gebaut wird, sagt der Flächennutzungsplan: Grün. Die Bebauungspläne basieren also auf einem Rechtsbruch! Denn Bebauungspläne müssen laut Baugesetzbuch übereinstimmen mit den Inhalten des Flächennutzungsplans.

Bezirk und Senat argumentieren mit der „Unschärfe“ des Plans, in diese Unschärfe lasse sich die Bebauung hinein interpretieren. Damit wird klargemacht: der Bürger kann sich nicht auf die öffentlichen Planwerke verlassen, denn die werden nach Gutsherrenart bei Bedarf einfach uminterpretiert.

Verlassen können sich jedoch offensichtlich Investoren wie Vivico und ihre Rechtsnachfolger auf die Verwaltungen, dass diese zu allen großen und kleinen Schandtaten bereit sind. Wie beim Abschluss des städtebaulichen Vertrages im Jahr 2005, als das Land Berlin vor der Vivico kapitulierte. Bauflächen gegen Park hieß der Deal, nachdem die Vivico zuvor jahrelang die Entwicklung am Gleisdreieck blockiert hatte. Oder zuletzt vor ein paar Monaten eine kleine Schandtat, als in einer Nacht-und Nebelaktion die Straßenbäume an der Flottwellstraße gefällt wurden.

Bitter, wie hier eine wichtige Spur aus dem Stadtgrundriss getilgt wird.

Links zu früheren Artikeln zum Thema

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20 Kommentare zu “Bitteres Ende für 170 Jahre Eisenbahngeschichte

  1. @Jacqueline Meier

    Im Gegensatz zu Ihnen bin ich nicht anonym. Nicht einmal das stimmt an Ihrer „Analyse“ (LOL).
    Aber wenigstens haben Sie meinen Kommentar richtig als Ironie erkannt, und das ist doch auch schon mal was.

  2. @Tabul A. Raza
    Ironisch-sarkastisch, depressiver Kommentar. Widersprüchlich zu sich selbst. Er spiegelt eigene Begrenztheit und Opferhaltung. Er offenbart negative Glaubenssätze. Er ist unehrlich (gegenüber sich selbst). Belehrend. Moralisierend. Unterstellend. Resignierend. Und: anonym. Also auch feige. Alles in allem: einTrollkommentar. Fazit: Ohne Substanz.
    Analyse: War mir ein Vergnügen.

  3. Ja, Jacqueline, das geht mir eigentlich genauso, daß ich das, was die anderen schön finden, eigentlich oft viel schöner finde als das, was ich selbst schön finde, und – ja – wir müssen einfach mal ein bißchen mehr an die anderen denken, zum Beispiel an die, die in den (neuen) Cafés sitzen und alle auch aus Berlin sind und die erkannt haben, daß das gerade das Einzigartige an Berlin ist, daß alles, was jetzt hier jetzt gemacht wird, genauso aussieht wie anderswo auf der Welt, und wie spannend das ist, daß sich sowieso alles ändert und dabei alles – im Grunde genommen – immer gleich gut ist. Statt immer nur zu leiden, sollten wir einfach mal ein bißchen mehr zurückstecken, so wie die Immobilienspekulanten und Landschaftskaputtdesigner das schließlich auch ständig tun.

  4. Ich war gestern nach geraumer Zeit mal wieder in dieser Gegend und habe den Eingang zum Westpark entdeckt. Ich fuhr da lang und staunte nicht schlecht über die rege Bautätigkeit. Mir blieb der Mund offen stehen. Mein erster Eindruck war auch, dass das irgendwie eng ist. Dann entdeckte ich das Café Eule und dachte: he, das ist doch ein guter Anfang, ein Trost. Dann kurvte ich da noch eine Weile rum, rüber zum Ostpark und dachte: dieser Park – das ist einzigartig.

    Dabei kannte ich die alte Brache und habe mich dort sehr wohl gefühlt. Ich bin Berlinerin, aus dem Friedrichshain. Auch mein Kiez verändert sich gewaltig. Am meisten leide ich, wenn Bäume gefällt werden und die Brachen verschwinden. Es gibt so gut wie keine mehr.

    Dennoch: dieser Park ist gut wie er ist. Er wird von viel mehr Leuten angenommen als vorhher die Brache. Ich habe schon oft bei mir gedacht, dass man den Dingen Zeit geben muss. Berlin an vielen Ecken – die ich liebe – war auch nicht immer so. Auch diese Ecken sind irgendwann mal verändert worden.

