Spuren der nächtlichen Zerstörung

Die meisten Spuren der nächtlichen Zerstörung sind heute nicht mehr zu sehen. Grün Berlin hat seine Zäune wieder aufgestellt, am Naturspielplatz spielen wieder Kinder, die Scherben wurden von hilfsbereiten Menschen aufgesammelt. Sichtbar bleibt jedoch die Zerstörung der Bildhauerwerkstatt. Der Bauwagen liegt mit eingeschlagenem Fenster auf der Seite, die steinernen Objekte der Bildhauer sind zum großen Teil zertrümmert worden. Es ist ein Rätsel, warum sich die Zerstörungswut ausgerechnet an dieser Stelle so ausgetobt hat. Ob die Bildhauer sich davon erholen und ihr Projekt fortsetzen? Mehr über das Projekt der Bildhauer auf der alten Seite berlin-gleisdreieck.de.

Bilder der Zerstörungen vom 5. Juli 09

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8 Kommentare zu “Spuren der nächtlichen Zerstörung

  1. Zerstörter oder verwahrloster öffentlicher Raum liefert wiederum anschauliche Argumente für die notwendige „professionelle“ Gestaltung und anschließende Überwachung. Da ergänzen sich die unbezahlten und bezahlten Vandalen wieder großartig.

  2. Natürlich ist das Destruktionspotential der Arbeitsgemeinschaft Grün Berlin/Loidl größer als das der nächtlichen, unbezahlten Vandalen. Aber wir sollten den nächtlichen Vandalismus nicht bagatellisieren. Die Bildhauer sind davon so hart getroffen worden, dass tatsächlich die Existenz ihres Projektes in Frage gestellt ist. Ich hoffe, sie geben nicht auf und bleiben trotzdem auf dem Anhalter Güterbahnhof.

  3. Auch ich bin kein Fan von Sachbeschädigung. Finde ich nicht intelligent genug. Aber wenn ich z. B. den dramatischen Kommentar von Norbert (Rheinlaender) lese, dann möchte ich doch vorschlagen, auf dem Teppich zu bleiben. Ich meine: jeden Tag sterben auf der Welt ca. 20.000 Kinder an Hunger. Und was das Gleisdreieck anbelangt, ist das Verbrechen, das dort begangen wurde, die Zerstörung eines großen Teils der Natur durch „Plattgrün“ (wie Warhead so schön sagt) und nicht das Umwerfen von ein paar Bauzäunen, die Beschädigung eines angelegten Rindenmulchhügels oder die Tatsache, daß da jetzt ein Bauwagen des NER schief steht, der vorher noch gerade stand.

  4. Mir kommt dieser nächtliche Exzess eher wie eine Abrechnung vor,das ist wohl das erwartbare Ergebnis wenn man verschiedene Nutzer gegeneinander ausspielt…Bürgerbewegte,ökolibertäre Gemüsegärtner,Bosnier,Hundebesitzer,Autoschrauber,Eltern mit Anspruch,Laubenpieper,Künstler,Sportler und Eventsportler,Imker,Kunst,Sprayer,Partymenschen,Museumsleute.Hab ich was vergessen,achja ganz normal erholungsbedürftige Nachbarn denen das alles auf den Sack geht und die feststellen das dort ein Park für alles mögliche entsteht,aber nicht für sie und ihre Bedürfnisse.Ausserdem war da doch schon ein Park,der wird gerade von Plattgrün niedergewalzt.
    Na da kann die Antwort doch nur lauten „Wenn ihr unseren Park kaputtmacht,na da machen wir eben euren auch kaputt“.Ihr pflanzt an,wir reissen raus,ihr stellt hin,wir kippen um.
    Die Fragen die mich allerdings umtreiben sind die.Der Wachschutz im Auftrage Plattgrüns patroulliert from Dusk till Dawn viermal ausgiebigst übers Gelände und will von all dem Gepolter und Tumultieren nix bemerkt haben??
    Wenn ich richtig was kaputtmachen wollen würde,wieso steht die grüne Bude noch,wenn einer mit ner Flex rumhantiert dann lässt er als Randalierer mit Anspruch von der nur noch ein Aschehäufchen übrig und zerlegt den Baggern noch die Hydraulik,quasi als Kirsche auf der Sahne.
    Also wem wurde in letzter Zeit ganz besonders auf dem Gemüt herumgetrampelt…denn wütende Kids veranstalten anderes als Zäune umzuflexen…oder wer profitiert von der Randale,die alte Frage…Wo ist das Geld??
    Hat Plattgrün nen Exklusivvertrag mit nem Zaunlieferanten,wobei Zäune ja was geiles sind,die schliessen meistens Leute aus die ohnehin permanent hinfortgentrifiziert werden,und wenn öffentlicher Raum so versperrt wird,na das ist doch ne Einladung mit Aufforderung jetzt mal richtig wütend zu werden

