Rückblick auf die Einwohnerversammlung zum B-Plan Hellweg/Yorckdreieck

Hier ein kurzer Rückblick auf die von Edelgard Achilles und Matthias Bauer beantragte Einwohnerversammlung am 12. 02. 2013.

Der Vorschlag der Kreuzberger SPD, auf dem Yorckdreieck eine Wohnbebauung mit einem Hotel an der Straße zu machen, kam nicht an. Zu groß waren die Befürchtungen, dass damit ein Vielfaches an Baumassen auf dem Gelände abgeladen würde, dass dort kein gesundes Wohnen möglich sei und die Probleme der Yorckstraße noch verschärft würden. Durch diese Debatte trat das  eigentliche Anliegen der Versammlung  zeitweise in den Hintergrund, nämlich die im B-Planverfahren im Oktober 2012 eingereichten Stellungnahmen, in denen bestimmte Veränderungen des Baumarkts gefordert wurden und die von den Stadtplanungsämtern nicht berücksichtigt worden waren. 

Das zweite wichtige Ereignis auf der Veranstaltung war die Erklärung von Herrn Semer (Hellweg), dass seine Ingenieure in den nächsten Tagen prüfen werden, wie sie die Forderungen, das Gebäude zurückzusetzen und den Parkplatz tiefer zulegen, erfüllen können. Dieses waren die beiden Kern-Forderungen in der Stellungnahme der Quartiersräte zum B-Plan vom Oktober 2012, um die Problematik des Lärms und der Luftschadstoffe zu mindern. Mit diesen beiden Forderungen war auch der Antrag auf die Einwohnerversammlung nach § 42 begründet.

Inzwischen haben die Ingenieure von Hellweg gearbeitet und am Freitag Mittag haben Volkmar Wohlgemuth und Matthias Bauer die geänderten Pläne sehen können.

Die geänderten Pläne sehen vor:

  • Der Baumarkt wird um 7,5 m verkürzt, d. h. um eine Stützenachse. Damit entsteht zwischen Baumarkt und Grundstücksgrenze an der Yorckstraße ein Abstand von ca. 12,5 m. Diese Fläche wird gärtnerisch gestaltet werden, die Gestaltung selber ist noch nicht festgelegt.
  •  Die Kante zwischen zwischen Parkplatz und Bürgersteig der Yorckstraße wird nicht als 1,5 m hohe Stützwand, sondern als Böschung gestaltet.

Das ist ein Kompromiss. In der Stellungnahme der Quartiersräte waren 16 m Abstand von der Grundstücksgrenze gefordert worden und ein Tieferlegen des Projekts. Das Angebot von Hellweg kommt jedoch diesen beiden beiden Forderungen entgegen und damit dem Gebot einer möglichen Linderung von Lärm und Luftschadstoffen.

Bei unserem Initiativen-Treffen am Freitag Abend habe ich mich dafür eingesetzt, dass wir dieses Angebot annehmen, und entsprechend im politischen Raum dafür werben. Ich bin froh, dass diese Haltung mehrheitlich unterstützt wurde. Alles andere würde bedeuten, die Früchte des Engagement der letzten Wochen zu riskieren.

Mit dem Antrag nach §42 Einwohnerversammlung haben wir gezeigt, dass es Mittel und Wege gibt, den normalen Gang der Dinge in Verwaltung und Politik zu durchkreuzen. Bei zukünftigen B-Plan-Verfahren wird die Verwaltung nicht mehr so leichtfertig kritische Argumente der Bürger „Abwägen“. Dies gilt natürlich auch für die Bautzener Brache, gegen deren Bebauung sich am Dienstag viele Teilnehmer der Versammlung ausgesprochen haben.

Zur Zeit sind ca. 1600 Wohnungen in Planung oder schon im Bau entlang der Bahnflächen zwischen Monumentenstraße und Landwehrkanal. Die direkt Betroffenen, z. B. an der Eylauerstraße verlieren den jahrelang geliebten Ausblick über die Bahnlandschaft und fühlen sich nun wie eingemauert. Für uns alle bedeutet das Zubauen der Bahnlandschaft einen Verlust. Die für die gesamte Stadt wichtige Frischluftschneise wird immer weiter eingeengt.