    Meine Erfahrung ist: wenn man die massive Veränderung des eigenen Kiezes miterlebt, und eben das Unfertige, Brachliegende, Wilde schön findet, dann leidet man, weil man das Neue, Schicke, Geleckte, Teure nicht schön findet. Man fühlt sich beraubt. Jedoch: es ist lediglich eine Seite der Medaille. Anderen Menschen geht es genau andersherum. Wer will sagen, dass das, was man selbst schön findet, schöner ist als das, was die anderen schön finden? Es ist nicht schöner, besser oder sonst was. Es ist – im Grunde genommen – alles gleich gut.

    Letztens war ich mit einer Freundin in einem (neuen) Café am Bahnhof Ostkreuz. Sie ist auch Berlinerin und war schon lange nicht mehr in der Ecke gewesen. Dort schießen ja die Wohnblöcke auch aus dem Boden wie Pilze und die Veränderungen am Bahnhof…Und was sagt sie: „Das ist ja richtig schön hier geworden. Früher war alles grau und dunkel.“ Da musst ich lachen und dachte: „Ah, so kann man das auch sehen.“ Das finde ich immer spannend. Und als ich gestern nun an der Flottwellstraße langkam und an der Pohlstraße konnte ich das alles interessiert betrachten. Es ist teilweise schon fertig und ich habe (zum Glück) die Baumfällungen nicht mit ansehen müssen. So konnte ich – ohne zu leiden – einfach sehen, was ist. Ich fand es gar nicht so schlecht.

  5. Ja Ute,

    ich bin gegen die Zerstörung der einst heimeligen Flottwellstrasse mit ihren Bordsteinschwalben- und LKW-Parkplätzen. Ich finde auch die Prägung eines Kiezes durch ein Monster-Umspannwerk und Dönerbuden hinreissend.
    Ich bin natürlich für Starbucks und Thoben – mein Lieblingläden *lach*

    Welchen Unsinn wollen Sie mir noch unterstellen um Ihre Argumente zu untermauern.
    Mag sein, dass wir einen anderen Geschmack haben – gottseidank – . Sie können ganz schlicht nicht damit umgehen, dass es andere Stimmen zum ‚Kiez‘ gibt, die ebenso berechtigt sind wie Ihre- was meine Person angeht – durchaus kruden Anwürfe.

  6. nein, es gibt noch viele Argumente zum Austausch. Sie fuehlen sich bewusst und polemisch missverstanden?
    ich empfinde ich es an Polemik nicht zu übertreffen, wenn hier der Kiez zerstoert wird und Sie nun darauf hoffen, dass sich hier ein Kiez entwickelt, mit kleinen (!!) Geschäften…Wo denn? In welchen Gewerberaeumen denn?
    Die Baugemeinschaft Ecke Pohlstrasse z.B. moechte schon mal ausschliesslich Eigentumswohnungen in ihrem Riegel…Sie moechte ihren eigenen Garten, ihre Autos werden im öffentlichen Raum geparkt.
    Das lässt doch schonmal erahnen, in welche Richtung es sich hier entwickelt.
    Ist mit „klein“ alles gemeint, was nur kleiner als der Hellweg-Baumarkt auf der anderen Seite des Parks ist?
    Ist mit Cafe´etwas wie Starbucks und mit Baeckerei etwas wie Thoben gemeint?
    Ich denke, dass Sie einfach eine komplett andere Wahrnehmung der Gegebenheiten vor Ort haben, einen anderen Geschmack, ein anderes Rechtsempfinden, eine andere Vorstellung von Stadtleben und ein anderes Verhaeltnis zu Immobilienpreisen und aber anscheinend davon ausgehen, dass nur Ihre Wahrnehmung zaehlt, etwas wert ist und Sie somit im Recht sind. Und da Sie Vergleiche anstellen, mit anderen Staedten, um das, was hier passiert als „normal“ bezeichnen zu koennen, schauen sie doch mal in andere Laender: in Amsterdam z.B. werden in grossen Neubaugebieten knapp ein Drittel der Wohnungen als Mietwohnungen fuer sozial schwaechere Bewohner vorgesehen, das ist dort ganz „normal“…