  5. Diese damagogische Strategie, BürgerInnen, die sich über viele Jahre für die Qualität ihres Wohnumfelds und den Erhalt einer einzigartige Brachlandschaft einsetzen, sich nun jedoch vom unaufhaltsamen Prozess ihrer (hinreichend dokumentierten) plan- und außerplanmäßigen Zerstörung in ihrem Engagement überrollt, in ihrem Recht auf Teilnahme und Mitgestaltung fortgesetzt missachtet sehen und also nachdrücklich dagegen protestieren, für einen, vor dem Sägen und Planieren auf diesem Areal eben so nicht gekannten Vandalismus auch noch in Mithaftung zu nehmen und dazu fundierte Kritik als Verbrauch negativer Energie zu diffamieren, der in Destruktion mündet -, diese perfide Strategie, die zivilgesellschaftliches Engagement bei Konflikten sogleich in die Nähe von Querulanz und Renitenz rückt, ist ja nur allzu bekannt, eines senatseigenen Unternehmens mit seiner besonderen öffentlichen Verantwortung aber schlechterdings unwürdig!


  6. Nachtrag

    Da es keinen Grund gibt, dem immer um Ausgleich bemühten NR zu unterstellen, dass er dieses

    „[…] Sie kündigte an, dass sie zukünftig auf ihrer Homepage entsprechende Gegenöffentlichkeit machen wollen (www.park-gleisdreieck.de). Sie findet es schade, dass so viel negative Energie verbraucht und das schon Erreichte von uns nicht gewürdigt und anerkannt wird. […]“

    falsch wiedergab, bin ich guter Hoffnung, dass es die „Grün Berlin“ schaffen wird (ggf. mit Unterstützung durch z. B. lab3), eine eigene, das Gleisdreieck behandelnde Website, zu realisieren.

    Die für die Seite selber oder durch Lohnschreiber verfassten Texte sollten sich aber schon deutlich von der üblichen Werbeprosa unterscheiden.

    Und wenn’s reicht: Gute Argumente gegen die hier (und anderswo) geäußerten Feststellungen sollten auf ihrer „Gegenöffentlichkeit“ schaffenden Seite allerdings nicht fehlen.
    Das wäre schon mal ein kleiner Fortschritt.

    Ich denke, da sollten wir die im Auftrag und mit Unterstützung der „Senatsverwaltung für Stadtentwicklung“ tätigen „Grün Berlin“ an ihrem eigenen Anspruch messen können. Der sich allerdings bisher wie äußert?

    Oder ist das jetzt schon wieder fies?

  7. Es ist doch nicht erstaunlich, dass die Vertreterin der „Grün Berlin Park und Garten GmbH“ den Versuch unternimmt, die Verfasser der „Äußerungen auf unserer Homepage“ mit in die Haftung dafür zu nehmen, dass es den unbezahlten Vandalismus gab.
    Auch ich habe für die Zerstörungen kein Verständnis, aber ebensowenig für diesen so fragwürdigen wie zielgerichteten Erklärungsversuch.

    Auch die Vertreter/-innen der „Grün Berlin“ oder der für die naturvernichtende Umgestaltung des Gleisdreiecks letztlich verantwortlichen „Senatsverwaltung für Stadtentwicklung“ hatten und haben die Möglichkeit, sich auf diesen Seiten zu äußern und ihrer Meinung nach falsche Darstellungen zu korrigieren bzw. zu kritisieren.
    Dazu gehört nicht viel: Etwas Mut und gute Argumente!
    An beidem scheint es ihnen aber zu fehlen.

    Auf der von Norbert R. genannten Seite ist übrigens nichts zu lesen. Der dort stehende Text ist schon seit Jahren zu „bewundern“.
    Immerhin haben sie es geschafft, eine Domain anzumelden und eine Weiterleitung auf diese Seite einzurichten. Alle Achtung!
    Vermutlich feiert „die Vertreterin der Grün Berlin“ es schon als Erfolg, dass ihre Jammerei hier schon so den Weg in die Öffentlichkeit fand.

