Beitrag zur Bürgerbeteiligung Nord-Süd-Grünzug

Alternativplanung für die Eingänge an der Monumentenbrücke

Die Planung für die Rampen, mit denen an der Monumentenbrücke die Zugänge auf der östlichen Seite zum Flaschenhalspark und auf der westlichen Seite zum Nord-Süd-Grünzug gestaltet werden sollen, haben auf den vier Planungswerkstätten des Bezirks Tempelhof-Schöneberg heftige Kritik ausgelöst. Hauptkritikpunkte waren, dass für diese Bauwerke zahlreiche Bäume gefällt werden müssten, dass die Rampen vor allem in den Böschungen auf der Westseite sehr raumgreifend sind, sowie diverse funktionale Mängel.

Hier soll nun eine Alternative vorgestellt werden, die von einem anderen Denkansatz ausgeht. Statt Rampen in den Böschungen werden hier Rampen vorgeschlagen, die aus dem Gelände direkt als eigenständige Bauwerke auf die 6 bis 7 m höher liegende Monumentenbrücke führen. Bei einer Höhe von 6 Metern und einer Steigung von 6% sind diese Rampen 110 m lang. Sie setzen sich aus zwei Steigungen von 50 m Länge, sowie zwei Podesten von 5 m Länge zusammen. In der Perspektive sind diese Rampen rot als Volumenmodelle dargestellt. Für eine Realisierung könnten Konstruktionen aus Stahl oder aus Spannbeton entwickelt werden. Mit den Rampen wird die Brücke wird konstruktiv nicht angetastet, abgesehen von zwei Öffnungen im Geländer.

Perspektive Monumentenbrücke mit nördlich angedockten Rampen
Perspektive Monumentenbrücke mit nördlich angedockten Rampen

Die Rampe östlich der Fernbahnlinie schließt nahtlos an den von Norden kommenden Fahrrad- und Fußweg an. Die Vorteile gegenüber der zur Zeit vom Bezirksamt favorisierten Lösung liegen auf der Hand: Nach der offiziellen Planung müssen die Radler unter der Monumentenbrücke um 90 Grad nach Osten abbiegen, dann die Gleise der Museumsbahn überqueren, dann wieder um 90 Grad nach Süden abbiegen, dann in zwei Kurven südlich der Monumentenbrücke zur Rampe in der östlichen Böschung, auf der ihnen auf halber Höhe nochmal eine 180 Grad-Wendung abverlangt wird. Außerdem müssten für die Rampe in der östlichen Böschung einige alte Bäume gefällt werden und ein fremdes, privates Grundstück in Anspruch genommen werden. Dies alles entfällt bei der neuen Rampe. Voll entspannt und ohne Richtungsänderung erreichen die von Norden kommenden Parkbesucher den nördlichen Bürgersteig der Monumentenbrücke. Ohne die Straße überqueren zu müssen, kommen sie auf dem nördlichen Bürgersteig der Monumentenbrücke zur westlichen Rampe.

Die westliche Rampe führt von der Brücke Richtung Norden auf das Gelände hinunter. Auf halber Höhe gibt es ein Zwischenpodest, auf dem man die Richtung wechseln kann, wenn man nach Süden auf der Schöneberger Schleife oder zum Bahnhof Südkreuz unterwegs ist. Der große Vorteil gegenüber der offiziellen Lösung ist, dass hier mit nur einer Konstruktion beide Richtungen bedient werden. In der offiziellen Planung führen zur Zeit Rampen etwas nördlich und südlich des westlichen Auflagers der Monumentenbrücke in den Böschungen nach unten aufs Bahngelände. Die Böschungen sind steil, Böschungssicherungsmaßnahmen und aufwendige Ingenieursbauwerke würden hier notwendig werden. Auf der gesamten Strecke zwischen Großgörschenstraße und Kolonnenbrücke würde von der zur Zeit dicht bewachsenen Böschung kaum etwas übrig bleiben. Die für die freistehenden Rampen notwendigen Eingriffe sind dagegen vergleichsweise gering – auch wenn nochmal eine dritte Rampe an der Kolonnenbrücke gebaut werden sollte. Die Kosten dürften wesentlich unter der jetzt vom Bezirksamt favorisierten Lösung liegen.

Das Brückenfeeling

Die Monumentenbrücke ist ein besonderer Ort. Sie ist nicht nur Übergang zwischen den Bezirken Schöneberg und Kreuzberg, Stellplatz für Autos und Veloroute. Vor allem auf dem nördlichen Bürgersteig der Brücke bleiben Fußgänger oft stehen, genießen die Aussicht auf das Bahngelände, auf den zukünftigen Park und auf die Skyline Berlins. Denn vor hier ist alles zu sehen, was zwischen Alex und Potsdamer Platz über die Berliner Traufkante hinausragt. Die Brücke ist ein Treffpunkt, ein Ort für Verabredungen, nicht nur an Sylvester. Die Besonderheit des Ortes würde durch die freistehenden Rampen gestärkt. Es gäbe noch einen Grund mehr, mal über die Monumentenbrücke zu schlendern. Mit den Rampen werden die Zugänge zum Gleisdreieckpark, zum Flaschenhalspark und zum Nord-Süd-Grünzug inszeniert und nicht in den Böschungen am Rand versteckt, wo sich früher die illegalen Schlupflöcher zum Bahngelände befanden. Die freistehenden Rampen wären die angemessene städtebauliche Geste dafür, dass das Gelände nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Die Architektur der Rampen sollte sollte möglichst zurückhaltend, die Konstruktion möglichst leicht und eigenständig gegenüber der denkmalgeschützten Monumentenbrücke sein.

