385 neue Wohnungen

Möckernkiez, das erste Baufeld im Park

Heute am 26. 03. 2010 entscheidet die Mitgliederversammlung der Initiative Möckernkiez über den Kaufvertrag für das Grundstück auf dem Anhalter Güterbahnhof. Die in der AG Gleisdreieck zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen hatten die Ausweisung dieser Baufläche immer kritisiert. Der städtebauliche Vertrag zwischen dem Land Berlin und der VIVICO von 2005 ist jedoch eine Realität geworden, die spätestens durch den Bau der 385 neuen Wohnungen für alle sichtbar werden wird.
Dass nun eine im Stadtteil verankerte Initiative mit hohen sozialen Anspruch hier bauen möchte – und nicht ein ausschließlich am Profit orientierter Developer – das ist positiv. Allerdings sind die rund 12 Mio. Euro für das Grundstück eine schwere Hypothek für Ziele der Initiative Möckernkiez. Am Samstag will die Initiative in einem Workshop das städtebauliche Konzept überarbeiten. Wirtschaftliche Überlegungen – damit auch Leute mit kleinem Geldbeutel mitmachen können – werden bei dieser Diskussion eine wichtige Rolle spielen.

Städtebaulicher Entwurf für den Möckernkiez der Baufrösche von März 2009
Städtebaulicher Entwurf für den Möckernkiez der Baufrösche von März 2009,  Abbildung aus dem Flyer der Initiative

Der bisherige Entwurf für den „Möckernkiez“ sieht so aus: Zur Yorckstraße gibt es eine Abschirmung, die durch das aufzustockende Gebäude des Zollpackhofes gebildet wird, dass durch unterschiedliche Gewerbe genutzt werden soll. Zum Park hin ist eine kammartige Struktur vorgesehen, dabei sind die offenen Seiten des Kamms dem Park zugewendet. Dies ist der Versuch, zum Park hin eine große Oberfläche zu bilden, um möglichst viele Wohnungen teilhaben zu lassen am Blick in den Park. Dabei gibt es selbstverständlich ein Gefälle in der Qualität. Wer nicht ganz vorne zum Park wohnt, hat ein eingeschränktes Blickfeld und etwas mehr Verschattung. Die Lücken zwischen den einzelnen Armen des Kamms sind also gedacht für das interne Funktionieren des Möckernkiezes. Die bisherige Entwurf für den Möckernkiez entstand – und das ist  verständlich –  hauptsächlich aus Sicht der zukünftigen Bewohner und Nutzer des Möckernkiezes.

Was könnte das Projekt Möckernkiez den Parkbesuchern bringen?

Die nordwestliche, dem Park zugewandte Seite des Baufeldes hat eine Länge von über 250 m. Wie wäre es, wenn diese 250 m lange Flanke nicht bis zur Grundstücksgrenze bebaut würde, sondern wenn die Bebauung um ein paar Meter zurückbliebe zugunsten eines Vorgartenstreifens? Dieser Vorgartenstreifen, parallel zur geplanten Wegeführung im Park liegend, könnte nachmittags als Sonnenterrasse zum Park dienen, sowohl für Bewohner des Möckernkiezes als auch für die Besucher des Parks. Entlang dieser Sonnenterrasse könnten in den Gebäuden des Möckernkiezes öffentliche Einrichtungen stattfinden, kommerzieller, sozialer und kultureller Art, also ein Zeitungskiosk, eine Eisdiele, ein Restaurant, der Eingang zur  Kita, der Eingang zum Hotel, ein anmietbarer Veranstaltungsraum für Familienfeste u. v. a.
Der zukünftige Park ist ein öffentlicher Raum. Das Projekt Möckernkiez sollte diesem öffentlichen Raum nicht einfach eine (zu schützende) Rückseite zuwenden, sondern bewusst eine städtische Vorderseite entwickeln. Davon könnten alle proftieren, die Projektbeteiligten des Möckernkiezes und die Besucher des Parks.

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