    Zumindest ich bin gespannt, ob und wie die „Grün Berlin“ das zu erklären in der Lage ist, was sie zwar vollmundig ankündig(t)en, was vor Ort aber leider nicht bzw. kaum zu sehen ist:
    „[…] Ruhe und Naturgenuss werden jedoch nicht fehlen, ökologisch wertvolle Bereiche werden erhalten und bekommen einen Schutz; bahnhistorische Relikte werden integriert. Darüber hinaus ermöglicht der Entwurf durch mehrere Eingänge eine gute Anbindung der umliegenden Wohnquartiere. Neue Wege verbinden dann Kreuzberg und Schöneberg – auf kurzer Strecke – miteinander. […]“ (Auszug von der aktuellen Website der „Grün Berlin“ zum Gleisdreieck [Stand: 26.07.09]).

    Holger S.

  8. Ich selbst war am Langen Tag der Stadtnatur, am 5.Juli so gegen 14 Uhr auf dem NER und habe Fotos gemacht. Die Vandalismusschäden waren enorm: Die Bauzäune waren fast alle umgekippt, der Bauwagen der Bildhauer auch, die Fenster eingeschlagen und die Möbel im Innern zerstört. Daneben lag das Werkzeug: eine Abschleppstange für Lkws. Deshalb schließe ich auf Jugendliche bzw. junge Erwachsene, die sich wohl mit viel Alk im Blut ausgetobt haben. Ansonsten kenne ich keine Tätergruppe, die sowas mit nüchternem Kopf machen würde. Das gerundete Betonbecken (war wohl ein Anschauungsobjekt) ist auch zerstört (siehe Foto) – wahrscheinlich mit derselben Abschleppstange. Die Vertreterin von Grün Berlin sagt, dass auch Granitsteine der Bildhauer zerstört worden sind. Das konnte ich nicht erkennen. Sie waren jedenfalls umgestoßen und lagen zerstreut (war wohl ne Kraftübung für die jungen Männer). Der grüne Bauwagen vom NER stand schief, . . . der bei der Eröffnung noch gerade gestanden hat. Auf meinem Foto steht er schief. Die am NER Beteiligten meinen, beide Bauwagen müssten verschwinden, um nicht erneut Anlass für Zerstörung zu bieten. Ich bin mir da nicht so sicher. Die Schilder sowohl am grünen als auch am Bauzaun (am Eingang) waren runtergerissen bzw. fehlten. Außerdem standen die Bauzäune neben dem neuen, halbhohen Eingangstörchen im Abstand von 2 m, so dass erwachsene Radfahrer locker in den abgezäunten Naturspielplatz reinfahren konnten. Die zu einem Indianerzelt aufgestellten Holzstämme lagen wie ein Scheiterhaufen auf dem Rindenmulchhügel (siehe Foto). Vertreter von Grün Berlin berichteten von Berichten der Wachschützer, die erwachsene Männer mit Akku-Flex wahrgenommen haben, denen offenbar jeder Zaun im Wege steht. Entsprechende Sprüche standen wohl auf den abgerissenen Schildern am Zaun.

    Vertreter von Grün Berlin berichteten, dass am Zaun weitergearbeitet wird. Die ersten neuen Zaunpfähle wurden noch in derselben Nacht aus dem Boden gerissen. Das soll jetzt in einem Schritt mit dem Anbringen von den Gittern erfolgen. Das dürfte also etwa bis zum Wochenende fertig werden. Die Wasserpumpe auf dem Hügel wird erst im nächsten Jahr gebaut, weil dann erst die Aufträge zur Verlegung von Wasserrohren vergeben werden. Das finde ich schade, da der Spielplatz solange nur zu einem geringen Teil funktioniert, denn das Wasser und der Modder sind die Hauptattraktion des gesamten Spielplatzes.
    Die Vertreterin von Grün Berlin vermutet, dass die Äußerungen auf unserer Homepage (u.a. „Kettensägenmassaker“, „bezahlter und unbezahlter Vandalismus“) auch dazu beitragen, dass sich Emotionen so entladen. Sie kündigte an, dass sie zukünftig auf ihrer Homepage entsprechende Gegenöffentlichkeit machen wollen (www.park-gleisdreieck.de). Sie findet es schade, dass so viel negative Energie verbraucht und das schon Erreichte von uns nicht gewürdigt und anerkannt wird.

    Norbert Rheinlaender

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