Pilotprojekt Naturerfahrungsraum

Am Freitag, den 19. Juni, ab 14:30 Uhr wird der „Naturerfahrungsraum“ auf dem Anhaltergüterbahnhof eingeweiht. Nach der Erfahrung mit Ansehen zu müssen, wie in  den letzten Monaten haufenweise  Natur weggebaggert wurde, macht mich die Benutzung des Begriffs „Naturerfahrungsraum“ durch die Grün Berlin GmbH einfach sprachlos.  Hier ein paar Bilder als visueller Kommentar und der Link zu einem Artikel aus dem Landwehrkanalblog, der das Dilemma treffend beschreibt:

NER-Design

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5 Kommentare zu “Pilotprojekt Naturerfahrungsraum

  1. Das Neueste vom Gleisdreieck – auch das Tor (siehe „Glöckner“) konnte sie nicht abschrecken: Besoffene Dumpfbacken haben ein Bild der Verwüstung hinterlassen: der „Kinder“-Bauwagen ist innen demoliert, der Bauwagen der Bildhauer ist völlig zerstört (muss abtransportiert werden, kennt Ihr jemand der das machen würde?) Glasscherben all over, Steinquader wurden zertrümmert, Zäune umgeworfen. Wenn Dummheit weh tun würde…
    Eine Bitte an alle: Augen auf und reagieren, wenn Ihr „verdächtige“ Subjekte bemerkt!
    Wir lassen uns das Gleisdreieck doch nicht jetzt auch noch von irgendwelchen besoffenen Halbstarken kaputt machen!

  2. Bei der Eröffnung wurde ich von mehreren Seiten gefragt, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.
    Die Antwort fällt mir nicht ganz leicht.
    Einerseits bin ich froh, dass wir es geschafft haben. Es wird einen sogenannten Naturspielplatz im neuen Park geben. Vorgesehen waren ursprünglich nämlich nur konventionelle, genormte Spielplätze (im Randbereich).
    Andererseites bin ich doch auch traurig. Das alte Gelände im Schwechtenpark war einfach optimal. Schatten, Bäume zum Klettern, ein Hügel (!), die Gärten, die Bienen und alles bereits belebt, bespielt und geliebt. Schade, dass es das alles nicht mehr gibt. Dafür: schnelle Wege, statt historischem Pflaster, Vegetationsinseln statt Wildwuchs, Sichtachsen statt Stadtbrache, Rasen statt Wiese….
    OK, nicht trauern, nach vorne schauen. Es gibt viel zu tun:
    – weiter mitreden und mitmachen bei der Gestaltung des Parks
    – den Naturspielplatz mit Leben (und Kindern) füllen
    – die Hundebesitzer davon überzeugen, das dieses kleine Fleckchen Park den Kinder gehört
    – und die Chaoten davon abhalten Zäune und Baufahrzeuge zu zerstören und Bauwagen aufzubrechen (keine Zäune, kein Spielplatz – denn, in diesem Fall machen sie tatsächlich Sinn, in dem die Kinder vor der Baustelle in Sicherheit sind!) Übrigens: Dieses pseudo-linke macht kaputt, was Euch kaputt macht, Zäune demolieren z. B. , steht für mich intellektuell auf der gleichen Stufe wie Mercedes-Abfackeln in Kreuzberg.

  3. es gab dort wunderschönen Wildwuchs, immer mehr Menschen identifizieren sich mit ihrem Umfeld, warum dann völlig neue übergeordnete Pläne und eine marode Umsetzung. Schade aber auch das die Anwohner oft eher kraftlos die Umsetzung und Planung sprachlos hinnehmen

  4. Die gestrige Eröffnung des „Naturerfahrungsraum“ habe ich mit gemischten Gefühlen gesehen. Es ist natürlich klasse, Kindern solche Spielmöglichkeiten zu geben. Was mich bedrückt hat, war jedoch das Wissen, dass wir das alles schon mal hatten: die “Bewegungsbaustelle“, die sich seit 2005 an der Rampe nahe Wartenburgstrasse entwickelt hatte. Auch dort gab es Sand, Hölzer zum Spielen, Kastenbeete, richtige Kletterbäume, die auch Schatten spendeten, einen Kletterberg – und es gab Leute , die sich ehrenamtlich um diesen Spielplatz kümmerten. Grün Berlin hat das weggbaggern lassen und präsentiert die Idee Naturerfahrungsraum nun quasi als eigene Idee an anderer Stelle.
    Klar wird durch die Anlage des Spielplatzes an dieser Stelle auch, dass die Kritik am Parkonzept berechtigt war. Nach Aussage der Landschaftsarchitekten Loidl sollten in dem Rahmen, der die große Freifläche umgibt, die Wege verlaufen, hier sollten die historischen Spuren, hier sollte der Wildwuchs erhalten bleiben, hier sollten die Parkprojekte angesiedelt werden. In der Praxis wird jetzt schon sichtbar, dass der Rahmen das nicht leisten kann: Für die interkulturellen Gärten wurde ein Stückchen Wald platt gemacht, für den Naturspielplatz werden die wenigen historischen Spuren, die gerettet werden konnten, mit Sand zugedeckt, der Wildwuchs wird mit dem autobahnartigen Wegebau niedergewalzt.

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