  7. Der Argumente sind genug ausgetauscht, auch wenn man mich immer wieder polemisch und bewusst missversteht.

    Ja, ich fand eine Änderung der Situation der einst heruntergekommenen Flottwellstrasse begrüssenswert, und auch die Bebauung auf der Tiergartenseite.
    Nein, ich habe mich nicht für eine Bebauung auf der Parkseite ausgesprochen. Die war u.U. auf Grund der Vertragssituation mit dem Land Berlin nicht zu verhindern.
    Ja, der Bezirksbürgermeister Schulz und seine Behörde haben m.E. nicht ausreichend darauf hingewirkt, diese Planungen ‚parkverträglicher‘ und weniger massiv zu genehmigen als sie jetzt realisiert werden. Da hilft auch seine geheuchelte Rede bei der Parkeröffnung nichts…
    Rein rechnerisch sind derzeit bundesweit bei Eigentumswohnungen Quadratmeterpreise um 3500.–€ auf Grund der Kostenstrukturen im Baugewerbe eher normal. Wer billiger bauen kann- der möge sich melden.
    Quadratmeterpreise von 6500,– – wie oben genannt – betreffen die Penthäuser, ich habe den Baukatalog vor mir liegen.

    Ich hoffe, dass sich nun hier auch ein Kiez entwickelt, mit kleinen Geschäften, Cafés, Bäckereien, KiTas usw.
    Schaun wer ma!

  8. @Felix: ja, Ihre Wahrnehmung ist genau die, die ich auch meinte, als ich schrieb, dass ich mit einer solchen zunehmend konfrontiert werde. Ist mir auch klar, dass Sie damit nicht alleine dastehen, das ist ja das Schlimme, finde ich, denn ich empfand das Gelaende an der Flottwell sowie die gesamte Gegend ringsherum NICHT wie Sie, nur weil keine Eigentumswohnungen drauf stehen. Nur weil man Geld hat oder gut verdient, heisst das doch nicht automatisch, dass ich so wohnen moechte. Sind Sie ein neuer Anwohner in neu gebauter Eigentumswohnung oder langjaehriger Mieter? Oft erlebten Letztere meiner Erfahrung nach den Kiez hier naemlich anders – nicht so „un-„.
    (von wegen „Geschmack pachten“) und von wegen „Argumente ausgehen“ empfinde ich dieses gebetsmuehlenartige „Nenen Sie mir bitte mal einen Grossstadt – “ u.s.w.u.s.f. als den Inbegriff von Argumentausgang schlechthin.
    Wenn viele jede Auseinandersetzung mit diesem „in anderen Staedten ist es teurer“ etc. endet, braucht man sie doch gar nicht erst zu beginnen und kann ganz einfach gleich zu Anfang sagen, so ist das nun mal, finde ich gut, wenn die Wohnsituation Berlin endlich wird wie in Paris, Hamburg u.a. Staedten.

  9. Worum es geht, wenn historische Spuren nicht einfach beseitigt werden sollen, ist doch die Möglichkeit, dass Entwicklungen nachvollziehbar bleiben. Und hier, wie an vielen Stellen in Berlin, gab es Entwicklungen, die lokal und überregional von Bedeutung sind. Und würde man nicht das Beste verschenken, wenn man das Wohnen an einem Ort, der eine solche Geschichte gesehen hat, durch blinde Säuberungsaktionen in eine Lego-Idylle verwandelte? (Selbst dann, wenn sich alle das leisten könnten, was natürlich nicht der Fall ist.) Also besteht doch die Herausforderung dieser Situation darin, behutsam und überlegt vorzugehen, und nicht jede einzelne Gelegenheit, die vorteilhaft erscheint, auf Kosten einer zukunftsfähigen Gesamtentwicklung zu ergreifen. Genauf dafür wären gesetzliche Regelungen sinnvoll – umso bedauernswerter, wenn sie dann nicht eingehalten werden.

