Vielsagendes Schweigen

Türkiyemspor zu Besuch im Bundesinnenministerium.  Frau Dr. Susam Dündar-Isi, Pressesprecherin von Türkiyemspor, schreibt in ihrem Bericht:  „Gerade in diesem Zusammenhang ist nicht zu verstehen, dass der Bezirk Friedrichshain Kreuzberg seine Zusage am Gleisdreieck eine Trainingsstätte für Türkiyemspor Berlin e.V. 1978 zu schaffen, wieder zurückgenommen hat“. Ist das wirklich nicht zu verstehen? In der Tat: man versteht es nicht, wenn man/frau die Hälfte der Fakten verschweigt.   Mit keinem Wort geht Frau Dr. Susam Dündar-Isi auf die Gründe ein, die zu der Situation geführt haben. Die Gärten erwähnt sie erst gar nicht.  Kann man ein Problem lösen, indem man die Hälfte der Fakten verschweigt?

Link zum Bericht über Türkiyemspor beim Bundesinnenministerium

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Ein Kommentar zu “Vielsagendes Schweigen

  1. Die ganzen Hintergründe und die langjährigen Auseinandersetzungen der Kleingärtner/-innen mit den für den Sport zuständigen Verwaltungen bzw. dem LSB wird Frau Dr. Dündar-Isi vermutlich nicht kennen.
    Und dass sie in erster Linie das Vereinsinteresse „im Auge hat“, das kann zumindest ich verstehen.
    Es ist sehr bedauerlich, dass Teile der SPD es für notwendig erachten, sich einen „weissen Fuß“ beim LSB, bei „Türkiyemspor“ und an Migrationspolitik interessierten Gruppen und Personen bewusst damit zu verschaffen versuchen, die multikulturell ausgerichteten Kleingärtner/-innen über das Druckmittel „Schaffung eines Sportgeländes“ für den geschätzten und ebenfalls multikulturellen Verein „Türkiyemspor“ von ihrem Gelände zu vertreiben.
    Die SPD und der LSB haben kein Interesse daran, dass darüber diskutiert wird, wie es denn zu dieser Entscheidung kam und was es bedeutet, wenn eine zudem für seine Naturvielfalt (neudeutsch: Biodiversität) bekannte und seit 60 Jahren auf dem Gleisdreieck beheimatete Kleingartenkolonie geschliffen wird.
    Wichtige Personen in der SPD, aber auch der LSB müssen sich fragen lassen, was sie denn in den letzten Jahren für den Verein „Türkiyemspor“ getan haben, den sie jetzt so hofieren, dass ihnen der Natur- und Umweltschutz und die stadtklimatischen Auswirkungen im Zusammenhang mit der Schleifung dieser innerstädtisch einmaligen Grünfläche völlig egal sind.
    Es gab bestimmt einige Möglichkeiten, „Türkiyemspor“ überzeugende Lösungen für seine sicherlich nicht erst seit „vorgestern“ bekannten Schwierigkeiten anzubieten. Das wurde aber still und stillos vermieden, weil es schlicht am Willen dazu fehlte, andere Prioritäten gesetzt wurden.
    Diejenigen, die die Schleifung der POG betreiben, müssen sich schon fragen lassen, inwieweit ihr Handeln durch Opportunismus und Populismus bestimmt wird.
    Wenn dieser Personenkreis an das „gesellschaftspolitische Verantwortungsbewußtsein“ der Kleingärtner/-innen appellieren, die Alternativlosigkeit ihrer Planung betonen und den Betroffenen ein Handeln nach dem St.-Florians-Prinzip unterstellen sollte, dann wäre das zwar nicht erstaunlich, würde aber direkt auf ihre bisherigen Versäumnisse verweisen.
    Aber auch „Türkiyemspor“ sollte – bei allem verständlichen Interesse an einer Verbesserung seiner Situation – darauf aufpassen, dass ihr Verein sich nicht zum Spielball fragwürdiger partei- und verbandspolitischer Ziele machen lässt.
    Dazu gehört auch, respektvoll zur Kenntnis zu nehmen, dass die rund 300 kleinen und großen Menschen aus 10 Nationen der ‚Kleingartenkolonie POG‘ auf ihren z. T. seit Jahrzehnten bewirtschafteten Parzellen bleiben wollen und diese nicht sang-, klang- und klaglos räumen werden.
    Wer die ‚Kleingartenkolonie POG‘ und auch ihre alle Gesellschaftsschichten umfassenden Pächter/-innen kennt, wird verstehen, warum.

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