Neue Mauern und Zäune

Den Park nachts abschließen?

Einen Monat nach der Eröffnung des Parks kriegt der Park zunehmend schlechte Presse. „Ärger im Gleisdreieck-Park,“ titelt die Berliner Woche und übernimmt dabei ungeprüft die mangelhaft  recherchierten Vorwürfe des Tagesspiegels. Die Nächte im Park werden angeblich durch Drogenhandel und Vandalismus bestimmt, die Tage durch den Abtransport von Müll und Glasscherben.

Ja, es gab nächtliche Parties an den Wochenenden, als es noch einigermaßen warm war. Und wenn Kids feiern, sieht der Park am nächsten Morgen eben nicht besenrein aus. Und es gab eine Party in der Nacht am  Freitag, den 30. 9. , die leider mit einem Polizeieinsatz beendet werden musste. Aber Drogenhandel und Prostitution, der Park ein rauchendes Trümmerfeld? Wer in den letzten Wochen den Park besucht hat, weiß, dass das Quatsch ist. Auch das Müllaufkommen mit 25 m³ in den ersten drei Wochen wurde von der Grün Berlin GmbH als „normal“ bezeichnet. Schließlich nutzen Tausende den Park und das ist auch gut so.

Woher kommt die schnelle Forderung, den Park nachts abzuschließen wie das Tempelhofer Feld oder die Buga in Britz?  Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH fordert in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk am 8. 10. 2011 , dass der Park nachts von 24 bis 6 Uhr  geschlossen werden soll. In der Berliner Woche am 5. 10. sagt Christoph Schmidt, die Grün Berlin habe schon seit zwei Jahren vorschlagen, das Gelände einzuzäunen und mehr Wachschutz zu engagieren und

„Wir haben deshalb seit zwei Jahren für ein begleitendes Konzept und einer sozialen Kontrolle plädiert.“

Eigenartig, dass dies in den letzten Jahren  in der  Projektbegleitenden Arbeitsgruppe Gleisdreieck  so nie von der Grün Berlin GmbH angesprochen wurde. In dem Gremium sitzen Vertreter von Senat, Bezirk, Atelier Loidl und gewählte Anwohnervertreter. Immer wenn von den Anwohnervertretern soziale Aspekte angesprochen wurden, hieß es von der Grün Berlin GmbH, das Parkbauen sei ihre Aufgabe, nicht die Sozialarbeit. Die Zeiten ändern sich.

Wir sollten die kalte Jahreszeit nutzen, nun über Konzepte und soziale Kontrolle nachzudenken. Ich hoffe, es wird andere Lösungen geben als das nächtliche Abschließen.

Siehe auch http://gleisdreieck-blog.de/2011/10/13/sitzung-der-initiativenplattform-gleisdreieck/

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3 Kommentare zu “Den Park nachts abschließen?

  1. @Paulchen
    Nagut…dann kommt beim nächstenmal ne Kunstrasenfläche hin,die hält ewig,sieht man ja am Hubertussportplatz,betonhart aber immer noch bespielbar.
    Und damit sie niemand bespielt stellen wir zehn Mitarbeiter vom Ordnungsamt hin

  2. @warhead
    Du bist anscheinend voller jugendlichem Optimismus, dass Deine überzeichnenden Zeilen bei der GRÜN BERLIN und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ohnehin nicht auf Zustimmung stoßen werden.
    Da wäre ich mir an Deiner Stelle aber nicht so sicher.
    Die Verwaltung ist lernfähig und muss sparen: Beim nächsten Park wird alles anders.

  3. Da sollte man doch schnell alle Bäume absägen und alles Buschwerk entfernen,es könnten sich ja Drogenhändler hinter den Bäumen verstecken
    Und wenn man eine Park-EblT aufstellt die mit Quarzhandschuh und Pfefferspray sanktioniert,dann ist das Problem der Übernutzung bald Geschichte

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