  10. Es sind Quadratmeterpreise bis 6.500.- € im mittleren Baufeld an der Flottwellstraße. Für Felix, den selbst ernannten Ketzer und für Ingo mag das normal sein, für die meisten Wohnungssuchenden in Berlin ist es schlicht und ergreifend unerschwinglich. Ein solcher Wohnungsbau bewirkt soziale Segregation, er führt auch zur Verdrängung in der Nachbarschaft. In der Pohlstraße ist dieser Prozess schon seit einiger Zeit zu beobachten. Aber OK, das ist Stadtentwicklung „strictly commercial“, die hier als Normalität dargestellt wird. Auch dass dabei Rechtsstaatlichkeit und demokratische Planungskultur aufgegeben wird, scheint Felix und Ingo nicht zu stören. Kein Wort in ihren Kommentaren zum Fakt, dass der Flächennutzungsplan hier Grün vorsieht, dass laut Baugesetzbuch Bebauungspläne eigentlich aus dem Flächennutzungsplan abgeleitet werden müssen.

    Dr. Franz Schulz, ehemaliger Bürgermeister in Friedrichshain-Kreuzberg hat in seiner Rede zur Eröffnung des Westparks am 31. 5. 2013 die Bebauungen an der Flottwell- und Dennewitzstraße als Fehler bezeichnet, den man heute nicht mehr so machen würde. Schade, dass seine Erkenntnis so spät kam. Denn selbstverständlich hätte es auch andere Möglichkeiten gegeben, den desolaten Zustand an der Flottwellstraße zu beenden.

    Dieser desolate Zustand ist letztlich eine Spätfolge der Autobahnplanungen der 60er und 70er Jahre. Hier hätte ein raumgreifendes Autobahnkreuz zwischen West- und Südtangente entstehen soll. Dafür hatte das Land Berlin zahlreiche Grundstücke an Pohl-, Flottwell- und Lützowstraße erworben und jahrzehntelang leerstehen lassen. Nur dem Widerstand der Bürgerinitiativen ist es zu verdanken, dass diese Planungen nicht realisiert wurden.

    Nach der endgültigen Aufgabe der Autobahnplanungen in den 90er Jahren gab es einen breiten Konsens. Hier sollte der historische Stadtgrundriss wieder hergestellt werden, was zur Zeit mit den Bebauungen auf der Westseite der Flottwellstraße geschieht. Und das ehemalige Bahngelände sollte frei von Bebauung bleiben – Grüntangente statt Westtangente! Dieser Konsens fand seinen Niederschlag im heute immer noch gültigen Flächennutzungsplan, gegen den Bezirk und Senat nun verstoßen. Legal, Illegal, Flottwell!

  11. @Sandra
    …also doch: Das St. Floriansprinzip- nein, mir wird kein Hotel vor die Nase gesetzt.
    Zitat:‘ Wohnraum schaffen auch schön, aber zu glauben, dass sich das quasi jeder leisten kann ist utopisch. “Einfacherer” Wohnraum, besser integriert in das Gesamtbild hätte auch gelangt.‘
    Zur besseren Integration hatte ich was gesagt..
    Zu den Preisen: Nenen Sie mir bitte mal einen Grossstadt – Innenstadt – Neubau, der heutzutage nenenswert billiger zu haben wäre.
    In Berlin scheint ja schon eine Wohnung mit Zentralheizung und Bad als ‚Luxuswohnung‘ zu gelten.

  12. Ihnen wird wahrscheinlich auch nicht ein Hotel direkt vor die Nase gesetzt?
    Ich denke es gibt zwischen „Anwohner“ und „Anwohner“ hier doch klare Unterschiede. Der Park ist eine schöne Idee, das Abholzen der Bäumen in der Flottwellstraße nicht. Wohnraum schaffen auch schön, aber zu glauben, dass sich das quasi jeder leisten kann ist utopisch. „Einfacherer“ Wohnraum, besser integriert in das Gesamtbild hätte auch gelangt.

  13. @Anwohner
    Ihnen scheinen die Argumente auszugehen, dass Sie auf unterschwellige Verdächtigungen und Unterstellungen zurückgreifen müssen.
    Dabei gibt mein Beitrag nicht mal das her, was Sie mir unterstellen:

    Ich schrieb: …Zugegeben, die Parkseite freizulässen wäre u.U. die bessere Lösung gewesen…..und weiter:
    Die Bebauungsdichte auf der Parkseite ist – nach meinem Geschmack – nach den vorliegenden Plänen zu massig und zu wuchtig. Hier hat die Bezirksverwaltung vielleicht nicht alle Möglichkeiten einer Mitsprache ausgeschöpft, die sie gehabt hätte….

