Nützt die Öffnung des Tempelhofer Feldes dem Gleisdreieck?

Spät, aber doch überraschend kam vor ein paar Tagen die Meldung, dass das Tempelhofer Feld nun schrittweise geöffnet werden soll. Dabei ist es erst wenige Wochen her, dass der Senat den Zaun um die brachliegende Wiese mit Polizeigewalt hat verteidigen lassen. Nun sollen ab Herbst geführte Touren stattfinden, ab Oktober können Sportler die Softballfelder nutzen (am Columbia Damm in der Nähe der Rosinenbomber). Ab Mai kommenden Jahres wird das Feld schließlich täglich geöffnet sein. Parallel zur Öffnung soll ein mehrstufiges Bürgerbeteiligungsverfahren stattfinden.

300 ha neue Freifläche stehen Berlin dann zur Verfügung. Platz genug um alle raumgreifenden Wünsche in dieser Stadt zu erfüllen?

Wie wäre es, wenn die AG (Gleisdreieck) hier jetzt Türkiyemspor bei seiner berechtigten Suche nach einer Heimat, nach über 30 Jahren unterstützt und ihrerseits für Trainingsplätze für Türkiyemspor auf dem Flughafen Tempelhof plädiert. Das wäre echte Solidarität und es käme keine Nachgeschmack auf, das hier einer gegen den anderen ausgespielt wird.

Das war der Vorschlag, den Firat KEKevi am 5. Mai 09 in einem Kommentar auf diesen Seiten gemacht hat. Bisher hat sich AG Gleisdreieck nicht zum Thema Tempelhof geäußert. Obwohl sicher alle unter uns Firat KEKevi voll zustimmen. Aber es ist gut, dass dieser Vorschlag nicht zuerst aus den Reihen der AG Gleisdreieck kam. Wäre er aus den Reihen der AG Gleisdreieck gekommen, wäre uns sofort Eigennutz unterstellt worden. Denn natürlich würde eine Lösung für Türkiyemspor in Tempelhof den Druck vom Gleisdreieck nehmen.

Viele sollten sich in den kommenden Monaten an den Bürgerbeteiligungsverfahren in Tempelhof beteiligen. Auch wenn klar ist, dass die Verwaltung intern schon wichtige Entscheidungen getroffen und viele Claims verteilt hat. Es wird nicht einfach sein, dort Raum für  dringende Bedürfnisse, wie das von Türkiyemspor, durchzusetzten. Aber es würde sich lohnen, nicht nur für das Gleisdreieck.

In der der Pressemeldung (31. 08. 09) der Senatsverwaltung zur Öffnung von Tempelhof lautet der letzte Satz:

Hausherr des Parks wird die Grün Berlin GmbH sein.

Ausgerechnet Grün Berlin GmbH, die am Gleisdreieck die Bürgerbeteiligung mehr schlecht als recht wie eine lästige Pflichtaufgabe erledigt! Von den zugesagten zwei bis vier öffentlich Planungsforen pro Jahr, auf denen der Stand der Planung öffentlich dargestellt werden sollte, hat im Jahr 2009 noch keins stattgefunden, 2008 gab es eins, 2007 auch nur eins. Die versprochene Transparenz zum Thema Baumfällungen sah so aus, dass an einem Samstag Nachmittag Bürger „informiert“ wurden, dabei die Anzahl der Bäume stark untertrieben wurde, obwohl der Auftrag zum Fällen der Bäume längst schon vergeben war. Am Montag drauf legten die Firmen mit den Motorsägen los. So geschehen im letzten Herbst auf dem Anhalter Güterbahnhof.

Der Senat wäre gut beraten, die Aufgaben der Grün Berlin GmbH in Tempelhof auf das Aufsperren der Tore, die Entsorgung von Müll und andere technische Ding zu begrenzen.
Die Durchführung der Bürgerbeteiligung und der Planung mit Bürgern sollte nicht in die Hände von Unternehmen gelegt werden, die gezeigt haben, dass sie Bürgerbeteiligung innerlich ablehnen.

Veranstaltungstip: Grün Berlin GmbH life auf dem Gleisdreieck am Sonntag den 6. 09. 2009

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