Kritik an den Planungen für den Westpark

Seit Anfang 2007 gibt es die sogenannte „Projektbegleitende  Arbeitsgruppe Gleisdreieck“, in der Vertreter der Senatsverwaltung, von Grün Berlin, der Bezirke, der Landschaftsarchitekten Loidl und gewählte Anwohnervertreter regelmäßig tagen, um die Planungen für den Park auf dem Gleisdreieck voranzutreiben. Einmal im Monat treffen sich die gewählten Anwohnervertreter mit interessierten Anwohnern auf der sogenannten Initiativenplattform, um ihre Arbeit dort rückzukoppeln. Am 7. 10. 2009 fand wieder eine Sitzung dieser Initiativenplattform statt.  Anwesend waren ca. 25 Personen – darunter viele Kleingärtner – , die sich gut drei Stunden intensiv mit den Planungen für den „Westpark“, also den Potsdamer Güterbahnhof auseinandersetzten.

Diskutiert wurden die Wege und Eingänge, der für die Kleingärten vorgeschlagene Marktplatz, die multifunktionale Platzfläche unter der U1, der mangelnde Respekt der Planungen für die vorhandene Vegetation aus Silberpappeln und Ölweiden sowie natürlich das Thema Sport. Nun – mehr als drei Wochen nach dieser Sitzung –  liegt die gemeinsame  Stellungnahme mit den auf der Sitzung diskutierten Inhalten endlich vor. Grund für diese Verzögerung waren die unterschiedlichen Haltungen zum Thema Sport, genauer gesagt  zum  Beschluss des Runden Tisches vom 9. September 2009 (siehe Bericht auf diesen Seiten), dass nämlich Grün Berlin und die Senatsverwaltung prüfen sollen, ob ein wettkampfgerechter Fussballplatz zwischen U1 und U2 realisiert werden kann. Auf der Veranstaltung begrüßte eine große Mehrheit der Anwesenden diesen Prüfungsauftrag des Runden Tisches, weil man damit aus der unseligen Zuspitzung „Kleingärten oder Sport“  herauskommen kann und sich erstmals nach Jahren eine Lösung abzeichnet, mit der beides möglich wäre: Kleingärten und Sport. Ein Teil der gewählten Anwohnervertreter jedoch lehnte diesen Vorschlag ab und sähe den Vereinsport lieber auf dem Tempelhofer Feld. Sie argumentierten, dass mit diesem Vorschlag die einzige große Freifläche des Westparks für den Sport geopfert und der Park immer mehr zu einem „Halli-Galli-Park“ würde. Die Mehrheitsverhältnisse in diesem Punkt schienen jedoch so eindeutig, dass auf eine Abstimmung verzichtet wurde.
Ein folgenschwerer Fehler, wie sich inzwischen herausstellte. Denn wochenlang wurde die Herausgabe der Stellungnahme von einem Teil der Anwohnervertreterinnen immer weiter verzögert. Mal hieß es, es sei doch fraglich, ob die Mehrheit tatsächlich für diesen Sport-Vorschlag gewesen sei, mal hieß es, man arbeite noch an einer Formulierung, die den unterschiedlichen Positionen gerecht werde, mal hieß es, das „letzte Wort“ sollten die Anwohnervertreter haben. Auch die hier nun veröffentlichte Fassung fand nicht die Zustimmung aller Anwohnervertreterinnen, obwohl in diesem Text die jeweils abweichenden Positionen in Kursivschrift hervorgehoben werden.
Am 5. November, 17 Uhr sollen auf einem Planungsforum die Planungen für den Westpark öffentlich vorgestellt und diskutiert werden.

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