    Die Investorennähe, die Sie mir offensichtlich gerne andichten würden, können Sie aus meinem obigen Beitrag sicher nicht belegen.

    Es war der Beitrag eines Anwohners, der sich erlaubte, seine eigenen Gedanken zu äussern und der weiss, dass sie von vielen Nachbarn, die ich kenne, geteilt werden.

  14. Ich bin ebenfalls Anwohner, aus der Pohlstraße, und ich habe nichts gegen die Bebauung an der Flottwellstraße.

    Als ich hier eingezogen bin, war die Ecke Pohlstraße/Flottwellstraße noch ziemlich heruntergekommen, die Mauer machte das ganze nicht gerade einladender. Ich bin froh, dass sich die Ecke jetzt gebessert hat durch den Park, Bebauung der Brachflächen und den Abriss der Mauer (ich hoffe die kommt noch ganz weg).

    Natürlich wäre es mir auch lieber, wenn der Westpark größer wäre und die gesamte Fläche bis zur Flottwellstraße einnehmen würde. Aber auch so ist der Park sehr schön. Ich will auch nicht zu egoistisch denken, sei es den Leuten doch gegönnt in guten Wohnungen zu leben. Würden die neuen Wohnungen nicht gebaut, würden die reicheren Leute woanders in die Innenstadt ziehen, wahrscheinlich sogar andere Bewohner aus ihren Mietwohnungen verdrängen, die dann saniert würden.

    Wohnungen werden gebraucht weil viele Leute in die Innenstadt wollen, und wenn nicht genug da sind, werden dank Angebot und Nachfrage halt bestehende Wohnungen teurer. Insofern bin ich sogar für den Neubau, weil es die Angebotsseite verbessert und so den Preisdruck mindert. Aus dem selben Grund bin ich auch für eine Randbebauung am Tempelhofer Feld.

    Naja, ich wollte eigentlich nur sagen dass nicht alle Anwohner gegen die Bebauung sind.

  15. Herr Felix, welche Bewohner meinen Sie? Wir sind Bewohner und kennen niemanden in unserem Haus, der die Bebauung begrüßt.

    Ist schon putzig, dass ich hier plötzlich zwei Befürworter tummeln, die diese hässlichen Investorenbebauung so toll finden. Den Rest können sich die Anderen denken, wer hier wirklich als Felix oder Ingo fungiert.

  16. Ich stimme Felix ausdrücklich zu. Woher nehmen Sie sich die Gewissheit, dass in der geplanten Preisklasse keine Wohnungsnot in Berlin herrscht? Genau das ist doch in Hinblick auf zentrumsnahes Wohnen der Fall. Ich arbeite im Zentrum und habe keine Lust, am Abend 50 Minuten bis zu meinen Kindern zu fahren. Diese Wohnungen sprechen durchaus „normale“ Menschen an – ohne hier irgendjemanden als „nicht normal“ betiteln zu wollen. Aber: 13 Jahre Schule, danach durch Arbeit finanziertes Studium, Kinder, Doppelverdiener und dann endlich gute Finanzen – auch das ist hoffentlich „normal“. Dann sind – aufgrund der derzeitige niedrigen Zinsen – diese Wohnungen in Berlin machbar. Freuen wir uns doch einfach darüber!

  17. Widerspruch!

    Nur ein paar ketzerische Gedanken zu den obigen Beiträgen:

    Die Randbebauung der Flottwellstrasse beendet einen Zustand der Unwirtlichkeit, das Ende für einen städtebaulichen Un-platz, nur noch genutzt für Reifenlager, abgestellte LKWs und – Anhänger, Imbissbuden, ‚Vollzugsplatz‘ für die ‚ladies‘ der Kurfürstenstrasse, Notdurft-Ort für Fernfahrer. Schon vergessen?

    Wir Anwohner begrüssen die Aufwertung des allzu heruntergekommenen Kiezes ausdrücklich.

    Zugegeben, die Parkseite freizulässen wäre u.U. die bessere Lösung gewesen, aber niemand konnte die Bahn -als ehemaligen Eigentümer des Gesamtgeländes- dazu zwingen, dies ohne jede Entschädigung der Stadt als Parkgelände zur Verfügung zu stellen. Das hätte nicht zuletzt der Rechnungshof zu Recht gerügt, es hätte auch keinen Bestand vor den Gerichten gehabt. Das wusste der grüne Bezirksbürgermeister ganz genau und er musste einen Kompromiss suchen.