1948 auf der Monumentenbrücke, am Horizont ist die Ruine des Anhalterpersonenbahnhofs zu sehen, heute sieht man dort das Tempodrom. In den Jahren vor 1945 war am nördlichen Geländer der Monumentenbrücke eine Sichtblende aus Holzbrettern installiert, um „Spionen“ den Ausblick zu verwehren.
1948 auf der Monumentenbrücke, am Horizont ist die Ruine des Anhalterpersonenbahnhofs zu sehen, heute sieht man dort das Tempodrom. In den Jahren vor 1945 war am nördlichen Geländer der Monumentenbrücke eine Sichtblende aus Holzbrettern installiert, um „Spionen“ den Ausblick zu verwehren.

Planungsgrundlage

Als Planungsgrundlage für die Testplanung mit den freistehenden Rampen wurden Unterlagen genutzt aus der Planfeststellung „Verkehrsanlagen Zentraler Bereich“ , 1994, Ausschnitt Monumentenbrücke.

Draufsicht auf die Monumentenbrücke mit nördlich angedockten Rampen
Draufsicht auf die Monumentenbrücke mit nördlich angedockten Rampen

Bilder von der zur Zeit aktuellen Planung des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg sind zu finden auf dem Landwehrkanalblog im Bericht  Viertes und „abschließendes“ Werkstattgespräch zum Nord-Süd-Grünzug?

Ergänzung 08.06. 2011

Bewertung des Vorschlags durch „Landschaftsarchitektur Thomanek Duquesnoy Boemans“ und „Grün Berlin GmbH“

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3 Kommentare zu “Alternativplanung für die Eingänge an der Monumentenbrücke

  1. Thema Rampe hoch an der Kreuzbergstraße
    was da auf der östlichen Seite bisher dicht an einem alten Eisenbahnerhäuschen zur Zeit bewohnt von einem stadtbekannten Spekulanten der gerade in unserem Revier seine
    Muskeln spielen läßt nun von diesem und vom Florians Garten weggerückt werden soll spielt diesem Herrn und der Florians Betreiberin welche auch in dem Häuschen wohnen soll in die Hände.
    Dies eigentlich nur um Wachheit zu signalisieren.
    Eigentlich kann ich es nur gut finden,daß da die Refugien dieser Leute durch die ansteigende
    Rampe den Radfahrer in deren Fenster schauen läßt.
    Schlimmer ist die verschlimmbesserte Variante der Rampe westlich. Nur damit die von der östlichen Rampe kommenden einen kurzen Weg ja wohin denn nach Norden oder und Süden
    neee .
    Ich denke,daß vom Südkreuz schon weit vor der Monumentenbrücke ebene Erde erreicht werden muß um der Betonmafia ein Strich durch die Rechnung zu machen.
    Dann kann der Weg gemütlich bis zur Bz Ausfahrt gegenüber der Nr11 abzweigen und seiner eigentlichen Bestimmung folgen nämlich zur Brücke 5 und darüber in Richtung Nord.
    Diejenigen welche dann von der Parkfläche auf der östlichen Seite in Richtung Südkreuz wollen können ja die paar Meter über die Monumentenbrücke runter zu Bautzener 11 sich einfädeln und e b e n e r d i g gemütlich unsere grüne Pracht bis weit hinter die Monumentenbrücke bewundern.Danach erst sanft ansteigend den Niveauunterschied zum Südkreuz meistern.Oder in der nördlichen Richtung raumgreifend wandern oder radeln.

    hoffe,daß dies nicht allzuschräg klingt .

    Wir können ja mal eine vor Ort Begehung organisieren .Ich selbst hab ja das thematisierte Gelände seit 36Jahren aus meiner 4.Etage Richtung Osten blickend vor der Linse.
    Könnte mir vorstellen eine Balkonpartie zu gestalten mit freiem Blick bis Potsdamer Platz usw.
    Da niemand auf mein Vorschlag der Baumpatenschaften eingegangen ist teile ich mit,daß ich jetzt im Auftrag der Doppelstämmigen Linde kurz vor der Brücke 5 für diese bei der Verwaltung eine Patenschaft übernehme.Die Linde befürchtet nämlich,daß die Nichtanwohner
    gar nicht klar sind,daß deren Boden eigentlich uns gehört und ihr auch die Krömer Version
    fremd ist,daß nun ein Hai angeblich Verfügungsgewalt über den Raum zwischen Großgörschen- und der Yorckstraße habe.

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