Vor diesem Hintergund spricht einiges für den Baumarkt im Yorckdreieck. Nur ein Achtel des rechtlich möglichen Bauvolumens wird ausgenützt. Stellt euch vor, wie es wäre, die Hellwegkiste achtmal übereinander zu stappeln?

Der Fußballplatz auf dem Dach des Baumarktes ist Teil der Lösung des Konflikts Sport-Kleingärten im Westpark des Gleisdreiecks. Siehe http://gleisdreieck-blog.de/2010/05/20/sicherung-der-kleingarten-alternativen-fur-den-fusball-im-yorckdreieck-und-auf-dem-tempelhofer-feld/

Über das Grundstück von Hellweg und die Brücke Nr. 5 wird es eine Zuwegung vom Bautzener Kiez zum Westpark des Gleisdreiecks geben.

All dies sind Argumente, dem Baumarkt mit der zurückgesetzten Fassade nun zuzustimmen.

Matthias Bauer

Hier gibt es das Wortprotokoll der Einwohnerversammlung vom 12. 02. 13:

Frühere Artikel zum Thema: http://gleisdreieck-blog.de/category/yorckdreieck/

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4 Kommentare zu “Rückblick auf die Einwohnerversammlung zum B-Plan Hellweg/Yorckdreieck

  1. Die Einladung für das Treffen am Freitag Abend ging über den Verteiler der Iniplattform Gleisdreieck. Zugegeben sie war relativ kurzfristig, hätten wir auf die reguläre Sitzung gewartet, wäre es zu spät gewesen. Es waren mehr das als die SECHS, von denen du schreibst. Und das Meinungsbild unter den Teilnehmern sprach für die Annahme des Kompromisses. Du bist herzlich eingeladen auf die nächste Sitzung der Iniplattform, die turnusmäßig am vierten Mittwoch im Monat stattfindet. Bin gespannt darauf, dann zu erfahren, wer sich hinter deinen Inititialien S. F. verbirgt.

  2. …Ich bin froh, dass diese Haltung mehrheitlich unterstützt wurde. Alles andere würde bedeuten, die Früchte des Engagement der letzten Wochen zu riskieren…

    Also das ist ja toll, sehr gerne wäre ich, wie übrigens einige andere auch, gekommen! Doch so kurzfristig und dann auch noch Freitagabend, war es mir nicht möglich, außerdem habe ich erfahren, dass lediglich SECHS Anwohner da waren.

    So geht Demokratie nicht: es sollte eine neue Versammlung anberaumt werden , natürlich mit vernünftigen Terminvorschlägen.

  3. vermutlich bin ich überzüchtet mit meiner Lächerlichkeit,daß das Gold der Demokratie
    die Menschen sind die ohne Bezahlung Anteil auch an ihrer Lebensumgebung
    haben wollen.
    Insgesamt fehlt mir der innere Zusammenhalt.Alles von uns gesagte wirkt für die
    Verwaltung deren Vertreter,die bezahlt an diesen Veranstaltungen teilnehmen
    gelangweilt zuhören das es gestanzt und ewiggleich wiederholt wird.
    Weshalb können wir nicht eigene auch Bildbeiträge zusammenstellen und präsentieren
    Zu kurz kommt mir immer noch,daß der Semer ja ein Schlüssel in seinen Äußerungen
    geliefert hat,daß auf die vor uns liegende „Wartezeit“ der Wohnbebauung Bautzener Straße ihn davon überzeugen sollten die Gewerbe schon mal umzusiedeln hübsches Grünzeug auf der gesamten Fläche wachsen zu lassen und den ja bereits im Bau befindlichen Weg ab Bautzener 11 auf und über die Brücke 5 zu führen.
    Nicht satt würde ich mich daran sehen.
    übrigens die Brücke 5 sehe ich ja jeden Tag und unglaublich aber wahr es rostet
    wie verrückt.
    jahrzehntelang sah sie stumpf und öde aus,aber rosten das hab ich nie festgestellt.
    hans

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