Erste Sitzung der Arbeitsgruppe Sport und Gärten

Mit einem Spaziergang durch die Kleingartenanlage POG am Freitag, den 29. 05. 09 begann die Arbeit der im Bezirksamt beschlossenen Arbeitsgruppe, die eine Lösung für Sport und Gärten auf dem Gleisdreieck suchen soll. Bezirksbürgermeister Franz Schulz, Sportstadträtin Sigrid Klebba, Baustadträtin Jutta Kalepky, Vertreter von Sportverbänden und Bürgerinitiativen ließen sich von den Kleingärtnern durch die Kolonie führen. Der Weg führte erst in den nördlich der U2 liegenden Teil der Gärten, anschließend bis zur südlichen Spitze der Kleingartenanlage. Stippvisiten in einzelne Gärten und ein Blick auf das Areal des Beachvolleyballs und die freie Fläche zwischen den Hochbahnlinien der U2 und U1 rundeten das Bild ab.

Anschließend fand im Vereinsheim der Kleingärtner POG unter Leitung von Franz Schulz die konstituierende Sitzung der Arbeitsgruppe statt. Neben grundsätzlichen Statements der Beteiligten, war die Diskussion vor allem praktisch orientiert. Welche Unterlagen und Pläne sollen als Grundlageninformationen bis zur nächsten Sitzung bereitgestellt werden? Welche Themenbereiche soll die Arbeitsgruppe diskutieren? Ökologie und Stadtklima, Sportflächenausnutzung in den benachbarten Stadtteilen, der Stand der Parkplanung,  die neuen Möglichkeiten auf dem Tempelhofer Feld u. a.  wurden hierfür von den Teilnehmern als Themen benannt. Auf der nächsten Sitzung, die in ca. 3 bis 4 Wochen stattfinden wird, sollen erstmal die möglichen räumlichen Alternativen für den Sport auf dem Gleisdreieck diskutiert werden.

Bilder von der Veranstaltung auf wir-bleiben-alle.de

Zur Erinnerung: Auszug aus der Stellungnahme der Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck zum Bebauungsplan Gleisdreieck VI-140 vom 27. 06. 2006.

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Sport und Kleingartenkolonie

Die AG Gleisdreieck ist gegen die Zerstörung der Kleingartenkolonie und die Anlage von Sportplätzen an ihrer Stelle. Während der überwiegende Teil des Potsdamer Güterbahnhofs in den letzten Jahren durch Baulogistik abgeräumt wurde, stellt die Kleingartenkolonie ein in Jahrzehnten gewachsenes Grün dar. Es wäre absurd, einen neuen Park zu beginnen mit dem Abholzen von 350 Obstbäumen, dem Plattmachen von Gemüse- und anderen Gärten. Nicht zu vergessen die damit einhergehende Verbitterung der überwiegend in Schöneberg-Nord lebenden Kleingärtner. Die Kleingartenkolonie hat sich in den letzten Jahren geöffnet. Zahlreiche Gärten werden inzwischen von Migranten bewirtschaftet.
Die Kleingartenanlage kann sich weiterentwickeln zu einem interkulturellen Garten und damit zu einer Bereicherung des zukünftigen Parks werden. Gleichzeitig wird der Bedarf an Sportflächen nicht bestritten. Sinnvoll sind sicher Sportfelder, die nicht nur dem Vereinssport vorbehalten sind, sondern auch für die informelle Nutzung bereitstehen. Der Bebauungsplan in der jetzigen Fassung ignoriert jedoch die Kleingartenanlage. Die Kleingartenanlage wird weder im Text noch in den Zeichnungen erwähnt. Damit nimmt der Entwurf einseitig Stellung für den Vereinssport. Es wird kein Versuch unternommen, den vorhandenen Konflikt zwischen Kleingartenkolonie und Sport zu lösen. Dabei wäre genau dies die Aufgabe eines Bebauungsplanverfahrens. Dies könnte geschehen mit einer Testplanung, bei der verschiedene Denkmodelle durchgespielt werden, unter anderem auch die Anordnung der Sportfelder an anderer Stelle auf dem Gelände. Erst eine solche Testplanung, die verschiedene Varianten gedanklich durchspielt und auch für Laien verständlich macht, schafft die Grundlage für eine fundierte Entscheidung.
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Die vollständige Stellungnahme der Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck vom 27. 06. 2006 zum B’Plan VI-140 als pdf-Dokument.

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