Brief an die BVV Tempelhof-Schöneberg

BUND fordert: Keine Bebauung der Bautzener Brache

In einem ausführlichen Schreiben an die Mitglieder der BVV Tempelhof-Schöneberg setzt sich der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) ein für den Erhalt der Bautzener Brache als Freifläche. Für den Erhalt sprechen laut BUND die Bedeutung der Fläche für das Stadtklima, die Bedeutung als Biotopverbindung und die mangelnde Versorgung der angrenzenden Stadtteile mit Grün.

Dem Argument, dass durch den entstehenden Gleisdreieck-Park und die Schöneberger Schleife das Defizit an Grünflächen aufgehoben werde, hält der BUND entgegen, dass zur Zeit weitere Standorte entlang des Bahngeländes großflächig beplant, bzw. schon bebaut werden: ca. 200 Wohnungen im Rücken der Eylauerstraße, ca. 270 Wohnungen an der Kreuzbergstraße und rund 450 Wohnungen im Möckernkiez.

Nicht nur Ansicht des BUND besteht auf der Fläche an der Bautzener Straße kein Baurecht. Auf der Veranstaltung des BUND am 28. 11. 12 im Gemeindehaus der Lutherkirche am Bülowbogen wurde dies auch vom Leiter des Stadtplanungsamtes Tempelhof-Schöneberg, Andreas Baldow bestätigt. Die Fläche wird als Außenbereich nach §35 Baugesetzbuch eingeschätzt. Insofern könnten die Mitglieder der BVV frei entscheiden. Es würden keine Entschädigungsansprüche seitens der Eigentümer entstehen, wenn sich die Bezirksverordnetenversammlung gegen eine Bebauung entscheiden würde.

Der Brief im Wortlaut:  Schreiben des BUND an BVV TS 02.12.2012

Auf der Veranstaltung an des BUND am 28.11.12 waren auch Vertreter verschiedener Parteien anwesend. Interessant war insbesondere der Beitrag von Ralf Kühne, stadtentwicklungspolitischer Sprecher von B90/Grünen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. In seiner Fraktion sei die Meinungsbildung noch nicht ganz abgeschlossen, sagte er, etwa 2/3 seien für, 1/3 gegen eine Bebauung. Für eine Bebauung spreche seiner Meinung nach der große Bedarf an Wohnungen und die Tatsache, dass der VIVICO (der ehemaligen Eisenbahnimmobiliemanagement GmbH) eine Verwertung der Fläche zugesagt worden sei. Er berichtete, dass in den Jahren 2004/2005 Verhandlungen zwischen dem Land Berlin und der VIVICO geführt worden seien, um eine Paketlösung für alle ehemaligen Bahnflächen zu erreichen. In diesen Verhandlungen seien der VIVICO Baurechte für den nördlichen Teil der Bautzener Brache zugesagt worden, während für den Bereich südlich der Großgörschenstraße die Nutzung als Grün erreicht worden sei.

Gibt es einen solchen Vertrag über eine Paketlösung zwischen Berlin und der VIVICO? Bisher war nur der städtebauliche Vertrag zwischen Land Berlin und VIVICO über das angrenzende Gleisdreieck bekannt. Wenn es hier weitere städtebauliche Verträge gibt, dann sind sie vor der Öffentlichkeit erfolgreich geheimgehalten worden. Lieber Ralf Kühne, wir sind gespannt auf weitere Infos zum Thema!

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung des BUND zur Bautzener Brache am 28. 11. 12 gibt es auf den Seiten des Landwehrkanalblogs: http://baumschutz.wordpress.com/2012/12/02/bund-gg-bauprojekt/

Die Planung der Investoren für die Bautzener Brache kann angesehen werden auf den Seiten des Bezirks Tempelhof-Schöneberg:  “Wohnquartier Bautzener Straße”, 36 Seiten, Stand 13. Nov 2012

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