    Die Bebauungsdichte auf der Parkseite ist – nach meinem Geschmack – nach den vorliegenden Plänen zu massig und zu wuchtig. Hier hat die Bezirksverwaltung vielleicht nicht alle Möglichkeiten einer Mitsprache ausgeschöpft, die sie gehabt hätte.
    Die Bahnhofs-Stützmauer war – im Gegensatz zur Mauer auf der gegenüberliegenden Parkseite marode, unansehlich, beschädigt, stand gefährlich schief und war in Teilen eingestürzt. Sie hätte nur mit grossem Aufwand erhalten werden können, d.h. zum Teil neu errichtet werden müssen.

    Was bitte ist – laut dem Artikel des unbenannten Autors – ‚kitschige, altherrenhafte Architektur‘.
    Das klingt so besserwisserisch, als ob der Autor den guten Geschmack für sich allein gepachtet hätte.
    Gegenfrage: Was ist denn das ‚ Altherrenarchitektur‘? Wo sind denn die vorzeigbaren gegenteiligen Beispiele für Wohnarchitektur im Berlin der Nachwende? Mir fallen keine ein.
    Dass Neubauwohnungen mit angemessenem modernen Komfort unter 3000 €/qm in Grossstädten irgendwo angeboten werden, das wäre mir neu.

  18. vergessen darf nicht werden,daß auch die Infrastruktur der gesamten Flächen
    keinerlei Rolle zu spielen scheint.
    Immer wieder haben wir darauf aufmerksam gemacht,daß die Zu-und Abwasserverhältnisse auf den ökologisch modernsten Stand gebracht werden
    müssen.
    Geschweige denn die Versorgung der gesamten Stadt mit Fernheizungsverteilern.
    Der Semer schwelgt mit den Grünen mit seiner Wärmerückgewinnung durch
    Einleitung in seine geplante Wohnmaschine in der Bautzener Straße.
    Wieviel der unendlichen Menge an Kohlenheizungen Gasetagenheizungen und deren Warmwassererzeugung könnten verschwinden .Vermutet kann werden,daß die
    Installateure und die Bezirksschornsteinfeger aktiv gegen solche Wünsche
    arbeiten.

    Die Entscheidungsträger in der Politik sind heillos überfordert
    deshalb gilt nach wie vor
    von unten nach oben wählen
    von oben nach unten Rechenschaftspflichtig
    hans

  19. Widerlich, was hier passiert. Ich habe in meiner grenzenlosen Naivität auch so gedacht wie Ute…
    Die kritische Masse ist wohl noch lange nicht erreicht, die hier einschreitet und dem Rechtsbruch Einhalt gebietet, wie -aus sicherlich anderen Gründen- anderswo.
    Das Polizeiaufgebot würde ich gern sehen, das hier die Bagger vor dem Pöbel schützen würde. Wo ist er nur?

  20. eigentlich dachte ich sogar, die mauer staende auch unter denkmalschutz und die haeuser werden dahinter gebaut, haha, welch illusion. tut gut zu hoeren, dass es ueberhaupt noch einige leute gibt, die sich daran stoeren, wie mit dem gelaende umgegangen wird, denn in der letzten zeit, wurde ich vermehrt mit stimmen konfrontiert, denen das egal ist, die sich ernsthaft begeistert zu dem park aeussern und leute, die ihre kritische einstellung behalten, zu den ewiggestrigen abstempeln wollen und mit aussagen wie „so ist das nun mal“ – „in anderen staedten ist das auch so“ – „der bedarf ist doch da!“ – „besser als vorher“ – u.s.w.u.s.f. argumentieren. im neuen cafe eule auf dem parkgelaende sagte mir eine frau sogar, die pohlstrasse sei doch nun durch die entmietungen und umwandlungen in eigentumswohnungen von prekaeren verhaeltnissen befreit. schade, dass bei dem immobilienprojekt flottwellstrasse keine verhaeltnisse wie gerade in istanbul herrschen. die leute sitzen ja sogar 10 meter vom ohrenbetaeubenden baulaerm und staub entfernt und geniessen ihren zubetonierten park. da besteht wenig hoffnung.

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