Das große Aufräumen im Westpark

Baustopp am Gleisdreieck gefordert

Die Initiativenplattform Gleisdreieck und die gewählten Anwohnervertreter haben in ihrer Sitzung am vergangenen Mittwoch, den 16. 02. 11 einen sofortigen Baustopp für einen Teilbereich des zukünftigen Westparks gefordert. Dieser Baustopp bezieht sich auf die Arbeiten im Bereich der Kleingärten, des zukünftigen Marktplatzes und des Naturspielplatzes am westlichen Rand des Parks.

Zum Hintergrund: Das große Abräumen im Bereich der zukünftigen Wiese läuft ja schon seit einigen Monaten. Dazu gab es keine Alternative. Zu verdichtet und versiegelt waren die von der Baulogistik in den 90er Jahren genutzten Flächen. Trotzdem hat natürlich vielen der Verlust der hier in den letzten 10 Jahren gewachsenen Vegetation wehgetan.

Um so wichtiger war und ist es, dass im im Randbereich des Parks behutsamer vorgegangen wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Charme des Ortes mit seinem ungeplanten Wildwuchs durch die Bauarbeiten völlig zum Verschwinden gebracht wird.

Ein solch behutsames Vorgehen war in die Sitzungen der Projektbegleitenden AG Gleisdreieck vereinbart worden. Laut gemeinsamen Protokoll der Projektgleitenden AG im August 2010 zum Westpark, sollten hier keine Baumfällungen stattfinden. Die konkreten Planungen für den westlichen Rand (Kleingärten und Naturspielplatz) sollten im Lauf des Winters in der Arbeitsgruppe detailliert und abgestimmt werden. Auf der letzten Sitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe am 11. 2. 2011 wurde jedoch klar, dass in den Ausführungsplänen von Atelier Loidl nicht alle Bäume aus dem Baumgutachten des Büros Fechner von 2007 enthalten waren. Durch die teilweise sehr breiten Wege würde der vorhandene Baumbestand in Frage gestellt. Gleichzeitig gab es Kritik an der Arbeitsweise der Firmen, die dort zur Zeit mit Aufräumen beschäftigt sind. Das Gerät, mit dem dort alte Zäune, Fundamente usw. abgebaut werden ist der Kleinteiligkeit des Ortes nicht angemessen. Kollateralschäden sind damit vorprogrammiert. Auf der Sitzung am 11. 2. 2011 wurde von der Grün Berlin GmbH zugesagt, dass die Bäume nochmal vom Vermesser aufgenommen werden, weil das Gutachten von Fechner (2007 von Grün Berlin GmbH in Auftrag gegeben) angeblich zu ungenau sei. Die neu kartierten Bäume sollten dann in die Planung des Atelier Loidl eingearbeitet werden. Außerdem wurde zugesagt, dass die Firmen vor Ort  so behutsam wie möglich vorgehen sollten.

Doch was passiert vor Ort? Die Kletterrose am zukünftigen Marktplatz ist schon verschwunden. Noch bevor der Vermesser seine Arbeit begonnen hat, wurden etliche Bäume abgesägt. Weitere Bäume sind mit roten Punkten als zu fällende Bäume markiert. Soll der Vermesser nun die Baumstümpfe kartieren?

Fotos von Gabriele Hulitschke

Vor diesem Hintergrund haben die Anwohnervertreter und die Initiativenplattform Gleisdreieck einen Baustopp gefordert. Die Grün Berlin GmbH wird aufgefordert, kurzfristig eine Sondersitzung der Projektbegleitenden AG einzuberufen, um die Lage zu klären. Hier das Schreiben im Wortlaut:

16. Febr. 2011

An die Mitglieder der Projektbegleitende Arbeitsgruppe Gleisdreieck

Betr.: Entfernung der Zäune im Bereich des Naturspielplatzes

Sehr geehrte Damen und Herren,

In den letzten Tagen haben wir festgestellt, dass die Arbeiten vor Ort im Bereich des zukünftigen Naturspielplatzes nicht wie vereinbart behutsam durchgeführt werden. Dabei werden offensichtlich schwerwiegende Kollateralschäden in Kauf genommen.

So wie die Arbeiten im Moment durchgeführt werden, sehen wir das als Verstoß gegen das im August 2010 gemeinsam verabschiedete Protokoll der PAG. In diesem Protokoll ist die allgemeine Flächendisposition festgelegt. Es ist aber auch festgehalten dass die konkrete Gestaltung des Projekts „Gärten im Garten“ – der Naturspielplatz ist ein Teil davon – noch erfolgen muss. Solange diese Abstimmung noch läuft und noch keine im Detail abgestimmte Planung vorliegt, die auch die kartierte Vegetation vollständig enthält, dürfen vor Ort keine irreversiblen Fakten geschaffen werden – also auch keine Bodenentsiegelung!

Deswegen fordern wir einen sofortigen Baustopp im Bereich des Naturspielplatzes, der Kleingärten, des zukünftigen Marktplatzes und des Birkenwäldchens.

Bitte laden Sie uns kurzfristig ein zu einer außerordentlichen Sitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe, um die notwendige Abstimmung voranzubringen.

Unterzeichner:

Die Anwohnervertreter: Norbert Rheinlaender, Klaus Trappmann, Edelgard Achilles, Marlies Funk, Heidrun Knief-Schneiker, Matthias Bauer, QR Schöneberger Norden, Gabriele Hulitschke, QR Madgeburger Platz

Die Initiativenplattform am 16.02.11

Sofortiger Baustopp, Brief der Initiativenplattform Gleisdreieck und der Anwohnervertreter am 16. 02. 11, PDF-Dokument

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Ein Kommentar zu “Baustopp am Gleisdreieck gefordert

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