3. Werkstattgespräch zum „Stadtumbau Südkreuz“

Fast 1.000 Unterschriften für die Erweiterung des geplanten Grünzuges entlang der gesamten Bautzener Strasse

Zu Beginn des 3. Werkstattgesprächs zum „Stadtumbau Südkreuz“ am 23.9.2010 im Rathaus Schöneberg fand die Übergabe von 979 Unterschriften an Baustadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, Bernd Krömer  statt. Hier der Text der kurzen Ansprache, die von einem Vertreter der Initiativgruppe bei dieser Gelegenheit gehalten wurde:

„Sehr geehrter Herr Krömer,

wir sind eine Gruppe von Anwohnern und Anwohnerinnen rund um den Alten-St.-Matthäus-Kirchhof, die sich spontan und unmittelbar nach der Auftaktveranstaltung im April – praktisch auf den Stufen des Rathauses Schöneberg – zusammengefunden hat.

Wie Sie wissen, beschäftigt die Brache an der Bautzener Straße die Anwohner bereits seit vielen Jahren. Seit Mitte der 90er Jahre wurde dies bei zahlreichen und verschiedensten Gelegenheiten deutlich : bei  Runden Tischen, durch eigene Initiativen und in (sowohl kooperativ als auch selbst entwickelten) Konzeptionen für eine anwohnerfreundliche Nutzung – schließlich im letzten Jahr, als es um die drohende Ansiedlung eines Self-Storage Lagerhauses ging.

Deshalb war es nicht überraschend, dass auch bei der Auftaktveranstaltung der Werkstattgespräche am 22. April die anwohnerfreundliche Gestaltung der Bautzener Brache bei  Fragen und Wünschen  ganz oben stand.

Eine Aussage von Ihnen, Herr Krömer, hat sich dabei sehr motivierend auf unsere Organisationsbereitschaft ausgewirkt – das war Ihr Wort von den “Partikularinteressen“, die in unserem Engagement ihren Ausdruck fänden.

Da sind wir nämlich ganz anderer Meinung!

Es kann nicht Ausdruck von Partikularinteressen sein, wenn wir bemängeln, dass trotz des oftmals beklagten Grünflächendefizits im Schöneberger Norden der Nord-Süd-Grünzug ausgerechnet dort, wo er vor den Haustüren des Gebietes des ja auch von Ihnen geförderten Quartiersmanagements Kulmer Kiez verläuft, nicht existieren soll, ja im Gegenteil  hier sogar eine massive Barriere vor dem Gleisdreieckspark entstehen könnte.

Wir sehen es auch nicht als Partikularinteresse, besorgt darüber zu sein, dass die Mittel für die Instandsetzung der Brücke 5, die einen leichten und praktikablen Zugang zum Park gewährleisten könnte, zwar offenbar gesichert sind, alle bisher vorliegenden Pläne aber überhaupt keinen Anschluß dieser Brücke zeigen – weder im Norden noch im Süden. Was nützt, was soll eine Brücke, die nichts verbindet?

Unserer Frage, ob unser Bezirk sich am Erwerb der benötigten Flächen interessiert gezeigt habe, wurde aus der Behörde mit dem einfachen Hinweis begegnet, dass die Eignerin vivico nicht zum Verkauf der Fläche als Grünanlage bereit sei; nun müssen wir aber feststellen, dass die vivico genau diese Fläche  sehr wohl verkauft hat – offenbar ohne dass sich der Bezirk ernstlich mit einem (also doch möglichen!) Ankauf beschäftigt hätte.

Entsprechend motiviert haben wir dann in einer ad-hoc-Gemeinschaft mit Mitgliedern der AIF Bautzener Straße und des Quartiersrats Schöneberger-Norden, eine Unterschriftenaktion in unserem ‚Kiez‘ gestartet. Und hier wurden unsere eigenen Erwartungen übertroffen: Bereits innerhalb der ersten zwei Wochen hatten wir schon über 800 Unterschriften zusammen, etwa ein Viertel von Bewohnern mit Migrationshintergrund (auf diesen Aspekt sind wir besonders stolz).

Auch beim Kulmer Kiezfest am letzten Wochenende war die Resonanz auf unsere Initiative ausschließlich positiv : aktuell haben wir also fast 1.000 Unterschriften (bei 5.000 Bewohnern des Kiezes eine beeindruckende Zahl).

Diese Unterschriften möchten wir Ihnen jetzt überreichen … mit der persönlichen Bitte an Sie, die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen aus dem Schöneberger Norden wirklich ernst zu nehmen.

Unterstützen Sie die Erweiterung des geplanten Nord-Süd-Grünzuges entlang der gesamten Bautzener Straße (d.h. auch: in seiner vollen Breite),  damit von hier aus ein für alle Bewohner von Schöneberg-Nordost wirklich praktikabler Zugang zum Park am Gleisdreieck entstehen kann.

Nutzen Sie in diesem Zusammenhang auch Ihre Verbindungen zu unseren verantwortlichen Kreuzberger Nachbarn, um auf eine positive Entwicklung am Yorckdreieck hinzuwirken.

Bei all dem stehen wir hinter Ihnen!

Herzlichen Dank!“

Nachtrag am 27. 09. 2010, Berichte über die Planungswerkstatt am 23. 09. 2010

2 Kommentare zu “Fast 1.000 Unterschriften für die Erweiterung des geplanten Grünzuges entlang der gesamten Bautzener Strasse

  1. der „alte St.Matthäus“ Block hat mich darin bestärkt,daß es möglich ist das festgefügte
    Bild der Verwaltung zu erneuern.
    Emotional betrachtet hier meine Erkenntnisse aus den Darstellungen.
    Schlüssel ist die Brücke 5 die ja dem „neuen Investor Firma Schröder“ dazu dienen wird auf Verwaltungskosten einen eleganten Übergang nach Kreuzberg zu bekommen.
    An dieser Stelle erinnere ich daran,daß damals als der Potsdamer Platz geplant wurde
    diese komprimierte Bebauung zu der Bereitstellung von Ausgleichsflächen für die Vorgaben der
    Freiflächenstrukturen ermöglicht wurden.
    Auch Gelder dazu wurden von den Investoren oder der Vivico bereitgestellt.
    Lediglich geplant war,daß im Bereich des Aral Tankstellendreiecks eine weitere
    Bebauung bis hin zu Wolkenkratzerhöhe erlaubt war.
    Dies spielt auch nach dem 3.Werkstattgespräch meiner ansicht nach immer noch eine sehr große Rolle.
    Ein Teilnehmer am 23.09 war nahe dran als er feststellte,daß nach der wohlklingenden
    Anmerkung der Verwaltung,diese Brückensanierung wohl ins Nichts führen würde.
    Nein sie wird wahrscheinlich dazu genutzt die beiden Zentren AralDreieck und Bautzener Straße zu verbinden.Nicht nur das Bonbon der Radweg wird dann eine Bedeutung haben.
    Und im schlimmsten Fall wird dann das was auf dem YO Dreieck gebaut wird seinen
    Verkehrsabfluß über die Bautzener ableiten da die Yorckstraße als Verkehrsrennstrecke
    sonst verstopft wird.

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